Kohlenhydrate stecken in Getreide, Kartoffeln, Obst und Gemüse
Alle Lebensmittel dieser Gruppen sind die wichtigsten Kohlenhydrat- und damit Energielieferanten. Gemeinsam mit Eiweiß und Fett gehören Kohlenhydrate zwar zu den Energie liefernden Nährstoffen, sie zeichnen sich aber auch dadurch aus, dass sie quasi als Hauptenergielieferanten fungieren. Aus Kohlenhydraten kann der Organismus am effizientesten Energie gewinnen. Eiweiß dient in erster Linie zum Aufbau körpereigener Substanzen und Fette dienen als Lieferanten für ungesättigte Fettsäuren und fettlösliche Vitamine.
Es ist demnach nicht nur wichtig, dass mit der Nahrung der tägliche Gesamt-energiebedarf gedeckt wird, sondern auch die Nährstoffe in angemessener Weise aufgenommen werden. Das empfehlenswerte Verhältnis zwischen den 3 Energieträgern für den täglichen Bedarf sollte folgendermaßen aussehen:
Gesamtenergiezufuhr 100 %
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Eiweißzufuhr 10–15 %
Fettzufuhr 30 %
Kohlenhydratzufuhr 55–60 %
Aus dieser Tabelle ergibt sich, dass Getreide, Getreideprodukte, Kartoffeln, Obst und Gemüse den Löwenanteil am täglichen Essen ausmachen sollten. Der Durchschnittsverzehr liegt aber weit hinter diesem erstrebenswerten Ziel. Um es nun für jeden fassbar zu machen, welche Lebensmittelmenge hinter dieser Angabe von 55–60 % vom Tagesenergiebedarf steckt, gibt es eine ganz einfache Regel.
½-Pfund-Regel
Was ist die ½-Pfund-Regel?
Wer täglich versucht
+ 250 g Brot
+ 250 g Kartoffeln, Reis oder Nudeln´
+ 250 g Gemüse
+ 250 g Obst
zu essen, wird den Empfehlungen gerecht.
Getreide
Getreide: ein Lebensmittel, dem es an fast nichts fehlt!
Getreide und daraus hergestellte Produkte wie Brot sind seit Jahrtausenden die wichtigsten Lebensmittel für den Menschen.
Eines der ältesten Kulturvölker, die Ägypter, haben den Getreidebau und die Broterzeugung in besonderem Maße entwickelt und verbreitet. Schon in Gräbern aus dem 5.–6. Jahrtausend v. Chr. sowie in den Grabkammern der Pyramiden wurden Emmer (Weizenurform) und Gerste gefunden. Zu dieser Zeit wurden bereits in Großbetrieben verschiedenste Brotsorten hergestellt.
Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Nährstoffe, die der Mensch zum Leben benötigt, im Getreidekorn enthalten. Es enthält vor allem Kohlenhydrate, B-Vitamine, Vitamin E, Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen, pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe. Die Getreidekohlenhydrate (Stärke) sind dabei als die wichtigsten Energielieferanten für den Menschen zu nennen. Positiv zu bewerten ist auch, dass Getreide kaum Fett und kein Cholesterin enthält.
In einer modernen Ernährung sollte es den Großteil der täglichen Nahrung ausmachen und in jeglicher Form die Mahlzeiten bereichern. Getreide bildet sozusagen das Fundament der Ernährung. Landläufig bekannt ist auch, dass je dunkler das Mehl ist, der Anteil unverzichtbarer Wertstoffe umso höher wird. Dennoch überwiegen in unserer täglichen Nahrung noch immer Produkte aus hellem Mehl.
Besonders die Ballaststoffe, die eigentlich das „i-Tüpfelchen“ des Getreidekorns sind, bleiben dabei auf der Strecke. Sie sorgen dafür, dass die Verdauung geregelt funktioniert, und vor allem tragen sie zu einer guten Sättigung bei und enthalten dabei keine Kalorien. Das heißt, sie sind ein „Muss“ für jeden, der schlank werden bzw. bleiben will.
Der Tipp, mehr Vollkornprodukte im täglichen Leben aufzunehmen, könnte für manchen die Lösung ewiger Gewichtsprobleme sein. Das kann damit anfangen, dass das täglich verzehrte Brot/Brötchen „vollkorniger“ wird, das typische Weißmehl durch das etwas dunklere Mehl mit der Typennummer 1050 ersetzt wird oder auch mal Vollkornnudeln Platz auf den Tellern finden.
Mit Getreide kochen und backen
Weizen ist heute das wichtigste Brotgetreide der Erde.
Herkunft:
Schon in Troja konnte man es nachweisen. Entwicklungsgeschichtlich lassen sich alle Weizensorten auf 3 Grundtypen zurückführen: Dinkel, Emmer und Einkorn.
Inhaltsstoffe:
Hier sind vor allem die Mineralstoffe Kalium, Phosphor und Magnesium zu nennen. An Vitaminen sind B1, B2, B6 und die Vitamin-A-Vorstufe Karotin, die im Körper in Vitamin A umgewandelt wird, enthalten. Ebenso ist Kieselsäure ein wichtiger Inhaltsstoff. All diese wertvollen Bestandteile befinden sich im Keim und in den Randschichten.
Besonderheit:
Weizen hat einen guten Geschmack (mild) und ist leicht verdaulich. Es hat hervorragende Backeigenschaften durch seinen hohen Anteil an Klebereiweiß.
Verwendung:
vorwiegend für Brot, Brötchen und Feingebäck. Für Teigwaren (Nudeln) wird Hartweizen (Durum) verwendet.
Rezept-Tipp
Laugengebäck
Teig:
- 400 g Weizenmehl Typ 1050
- 1 Päckchen Trockenhefe
- 100 g Saure Sahne
- 120 ml Wasser
- 1 TL Zucker
- 1 TL Salz
- 2 EL Olivenöl
Lauge:
- 800 ml Wasser
- 3 gehäufte EL Natron
- Sesam, grobes Salz, Kümmel , geriebenen Käse
Zubereitung:
Aus den Teigzutaten einen geschmeidigen Hefeteig herstellen (evtl. noch Wasser zugeben) und zugedeckt so lange stehen lassen, bis sich der Teig sichtbar vergrößert hat. Teigstücke formen – Stangen, Brezeln und Brötchen. Ofen auf 180°C vorheizen. Blech mit Backpapier belegen. Wasser in einem Topf aufkochen lassen, Topf von der Kochstelle nehmen und Natron langsam einrühren (Lauge sprudelt). Topf wieder auf die Herdplatte stellen und köcheln lassen. Das aus dem Teig geformte Gebäck mit einer Schaumkelle ca. 10 Sekunden in die Lauge tauchen (Teigstück schwimmt) danach auf das Backblech geben und nach Laune mit Sesam, grobem Salz, Kümmel oder Käse bestreuen und mit einem Messer ca. 1 cm tief einschneiden. Gebäck ca. 20 Min. backen.
Guten Appetit !