Ernährungsbedingte Erkrankungen: Diabetes mellitus

Wer an Diabetes mellitus erkrankt, bei dem ist die natürliche Regulation des Blutzuckerspiegels gestört.

Normalerweise wird der Blutzuckergehalt im Blut von dem Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, gesteuert. Es sorgt dafür, dass der Zucker bei Bedarf aus dem Blut in die Zellen transportiert wird und so der Gehalt im Blut relativ konstant bleibt.

In Deutschland leiden etwa acht Prozent der Bevölkerung an Diabetes. Folgeschäden dieser Erkrankung können z. B. Veränderungen an den Gefäßwänden, Schäden an Augen, Füßen, Nieren und Nerven sein. Zudem haben Patienten mit schlecht eingestellten Blutzuckerwerten ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Es ist wichtig, dass die Erkrankten die Krankheit ernst nehmen und sich aktiv an deren Therapie beteiligen, um zu hohe Blutzuckerwerte zu vermeiden..

Themen:


Typ-I- und Typ-II-Diabetes

Was bedeuten Typ-I- und Typ-II-Diabetes?

Sowohl bei Typ I als auch bei Typ II kündigt sich die Stoffwechselerkrankung häufig mit starkem Durst, erhöhtem Harndrang, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Störungen der Wundheilung und Juckreiz an.

Der Typ-1-Diabetes wird in der Regel zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr entdeckt. Die Ursache dieser Erkrankung liegt darin, dass bestimmte Zellen der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produzieren, z. B. infolge von Autoimmunreaktionen oder Virusinfekten geschädigt sind. Die Hormonproduktion versiegt und die Betroffenen müssen lebenslang Insulin zuführen. Typ-I-Diabetiker entdecken sehr schnell ihre Erkrankung, da die erwähnten Symptome sehr massiv auftreten.

Die Entstehung eines Typ-II-Diabetes ist hingegen oft hausgemacht. Der Typ-II-Diabetiker produziert zwar genug Insulin, das Hormon wirkt jedoch nicht richtig und wird von den Zellen der Bauchspeicheldrüse nur unzureichend freigesetzt. Bei entsprechender Veranlagung wird die Verringerung der Insulinwirkung durch eine zu kalorienreiche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht verstärkt.

Bis es zur Diagnose kommt, kann es beim Typ-II-Diabetes bis zu fünf Jahre dauern. Oft haben die Patienten dann schon die ersten Folgeerkrankungen erlitten, wie Veränderungen an der Netzhaut oder Durchblutungs-störungen bzw. Nervenschädigungen an den Füßen.

Eine frühzeitige Diagnose wird auch dadurch erschwert, dass erhöhte Blutzuckerwerte nicht wehtun. Rund 95 Prozent aller Diabetiker erkranken am Typ II, der meist nach dem 40. Lebensjahr auftritt. 

zum Seitenanfang


Gesunde Blutzuckerwerte & Therapie

Gesunde Blutzuckerwerte

Als normal gelten folgende Werte:
nüchtern: 60-110 mg/dl
1 Stunde nach der Mahlzeit: bis 140 mg/dl

Therapie

Es reicht nicht aus, wenn der Arzt nach der Diagnose den Patienten mit Tabletten, Insulin und einigen Ernährungshinweisen einstellt. Nur wenn der Betroffene genug Wissen und Handlungsbereitschaft hat, kann er verantwortungsbewusst mit seiner Krankheit umgehen und Langzeitschäden vermeiden.

Basis der Diabetestherapie ist bei beiden Typen die Ernährung. Beim Typ-I-Diabetes wird sie in jedem Fall von einer Insulintherapie begleitet und beim Typ-II-Diabetes kann sie von Insulin- oder Tablettengaben unterstützt werden oder alleinige Therapie sein.

Bei den Tabletten handelt es sich um Wirkstoffe, die die Kohlenhydratresorption im Darm hemmen (Disaccharidasehemmer), die Funktion der Bauchspeicheldrüse unterstützen (Sulfonylharnstoffe) oder die Wirkung des körpereigenen Insulins verbessern sollen (Biguanide).

