Babybrei: Selber kochen oder doch lieber Gläschen?
Aktuelle Untersuchen zeigen, dass Babybrei aus dem Gläschen nicht unbedingt die Nase vorn hat.
Welcher Brei ist der beste für mein Baby? Das ist eine Frage, die sich junge Eltern immer wieder stellen. Es gibt viel Unsicherheit auf diesem Gebiet und die jüngste Untersuchung von Stiftung Warentest zeigte keineswegs, dass es hier einen eindeutigen Maßstab gibt. Die Untersuchung von Gläschenfertigmenüs mit Fleisch ergab, dass es oft an Fett und auch an Vitamin C fehlt. Das heißt, diese Mahlzeiten müssten eigentlich noch nachträglich angereichert werden, damit die Babys ordentlich gedeihen. Unter mikrobiologischem Aspekt oder in Bezug auf Verunreinigungen gab es bei dem Test soweit keine Beanstandungen.
Gläschen auf Vordermann bringen
Wer auf die Vorzüge von Babygläschen – leichte Vorratshaltung, schneller Zugriff usw. – nicht verzichten will, sollte versuchen, diese Mahlzeiten entsprechend den Untersuchungsergebnissen zu optimieren.
Festgestellt wurde, dass Gemüsebreie und Getreide-Obst-Breie häufig sehr fettarm sind. Das bedeutet, dass das Baby nicht richtig satt wird, da die Mahlzeit seinen Energiebedarf nicht deckt. Liegt der Fettgehalt von Gemüsebreien unter acht Gramm pro Portion (siehe Nährwertangabe auf dem Etikett) und der von Getreide-Obst-Breien unter fünf Gramm pro Portion, kann der Brei mit ½ bis einem Teelöffel Rapsöl oder Butter (1 TL = 4 g) ergänzt werden. Dies entfällt, wenn die Fettzufuhr mit anderen Mahlzeiten ausgeglichen wird.
Im Prinzip das Gleiche gilt für Vitamin C, welches die Aufnahme von Eisen, das für das Wachstum wichtig ist, im Körper verbessert. Gemüsebreie ohne den Zusatz von Vitamin C (siehe ebenfalls Zutatenliste auf dem Etikett) sollten mit einem bis zwei Esslöffeln Saft ergänzt werden. Das Unterrühren sollte erst nach dem Erwärmen geschehen, da Vitamin C hitzempfindlich ist.
Alternativ könnte das Baby zum Essen aber auch verdünnten Saft trinken. Besser ist es aber, Wasser anzubieten und die Kinder daran zu gewöhnen. Ansonsten entsteht sehr schnell eine Präferenz für das Getränk mit Geschmack und Wasser stößt nur noch auf Ablehnung.
Selber kochen kein Problem
Viele Eltern haben ein besseres Gefühl, wenn sie für ihr Baby selber kochen. Dagegen gibt es nichts einzuwenden, sofern ein paar wichtige Aspekte berücksichtigt werden. Wichtig ist die Frische der Zutaten, denn diese geht auch bei unsachgemäßer Lagerung verloren.
Im Vordergrund sollte außerdem die Qualität der Lebensmittel stehen. Empfehlenswert sind saisonale Produkte aus heimischem Anbau. Bio-Produkte sind weniger belastet als konventionell angebautes Gemüse, womit sie für die Babyernährung besser geeignet sind. Auch tiefgefrorene Produkte können verwendet werden, wenn die Jahreszeit eine frische Gemüseauswahl nicht zulässt.
Ein Vorteil der eigenen Zubereitung ist, dass man die Zutaten der Mahlzeiten selbst auswählen kann. Sind die Lebensmittel mit bestem Gewissen ausgesucht, bedürfen sie einer schonenden Zubereitung. Obst und Gemüse sollten direkt vor dem Essen zubereitet werden, sonst gehen Vitamine verloren. Ideal ist bei der Breizubereitung das Dünsten mit wenig Fett und Flüssigkeit bei schwacher Hitze. Da ein Baby noch nicht kauen kann, muss in den ersten Monaten das Essen fein püriert sein.
Ein Don´t in der Babyernährung ist das lange Warmhalten. Hier können sich Keime entwickeln. Eine Vorratshaltung ist hingegen auch mit Selbstgekochtem möglich. Sowohl Fleisch als auch Brei kann in Portionen eingefroren werden.
Auch das Kriterium Geschmack ist nicht ganz unwichtig für eine Entscheidung. Gläschenkonserve schmeckt einfach anders als Selbstgekochtes. Das kann man leicht testen. Da sich der Geschmackssinn früh ausbildet, ist dies durchaus auch ein Argument für das Selbstgemachte.
