Was taugen Zuckeralternativen?

Süßstoffe und Co. unter der Lupe.

Gibt es das Wundermittel mit hoher Süßkraft bei null Kalorien? Wie steht es mit Süßstoffen und Zuckeralternativen?

Sind Süßstoffe eine Alternative zu Zucker?

Süßstoffe wie Aspartam, Saccharin, Cyclamat und Sucralose sind synthetisch hergestellte Ersatzstoffe für Zucker.


Ihr Vorteil: Sie sind frei von Kalorien und haben keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.


Der Nachteil: Es ist nicht ganz klar, ob sie gesundheitlich unbedenklich sind.


Zwar gelten die in der EU zugelassenen Stoffe als sicher, kritische Mediziner sind jedoch skeptisch. Süßstoffe sollen unter anderem Heißhunger auslösen und damit Übergewicht fördern. In extrem hoher Dosierung werden die künstlichen Süßmacher mit Gesundheitsrisiken wie Krebs und Diabetes in Verbindung gebracht. Nach Einschätzung der EU-Lebensmittelbehörde (Efsa) gehen bei den verzehrüblichen Mengen jedoch keine Gesundheitsrisiken von Süßstoffen aus.

Sind Zuckeraustauschstoffe gesünder?

Zuckeraustauschstoffe  wie Sorbit, Xylit, Isomalt oder Stevia werden aus natürlichen Rohstoffen (jedoch oft mit komplexen chemischen Verfahren) gewonnen und haben durchaus gesundheitliche Vorteile: Eine nur geringe Belastung des Blutzuckerspiegels, keine Karies begünstigende Wirkung und nur halb so viele Kalorien wie Zucker.

Allerdings braucht man doppelt so viel davon, um auf die gleiche Süße zu kommen, denn sie haben eine geringere Süßkraft und – jedes für sich – weitere Nachteile: Einen eigenartigen Beigeschmack, abführende Wirkung oder gar den Verdacht auf krebserregende und erbgutschädigende Wirkung.

Zuckeralternativen im Detail

Stevia

Herkunft: Isolat chemischer Substanzen aus der Steviapflanze (Glykoside aus Stevia)
Süßkraft im Vergleich zu Zucker: bis zu 300-mal süßer
Kalorien 100g: 0 kcal
Karies fördernd: nein
Einfluss auf Insulinspiegel: nein
Geschmack: ungewöhnlich, lakritzartig, leicht bitter
Gut zu wissen: Es bestehen Zweifel an der gesundheitlichen Harmlosigkeit konzentrierter Steviolglycoside in großer Menge. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) erklärte den Süßstoff 2010 für unbedenklich, setzt aber eine tägliche Höchstmenge für den Verzehr von 4 mg pro kg Körpergewicht fest. Das reicht nicht aus, um z. B. eine Limonade zu süßen.

Erythrit

Herkunft: Zuckeralkohol aus Stärke gewonnen
Süßkraft im Vergleich zu Zucker: 0,6 bis 0,8
Energiegehalt je 100 g: 240 kcal/ 1.005 kJ (im Vergleich zu Haushaltszucker: 399 kcal)
Karies fördernd: nein
Einfluss auf Insulinspiegel: gering
Gut zu wissen: Bei übermäßigem Verzehr kann es zu Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen kommen.

Xylit (Birkenzucker)

Herkunft: aus Xylose (Holzzucker) gewonnen
Süßkraft im Vergleich zu Zucker:
1,0
Energiegehalt je 100 g:
240 kcal/ 1.005 kJ
Karies fördernd:
nein
Einfluss auf Insulinspiegel:
gering
Gut zu wissen: Häufig in Kaugummi, Limonaden oder Bonbons enthalten, kann eine abführende Wirkung haben

Sorbit

Herkunft: aus Mais- und Weizenstärke durch Hydrierung gewonnen
Süßkraft im Vergleich zu Zucker: 0,5
Energiegehalt je 100 g: 240 kcal/ 1.005 kJ
Karies fördernd: gering
Einfluss auf Insulinspiegel: nein
Gut zu wissen: Mengen von mehr als 50 g pro Tag können zu Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen führen. Für Menschen mit Fruktoseintoleranz nicht empfehlenswert.

Isomalt

Herkunft: aus Saccharose gewonnen
Süßkraft im Vergleich zu Zucker: 0,5
Energiegehalt je 100 g: 240 kcal/ 1.005 kJ
Karies fördernd: gering
Einfluss auf Insulinspiegel: nein
Gut zu wissen: Regt die Darmtätigkeit an, übermäßiger Verzehr kann abführend wirken