Frühlingszwiebeln
Zwiebeln zählen zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Wahrscheinlich stammen sie aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan.
Als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze werden sie seit mehr als 5000 Jahren kultiviert, und schon zu Zeiten der Pharaonen gelangten die aromatischen Knollen in die Mittelmeerländer, was Grabfunde belegen. Aus welcher Familie die zarte Frühlingszwiebel stammt, kann man ihr fast ansehen: Botanisch gesehen ist sie eine Lilie – genauer: eine kleine, noch nicht ausgewachsene Gewürzzwiebel.
Frühlingszwiebeln werden, anders als ihr Name vermuten lässt, das ganze Jahr über angeboten. Der Name bezieht sich hier nicht auf die Jahreszeit, sondern vielmehr auf das noch junge Alter der Zwiebelpflanze. Hauptproduzenten sind Italien, Spanien und der Süden Frankreichs. Der milde Winter der Mittelmeerländer macht es möglich, dass die zarten Zwiebelchen schon früh im Jahr auf unsere Märkte kommen. Die Saison für heimische Frühlingszwiebeln dauert dann von April bis November.
In ihrer Konsistenz sind sie nicht wie die Küchenzwiebeln ausgereift und getrocknet, sondern noch weich und mild. Sie werden geerntet, wenn sich an den Pflanzen gerade ein Knollenansatz gebildet hat. Verkauft werden die Frühlingszwiebeln bündelweise. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Knollen nicht beschnitten sind, d. h. die zarten, weißen Wurzeln müssen ebenso vorhanden sein wie die langen grünen Blätter. Das Aroma von Frühlingszwiebeln ist im Frühjahr zart/mild und wird zum Herbst hin kräftiger.
Verwendung & Zubereitung:
Die röhrenförmigen grünen Blätter sind ähnlich wie Schnittlauch zu verwenden und eignen sich gut zum Würzen. Der helle Strunk und die Zwiebeln sind gedünstet als Zutat für verschiedenste Speisen sowie roh für Salate geeignet.
Der große Vorteil ist, dass man Frühlingszwiebeln praktisch mit „Haut und Haaren“ verzehren kann. Auch das leidige Weinen beim Schneiden fällt weg, da die ätherischen Öle bei diesem „unreifen“ Gemüse noch nicht so stark ausgebildet sind.
Egal in welcher Form die Frühlingszwiebeln gegessen werden – man sollte sie möglichst frisch verbrauchen, denn das leckere Gemüse ist aufgrund seines hohen Wassergehalts nicht lange lagerfähig! Im Kühlschrank bleiben sie nur etwa zwei Tage lang frisch.
Inhaltsstoffe:
Frühlingszwiebeln haben fast keine Kalorien, dafür aber viele wertvolle Inhaltsstoffe, die appetitanregend wirken und den Stoffwechsel ankurbeln. Den aromatischen Geschmack verdanken sie ihren ätherischen Ölen sowie verschiedenen Aromastoffen.
Zudem enthalten Frühlingszwiebeln einen hohen Anteil an Vitamin B1, B2 und C, das Provitamin A sowie Kalium, Calcium, Phosphor, Natrium und Eisen.
Ein natürliches Antibiotikum stellen die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe dar, die aber in der Küchenzwiebel wesentlich konzentrierter zu finden sind. All diese Stoffe wirken allerdings nur, wenn die Zwiebeln roh verzehrt werden.
Rezept-Tipp:
Nudeln mit Currygemüse (3-4 Personen)
- 100 g Cashewkerne (ungesalzen, nicht geröstet)
- 500 g Dinkelspiralen
- 500 g gemischtes Gemüse (Möhren, Erbsen, Paprika, Mais, Frühlingszwiebeln, Schalotten)
- 2 EL Rapsöl
- 1 TL Currypulver
- 250 ml Kokosmilch
- ein paar Spritzer Sojasoße
Zubereitung:
Karotten in feine Scheiben, Paprika und den weißen Teil der Frühlingszwiebeln in Streifen schneiden. Die Schalotten in Ringe schneiden und beiseite legen. Nudeln in Salzwasser garen und warm stellen. Die Zwiebelstreifen in einer beschichteten Pfanne in wenig Öl andünsten, Karotten dazugeben und ca. eine Minute mitdünsten. Paprika, Mais und Erbsen hinzufügen, kurz mitdünsten. Mit Kokosmilch ablöschen, das Currypulver sowie die Sojasoße dazugeben und köcheln lassen, bis das Gemüse gerade gar ist. Das Ganze mit den Nudeln und den Cashewnüssen mischen. Auf Tellern anrichten und mit den Schalottenringen dekorieren.
Guten Appetit!