Ludwigsburg, 19. November 2008.
Fast jeder vierte Arbeitnehmer in Europa leidet an arbeitsbedingtem Stress. Das ergab eine Studie der Europäischen Beobachtungsstelle für berufsbedingte Risiken in Bilbao, Spanien. Zudem seien vermutlich bis zu 60 Prozent aller Fehltage auf Stress zurückzuführen. Der Gesundheitsreport 2007 des BKK Bundesverbandes kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Danach haben sich psychisch bedingte Fehltage der BKK Mitglieder seit 1980 verdoppelt – auf insgesamt 126 Tage je 100 Pflichtmitglieder. Bei Männern beträgt die Zunahme 71 Prozent, bei Frauen liegt sie sogar bei 91 Prozent.
Ein alarmierender Trend, dem die mhplus BKK mit einem eigens für Führungskräfte und Entscheidungsträger entwickelten Präventionsseminar entgegenwirken will. Der eineinhalbtägige Kurs richtet sich an Menschen, die erste Symptome eines „Burnout“ (engl.: „ausgebrannt“) an sich feststellen – und trifft damit offenbar genau ins Schwarze: Alle Seminare sind stets innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. Über neue Termine im Jahr 2009 können sich Interessierte ab Dezember unter www.mhplus-krankenkasse.de informieren.
Burnout: Wenn die Belastung überhand nimmt
Schlafstörungen, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten und eine allgemeine Unzufriedenheit, oft gepaart mit latenter Aggression: All das sind Anzeichen eines beginnenden Burnout. Derzeit liegen psychische Störungen in der Krankheitsartenstatistik des BKK Bundesverbandes auf dem vierten Platz – hinter Muskel- und Skeletterkrankungen, Verletzungen und Erkrankungen der Atemwege. Einer aktuellen Analyse des BKK Bundesverbandes zufolge gingen 2007 jedoch bereits 9,3 Prozent aller Krankentage auf psychische Störungen zurück – Tendenz steigend. „Spitzenreiter“ unter den Burnout-Betroffenen sind nach wie vor Ärzte und Lehrer, daneben leiden aber auch Angehörige anderer Berufsgruppen an dieser Form der massiven Erschöpfung, vor allem solche in verantwortlichen Positionen. „Alle wollen immer perfekt funktionieren und definieren sich irgendwann nur noch über ihre Leistung“, so Diplom-Psychologe Christoph Kottmeier, der mit dem Mediziner Dr. Laurids Kuhn und der mhplus BKK das Burnout-Seminar entwickelt hat. Finden die Betroffenen in ihrem Tun keine Erfüllung und Anerkennung mehr, wird der Leistungsdruck zu hoch und fehlt gleichzeitig ein befriedigender Ausgleich, kann es zum Burnout kommen. Nach Phasen der Erschöpfung breitet sich ein Gefühl der Sinnlosigkeit aus, gefolgt von massiven Depressionen, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden. Leidtragende sind langfristig nicht nur die psychisch Erkrankten und deren Angehörige. Auch die Arbeitgeber sind betroffen. Denn während normale Ausfallzeiten im Schnitt bei 12,2 Kalendertagen liegen, sind psychisch Erkrankte immerhin fast 31 Tage lang dienstunfähig. Das verursacht den Unternehmen hohe Kosten. Schätzungen zufolge betrugen sie 2002 in den damals 15 EU-Ländern rund 20 Milliarden Euro.
Rechtzeitig Wege aus der Krise suchen
Damit es erst gar nicht zu einer schweren Depression mit psychosomatischen Krankheitsbildern kommt, bieten die Burnout-Seminare der mhplus zu einem frühen Zeitpunkt Hilfe an – sobald sich erste Symptome zeigen. In hinsichtlich Alter, Geschlecht und Beruf gemischten Gruppen von zehn bis zwölf Personen steht zu-nächst „Ursachenforschung“ auf dem Plan. „Die Teilnehmer sind, wenn sie ins Seminar kommen, oft schon völlig isoliert. Für sie gibt es nur noch ihre Arbeit und die Sinnkrise, in der sie stecken. Sie laufen wie in einem Hamsterrad und finden keinen Ausweg“, erklärt Christoph Kottmeier. Im Kurs lernen die Teilnehmer, eine neue Sicht auf ihr Leben zu gewinnen, Burnout-Symptome als nützliche Warnhinweise zu deuten und eigene Wege aus der belastenden Situation zu finden. Der Austausch in der Gruppe regt sie dabei an, ihre Potenziale zu erkennen und diese für eine erfüllende berufliche und persönliche Lebensgestaltung zu nutzen. „Gerade ein Außenstehender erkennt Dinge oft besser als der Betroffene selbst. Zudem haben alle in der Gruppe das gleiche Problem, keiner steht damit alleine da – auch das hilft jedem Einzelnen schon ein ganzes Stück weiter“, so Dr. Laurids Kuhn. Nach drei Pilotseminaren ziehen er und sein Kollege Kottmeier eine positive Bilanz: „Die Teilnehmer gehen gestärkt aus den Kursen und sind motiviert, ihr Leben neu in die Hand zu nehmen.“
Die mhplus im Profil
Die mhplus BKK mit Hauptsitz in Ludwigsburg wurde 1952 ge-gründet und ist seit 1.9.1999 für gesetzlich Versicherte geöffnet. Etwa 900 Be-schäftigte betreuen an 19 Standorten rund 560.000 Versicherte. Neben individu-eller Betreuung bietet die Kasse umfangreiche Mehrleistungen an. Unabhängige Tests bestätigen deren Qualität: Zuletzt bewertete der GKV Branchenmonitor 2007 die Beratungs- und Serviceleistungen der mhplus mit Bestnoten. Der allge-meine Beitragssatz beträgt 14,6 Prozent (zuzüglich gesetzlicher Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent).
Diese Pressemitteilung zum Download, weitere Informationen sowie den Online-Presseverteiler finden Sie auch unter www.prco.de/mhplus.
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