Zucker und Zivilisationskrankheiten.

Langfristige Risikofaktoren.

Dass zu viel Zucker dick macht, Karies verursacht und bei der Entstehung von Diabetes mellitus Typ II eine Rolle spielt, ist allseits bekannt. Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch, dass die Gesundheitsgefahren noch viel weiter reichen. Zu viel Zucker steht mit vielen Zivilisationskrankheiten direkt in Verbindung.

Von Alzheimer bis Verdauungsstörungen

Alzheimer, Depressionen, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen – „moderne“ Zivilisationserkrankungen sind auf dem Vormarsch. Sie allein auf unseren hohen Zuckerkonsum zurückzuführen, ist sicher falsch. Und doch spielt die Ernährung und speziell unser Zuckerkonsum eine größere Rolle in der Ursachenkette, die zur Entstehung dieser und vieler anderer Krankheiten führt, als viele wissen.

Alzheimer

Alzheimer wird von Forschern auch „Typ 3-Diabetes“ genannt. Ein gestörter Zuckerstoffwechsel gilt nach neueren Erkenntnissen als Schlüsselfaktor bei der Entstehung.  Bekannt ist, dass Alzheimer-Patienten einen niedrigen Insulinspiegel im Gehirn aufweisen. Vermutet wird eine Insulinresistenz der Gehirnzellen – ähnlich wie bei Diabetes mellitus Typ II.

Verdauungsstörungen

Zu viel Zucker zerstört das natürliche Gleichgewicht der Darmflora. Er schwächt die wichtigen und nützlichen Bakterienkulturen und "füttert" Pilze wie Candida. Blähungen und alle Arten von Verdauungsstörungen können die Folge sein. 

Arteriosklerose

„Überflüssigen“ Zucker wandelt der Körper direkt in Fett um, das sich bevorzugt in den Gefäßwänden ablagert und dort Entzündungen, Verengungen und Elastizitätsverluste verursacht. Die Veränderungen sind eine der Hauptursachen für Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Bluthochdruck

Salz gilt schon lange als Risikofaktor für Bluthochdruck. Dass auch Zucker direkt und indirekt über steigende Pfunde den Blutdruck in die Höhe treibt und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt, ist vielen nicht bewusst. Studien (speziell zu zuckersüßen Getränken) deuten sogar darauf hin, dass er gefährlicher ist als Salz.

Depressionen

Zwischen einer gestörten Zuckerverwertung und Depressionen besteht offensichtlich ein enger Zusammenhang, denn Depressionen und Diabetes treten sehr häufig gemeinsam auf. Warum das so ist, ist noch zu wenig erforscht.

Krebs

Bekannt ist, dass Tumorzellen zur Vermehrung sehr viel Zucker brauchen. Ob und wie Zucker zur Krebsentstehung beiträgt und ob man ihm umgekehrt mit einer zuckerfreien Ernährung vorbeugen und leichter besiegen kann, ist bisher nicht eindeutig beantwortet. Ein enger Zusammenhang zwischen energiereicher Nahrung, Übergewicht, Bewegungsunlust und bestimmten Krebserkrankungen gilt jedoch als sicher.