Je einfacher, umso besser
Weniger ist mehr – das gilt auch für Babybreie. Empfehlenswerte Breie sind einfach zusammengesetzt und enthalten nur wenige Zutaten. Eine Gemüse-, Obst- oder Getreidesorte pro Mahlzeit reicht aus. So kann sich der Säugling, der bislang nur den Geschmack von Milch kannte, langsam an die neuen Lebensmittel gewöhnen und auch die Verträglichkeit wird ausgetestet.
Karotten pur sind in der Regel ein guter Einstieg und werden auch meist vertragen. Nach ein paar Tagen Testzeit folgen Kartoffeln und später auch Fleisch. Salz, Kräuter, Gewürze oder Zucker hingegen sind überflüssig und sogar ungesund. Als weitere Zutaten sind nur Vitamin C und Fett nützlich und empfehlenswert.
Mehrere Sorten zusammen sollten erst gegeben werden, wenn diese auf Geschmack und vor allem Verträglichkeit getestet wurden. Wiederholungen im Speiseplan eines Babys sind kein Problem und eher der richtige Weg, denn die Kleinen sind noch keine Gourmets.
Das Wann und Wie der Beikost
Das Ersetzen der Milchmahlzeiten durch feste Nahrung sollte nicht vor dem 6. Lebensmonat beginnen, auch wenn die Hersteller der Gläschennahrung meist frühere Zeitpunkte angeben.
Um den 6. Lebensmonat herum beginnt sich das Baby für andere Nahrung zu interessieren und die meisten geben dann deutlich zu erkennen, dass sie dazu bereit sind. Allergiegefährdete Babys sollten frühestens ab dem 7. Monat an die Beikost herangeführt werden. Als erste Beikostmahlzeit wird mittags eine Milchmahlzeit durch einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei ersetzt.
Im nächsten Schritt wird abends ein Getreide-Milch-Brei eingeführt und danach folgt ein Getreide-Obst-Brei in den Nachmittagsstunden. Geeignete Lebensmittel sind ab dem 6.–7. Monat: Möhren, Kürbis, Kartoffeln, Zucchini, Bananen, Äpfel, Fleisch (Rind- und Geflügelfleisch), Butter und Keimöl.
Ab dem 7.–9. Monat können im Weiteren Broccoli, Blumenkohl, Spinat oder Kohlrabi dazukommen. Wegen ihrer guten Nährstoffzusammensetzung sind Breie mit Kartoffeln oder Vollkorngetreide die beste Wahl. Erwachsenenkost sollte nicht vor dem ersten Lebensjahr gegeben werden.
Zucker nur in Form von frischem Obst
Egal ob im Gläschen oder bei der eigenen Zubereitung: Zucker hat in der Babyernährung nichts verloren. Zucker und Ersatzzuckersorten enthalten nur wertlose Kalorien, liefern dem Baby weder Vitamine noch Mineralstoffe. Sie stören die Darmflora und verursachen Karies. Dazu zählen auch: Malzzucker (Maltose, Maltodextrin), Traubenzucker, Glukosesirup, Fruchtzucker, Apfel- und Birnendicksaft sowie Honig.
Das bedeutet also, dass ein Blick auf die Zutatenliste zu jedem Einkauf gehört. Das Gleiche gilt für Salz. Dieses gehört in keinem Fall in die Ernährung eines Babys, da es die Nieren zu sehr belastet.
Wichtig ist auch, dass Gemüse-Fleisch-Breie keinen Käse und keine Sahne sowie Getreide-Obst-Breie keine Milch, keinen Jogurt und keine Sahne enthalten sollten. Gemüse, Fleisch und Vollkorngetreideerzeugnisse versorgen das Baby mit dem Spurenelement Eisen, das es zum Wachsen braucht. Enthält eine Mahlzeit bzw. der Brei gleichzeitig Milch oder Milchprodukte, bilden Kalzium und Eisen eine für den Körper schwer verwertbare Verbindung.
Beispiel erster Brei
(nach aid-Infodienst)
Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
Zutaten:
- 90 g Gemüse (z. B. Karotten)
- 40 g Kartoffeln
- 30 ml Obstsaft
- 20 g Fleisch
- 8 g Fett (Butter und Rapsöl im Wechsel)
Zubereitung:
Fleisch in wenig Wasser weich kochen, klein schneiden und pürieren, Gemüse waschen und klein schneiden, zusammen mit geschälten und klein geschnittenen Kartoffeln in wenig Wasser oder Brühe (vom Kochen des Fleisches ohne Salz) weich dünsten. Das Fleisch unter die Gemüse-Kartoffel-Mischung rühren, aufkochen, Obstsaft hinzugeben, pürieren und Fett unterrühren. (Je nach Gemüsesorte muss noch etwas Wasser zugegeben werden.)
Weitere Informationen:
http://mutterundkind.aid.de/base/
oder im Internetforum auf www.was-wir-essen.de
(Rubrik „Kinder-Ernährung“)
http://www.ernaehrung.de/tipps/kinder/stillen12.php#Beikost