Was ist Diabetes?
Diabetes mellitus, im Volksmund Zuckerkrankheit genannt, ist gekennzeichnet durch eine ständige Erhöhung des Blutzuckers, verbunden mit dem Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen.
Grundsätzlich werden zwei Diabetes-Typen unterschieden:
Der Typ 1 Diabetes
entsteht durch einen Mangel an Insulin auf Grund der Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Diese Zerstörung geschieht durch das Zusammenspiel von erblicher Veranlagung, äußeren Faktoren wie bestimmte Virusinfektionen und einer Fehlsteuerung des Immunsystems. Ein Teil der weißen Blutkörperchen (T-Lymphozyten) greifen gezielt die Zellen der Bauchspeicheldrüse an. Die Folge ist ein absoluter Insulinmangel und ein hoher Zuckerspiegel. Der Körper kann seine Energie nicht mehr durch die mit der Nahrung aufgenommene Glukose decken und greift auf sein eigenes Fettgewebe als Energiequelle zurück. Typische Anzeichen der Krankheit sind Müdigkeit, erhöhter Harndrang und häufiges Trinken.
Der Typ 2 Diabetes
macht sich meist erst nach dem 40. Lebensjahr bemerkbar. Er ist auf ein verringertes Ansprechen der Körperzellen auf Insulin zurückzuführen. Auslösende Faktoren sind Übergewicht, fettreiche Kost und wenig Bewegung.
Diabetes während der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft kann ebenfalls Diabetes auftreten. Er wird als Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes bezeichnet. Normalerweise verschwindet er nach der Schwangerschaft wieder, das Risiko für eine spätere Entwicklung von Diabetes beiden Typs ist dadurch jedoch erhöht.
Während an Diabetes Typ 1 weniger als ein Prozent der Bevölkerung leidet, beträgt der Anteil beim Diabetes Typ 2 etwa fünf Prozent. Zusätzlich geht man von einer großen Zahl noch nicht erkannter Erkrankungen aus. Ein nicht oder nicht ausreichend behandelter Diabetes mellitus führt mit den Jahren zu Veränderungen der Blutgefäße im ganzen Körper. Geschädigt werden durch die entstehenden Durchblutungsstörungen besonders Herz, Nieren und Augen.
Warum gibt es DMP für Diabetiker?
Ein Diabetiker benötigt viele verschiedene medizinische Fachleute.
Meistens arbeiten jedoch Hausärzte, Fachärzte, Krankenhäuser, Ernährungsberater oder Fußpfleger nebeneinander und wissen nicht, was der andere tut. So kommt es häufig zu Doppeluntersuchungen, oder wichtige Behandlungen werden nicht durchgeführt. Für einen Diabetiker ist jedoch ein genauer Behandlungsplan enorm wichtig, ebenso, dass alle Schritte eingehalten werden. Nur so kann eine optimale Versorgung garantiert werden, damit die Lebensqualität des Patienten erhalten bleibt. Eine umfassende Versorgung verringert Risikofaktoren und minimiert Spätfolgen.
Dies alles leistet das Disease Management Programm (DMP). Es hilft, einen genauen Behandlungsplan aufzustellen, der zur Orientierung und Kontrolle dient. Dabei werden die Behandlungen auf die individuellen Lebensgewohnheiten abgestimmt und fügen sich so gut in Ihren Alltag ein.
Zu einem erfolgreichen Umgang mit Diabetes gehört es aber auch, dass Sie als Patient aktiv werden und kompetent mit der Krankheit umgehen. DMP befähigt Sie dazu. In Schulungen und Seminare lernen Sie, Ihre Lebensgewohnheiten auf Diabetes abzustimmen und so einer Verschlimmerung entgegen zu wirken. Außerdem halten wir eine Reihe von Informationen sowie eine DMP-Hotline (Tel.: 07141/9790-680) für Sie bereit.
Wie läuft DMP bei Diabetes ab?
Zunächst bestätigt Ihr Arzt Ihnen auf dem Einschreibungsformular, dass Sie die Teilnahmevoraussetzungen erfüllen.
Nach der Einschreibung in das Programm untersucht Ihr Arzt Sie genau. Dabei erkundigt er sich, sofern noch nicht bekannt, nach Ihrer Krankheitsgeschichte und stellt das Stadium Ihrer Erkrankung fest. Auf dieser Grundlage vereinbart er mit Ihnen gemeinsam Ihre persönlichen Behandlungsziele und erläutert den weiteren Ablauf.
Im weiteren Verlauf legt Ihr Arzt fest, wann und wie oft Untersuchungen zu erfolgen haben, zum Beispiel das regelmäßige Untersuchen des Fußes auf Veränderungen - oder wie häufig Ihre Stoffwechselwerte und Ihr Blutdruck überprüft werden. Ein Augenarzt bestimmt, wie oft das Auge untersucht werden soll.
Ergänzend dazu erhalten Sie einen Gesundheitspass Diabetes und - falls nötig - auch ein Tagebuch für Ihre Blutzuckermessungen. In den Pass werden alle aktuellen Untersuchungsergebnisse eingetragen. So kann man sich jederzeit über den derzeitigen Stand der Behandlung und die wichtigsten Werte und Termine informieren.
Ein weiterer wichtiger Teil von DMP sind Schulungen für den Patienten. In den Seminaren erhalten Sie wichtige Informationen über die Ursachen Ihrer Erkrankung oder wie Sie selbst den Verlauf Ihrer Krankheit durch eine Umstellung Ihrer Ess- und Bewegungsgewohnheiten beeinflussen können.
Wir stellen Ihnen außerdem verschiedene Patientenleitlinien zur Verfügung. Darin sind alle wichtigen Informationen über den Verlauf Ihrer Behandlung enthalten. So behalten Sie den Überblick und vergessen nichts.
Ziele des DMP Diabetes
Ein weitestgehend beschwerdefreies Leben.
Das Behandlungsprogramm will den Patienten weitestgehend beschwerdefreies Leben ermöglichen und deren Lebensqualität erhalten.
Es zielt darauf ab, mögliche Spätfolgen und Schädigungen anderer Organe wie Nieren, Augen, Füße zu verringern bzw. zu vermeiden.
Adressen & Links
Deutscher Diabetiker Bund e.V. (DDB)
Goethestr. 27
34119 Kassel
Tel.: 05 61/70 34 77-0
Fax: 05 61/70 34 77-1
Internet: www.diabetikerbund.de
Deutsche Diabetes Gesellschaft
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 02 34/9 30 95-6
Fax: 02 34/9 30 95-7
Internet: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de
Deutsche Diabetes-Stiftung (DDS)
Staffelseestraße 6
81477 München
Tel: 089 / 579 579 - 0
Fax: 089 / 579 579 - 19
Internet: www.diabetesstiftung.de
Deutsche Diabetes-Union e.V.
Danziger Str.10
49610 Quakenbrück
Tel.: 0 54 31/15 28 30
Fax: 0 54 31/15-28 33
Internet: www.diabetes-union.de
International Diabetes Federation
(Internationale Diabetes Vereinigung, Europabüro)
IDF European Regional Office
1 rue Defacqz
1000 Brüssel
Tel.: 00 32/25 3718 89
Fax: 00 32/25 3719 81
Internet: www.idf.org
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