Zucker und Kindergesundheit.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Zucker.

Eine Kindheit ohne Naschen? Undenkbar! Kinder haben eine besondere Liebesbeziehung zu Süßigkeiten. Geburtstagskuchen, Adventskalender, Schoko-Osterhase, Süßes oder Saures – oft gerät der Zuckerkonsum jedoch aus dem Ruder.

Früh gewöhnt, schwer abgewöhnt: Zucker ist ein großer Verführer. Nicht nur Kindern fällt ein maßvoller Umgang schwer. Sie kennen jedoch oft keine Grenze, wenn es um Süßigkeiten geht. Das Problem: An Zucker kann man sich ganz schnell gewöhnen. Die Süßschwelle steigt und auf Dauer verlernen Kinder, wie gut natürliche Produkte schmecken.

Schwerer zu kontrollieren

Schwer zu kontrollieren ist der Zuckerverbrauch auch deshalb, weil fast überall Zucker versteckt ist. Ob in Fruchtjoghurts, Frühstückscerealien oder Ketchup – Kinder greifen kräftig zu. Besonders in typischen Kinderlebensmitteln steckt jede Menge. Das betrifft nicht nur süße Lebensmittel, sondern auch herzhafte!

Stimmungsschwankungen, Karies, Konzentrationsstörungen

Kinder, die häufig und große Mengen Süßes essen, sind vielen Gesundheitsrisiken ausgesetzt.

Stimmungsschwankungen, motorische Unruhe, Konzentrationsprobleme

Zu viel Zucker kann Unruhe und wechselnde Stimmungen bei Kindern begünstigen. Alltagsbeobachtungen von Eltern und einige Studien zeigen, dass Kinder nach hohen Zuckermengen regelrecht „aufdrehen“. Sinkt der Blutzuckerspiegel danach rapide ab, werden sie müde, lustlos und können sich schlecht konzentrieren. Sogar über Zusammenhänge zwischen dem Zuckerkonsum und der Aufmerksamkeitsstörung ADHS wird diskutiert. Die Mehrzahl der wissenschaftlichen Studien kam jedoch zum Ergebnis, dass Süßes Kinder nicht hyperaktiv macht.

Zahnschmelzdefekte und Karies

Milchzähne bilden den Grundstein für die spätere Zahngesundheit – und sie sind besonders anfällig für Zucker und Co. Schon im zarten Alter kann das Dauernuckeln am Fläschchen mit gesüßtem Inhalt (z.B. Säfte oder Tee) zu Zahnschäden führen. Auch später werden Kinderzähne von den Frühstückscerealien bis zum Betthupferl nicht selten rund um die Uhr mit Zucker bombardiert. Was dagegen hilft? Eine gute Zahnpflege, ausreichend lange Pausen zwischen (zuckerhaltigen) Mahlzeiten und weniger Zucker!

Übergewicht

Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ist ein weit verbreitetes Problem: Inzwischen ist jedes fünfte Kind in Deutschland zu dick – Tendenz steigend. Süße Nahrungsmittel und Getränke haben an dieser Entwicklung einen großen Anteil: Sie sind kalorienreich, für Kinder attraktiv und verführen dazu, mehr zu essen bzw. zu trinken, als ihnen gut tut. Auch Kinder können regelrecht süchtig werden nach Zucker.

Diabetes

Die „Zuckerkrankheit“ – früher eine typische Alterskrankheit – tritt immer häufiger im Kinder- und Jugendalter auf. Das gilt sowohl für den Diabetes Typ I, eine Autoimmunkrankheit, als auch für den Diabetes mellitus Typ II. Während beim Diabetes Typ I die Lebensweise nach heutigen Erkenntnissen keine Rolle spielt, ist das bei Diabetes mellitus anders: Als Ursache für den Anstieg gilt, dass mittlerweile immer mehr Kinder und Jugendliche das typische Risikoprofil aufweisen: Bewegungsmangel, Übergewicht und eine sehr fett- und zuckerhaltige Ernährung.

Maß halten – so geht´s:

Um den Zuckerkonsum im Blick zu haben, helfen klare Regeln und ein paar einfache Grundsätze im Alltag.

    • Vorsicht bei speziellen Lebensmitteln für Kinder. Sie sind oft Zucker- und Fettbomben. Das betrifft nicht nur Süßes, sondern auch Herzhaftes.
    • Den Durst grundsätzlich mit Wasser stillen. Limonaden, Softdrinks und auch Säfte enthalten viel Zucker.
    • Bei verarbeiteten Produkten genau hinschauen: Frühstücks-Cerealien, Müslis, Cornflakes, Fruchtjoghurts etc. sind oft stark gesüßt.
    • „Nein“ zu ungesunden Gewohnheiten. Naschen vor dem Fernseher oder zwischendurch muss nicht sein. Vereinbaren Sie stattdessen, dass der Griff in die Naschdose z.B. einmal täglich erlaubt ist.
    • Mit gutem Beispiel vorangehen. Kinder lernen durch Ihr Vorbild. Leben Sie ihnen einen bewussten Umgang mit Zucker vor.
    • Bei Lust auf süßes Obst in mundgerechten Stücken anbieten. Äpfel, Birnen, Mangos, Kiwis enthalten auch Zucker, stecken aber zusätzlich voller Vitamine.
    • Sollte selbstverständlich sein: Nach dem Verzehr von Süßem Zähne putzen.

Süßigkeiten sind kein Erziehungsmittel!

Mit Essen zu belohnen, zu trösten oder zu bestrafen, ist eine falsche Strategie. Klar, gute Zensuren, die fleißige Mithilfe im Haushalt oder ein tip top aufgeräumtes Zimmer verdienen Lob. Aber bitte nicht in Form von Süßigkeiten! Denn das Muster, sich mit Essen zu belohnen, wird man später nicht wieder los. Auch als Trostpflaster ist eine liebevolle Umarmung besser geeignet als Schokolade oder Eis. Denn wer als Kind bei Stress, Schmerz oder Traurigkeit mit Essen getröstet wurde, greift auch als Erwachsener bei aufkommenden negativen Emotionen gern darauf zurück.