Abnehmen ist allererstes Ziel

Für den übergewichtigen Typ-II-Diabetiker steht an erster Stelle, vorhandenes Übergewicht zu reduzieren. Oft lassen sich allein dadurch die Blutzuckerwerte wieder normalisieren und eine Medikamenteneinnahme wird überflüssig. Betroffene sollten langfristig ihre Ernährung umstellen und so schrittweise Übergewicht abbauen.

zum Seitenanfang


Gesunde Ernährung

Gesunde Ernährung statt Diät

Nach heutigen Erkenntnissen müssen Diabetiker keine spezielle Diät mehr einhalten.

Günstiger ist es, wenn sie sich an den allgemeinen Empfehlungen einer gesunden Ernährung orientieren. Das heißt, letztendlich können Diabetiker genau das essen, was alle Familienmitglieder auch essen sollten.

Diese Empfehlungen lauten: viel Ballaststoffe und Vitamine, weniger Eiweiß, wenig Fett in der richtigen Zusammensetzung sowie Alkohol in Maßen.

Die Eiweißaufnahme sollte gering gehalten werden, denn eine eiweißreiche Ernährung gilt als ungünstig, weil sie die Niere zusätzlich belastet, die beim Diabetiker ohnehin gefährdet ist. Deshalb sollten auch Fleisch, Wurst und Eier möglichst nicht jeden Tag und nicht in zu großen Mengen auf den Tisch kommen und auch Milch und Milchprodukte sind wegen des hohen Eiweißgehalts mit Bedacht zu essen.

Kohlenhydrathaltige Lebensmittel, die reich an löslichen Ballaststoffen sind, lassen den Blutzucker nur langsam ansteigen und sind daher besonders empfehlenswert. Dazu zählen Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte sowie Gemüse und Obst.

Wegen ihres positiven Effektes auf die Blutfettwerte sollten der Anteil an einfach und der an mehrfach ungesättigten Fettsäuren in einem günstigen Verhältnis stehen. Oliven- oder Rapsöl enthalten reichlich einfach ungesättigte Fettsäuren, die sich für Diabetiker als besonders wertvoll erwiesen haben. Auch Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, Nüssen, Raps- und Sojaöl sind für Diabetiker empfehlenswert. Gesättigte Fettsäuren, wie sie in Fleisch, Wurst, vielen Knabberwaren wie Chips, Keksen, Schokolade und Kuchen vom Bäcker oder Supermarkt vorkommen, sollten möglichst selten verzehrt werden. Sie erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Spezielle Diabetikerprodukte sind bei einer gesunden Ernährung überflüssig.

zum Seitenanfang


Verzehrempfehlungen!

Empfehlungen für die Ernährung

Häufig:

  • Gemüse
  • Obst
  • Vollkornflocken
  • Vollkornbrot
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen, Bohnen
  • Naturreis, Vollkornnudeln, Kartoffeln
  • Milchprodukte wie Joghurt, Milch, Käse
  • Fisch
  • Nüsse oder Pflanzenöl, in kleinen Mengen

Nicht zu häufig:

  • Fleisch, Wurst
  • Eier
  • Kuchen, Gebäck
  • Süßigkeiten
  • Alkohol

Selten oder gar nicht:

  • fertiges Gebäck
  • Kekse
  • Kuchen mit gehärteten Fetten
  • Knabberwaren wie Chips, Flips, Cornflakes

zum Seitenanfang


Diabetes und Sport

Regelmäßiger Sport ist unbedingt zu empfehlen.

Regelmäßiger Sport ist unbedingt zu empfehlen, denn er hilft, Übergewicht abzubauen und die Wirksamkeit des Insulins zu verbessern.

Experten empfehlen, drei- bis viermal pro Woche mindestens 20 bis 30 Minuten körperlich aktiv zu sein. Geeignet sind beispielsweise Walken, Joggen, Fahrradfahren, Schwimmen, Wandern und Gymnastik.

zum Seitenanfang


Deine SucheDeine Suche

Suchbegriff oder Webcode:

Suche in www.mhplus.de

Dein KontaktDein Kontakt

Deine Servicehotline.
(0 18 02) 36 99 63 *

Mo.-Fr.:    7:00-20:00 Uhr
Sa.:        10:00-13:00 Uhr

Dein mhplus-Rückrufservice
Deine E-Mail an uns
Deine Geschäftsstelle

*6 Cent proAnruf aus dem deutschen Festnetz, max. 60 Cent/Anruf aus den Mobilfunknetzen