Tomatenfarbstoff & Co. halten gesund
Sekundäre Pflanzenstoffe geben Pflanzen ihre Farbe oder den Geruch, haben aber außerdem noch zahlreiche Eigenschaften, die zur Stärkung der Gesundheit beitragen.
Der Körper benötigt Schutz
Sekundäre Pflanzenstoffe können eine ganze Reihe von gesundheitsfördernden Eigenschaften aufweisen: das Immunsystem stimulieren, den Blutzuckerspiegel beeinflussen, als Antioxidantien sogenannte freie Radikale abfangen, Entzündungen hemmen, den Cholesterinspiegel senken und antibakteriell wirken, sogar gegen Krebs sollen sie wirksam sein. Zu dieser Gruppe von Wirkstoffen gehören beispielsweise Sulfide, Flavonoide, Phytosterole und auch Carotinoide.
Dominantes Carotinoid der Tomate
Besonders gesund ist die Tomate. Mithilfe ihrer Inhaltsstoffe kann der Körper gefährliche Schadstoffe besser abwehren und sich vor Krankheiten schützen. Als bedeutender Schutzstoff dieser Frucht gilt Lycopin, das Carotinoid, das dem feuerroten Gemüse die Farbe gibt. Ob es das Lycopin alleine ist, das die Tomate so wertvoll macht, lässt sich noch nicht eindeutig sagen. Aber etliche Studien haben bewiesen, dass Menschen, die viele Tomaten essen, besser vor krankhaften Veränderungen der Zellen geschützt sind.
Um die Gesundheit zu stärken, gehören Tomaten regelmäßig auf den Speiseplan. Lycopin ist zwar auch in Wassermelonen, in der Pink Grapefruit, der Papaya und der Guave enthalten, jedoch nur in unerheblichen Mengen. Tomaten sind hier eindeutig die wichtigste Quelle, wobei sich Lycopin hauptsächlich in der Schale dieser Frucht befindet.
Überleben sekundäre Pflanzenstoffe Topf und Pfanne?
Viele wichtige Pflanzeninhaltsstoffe sind hitzeempfindlich und nehmen, wie so manches Vitamin, beim Kochen Schaden. Hinlänglich bekannt ist aber auch, dass unser Organismus aus rohen Karotten das Betakarotin nicht so gut aufnehmen kann. Die Zellwände des rohen Gemüses sind so fest, dass die Vitalstoffe nicht ausreichend freigesetzt werden. Wird dieses Gemüse hingegen gekocht, können wir das wichtige Karotin nahezu vollständig verwerten. Optimiert wird das Ganze dann noch durch die Zugabe von Fett.
Auch den Wirkstoff Lycopin nimmt der Körper in verarbeiteten Produkten besser auf. Tomatensaft, Ketchup oder Tomatensoße sind somit bessere Quellen als das rohe Gemüse. Durch den Verarbeitungsprozess wird das Lycopin sozusagen aus den Pflanzenzellen herausgelöst, wodurch es vom Körper besser aufgenommen werden kann. Empfehlenswert bleiben Karotten und Tomaten aber trotzdem auch in rohem Zustand.
Praxisempfehlung
Konkrete Empfehlungen für die mengenmäßige Zufuhr von Lycopin sind aufgrund der derzeitigen Datenlage noch nicht möglich. Gerechtfertigt ist aber der Rat, dass Tomaten und tomatenhaltige Produkte, d. h. Tomaten auf dem Brot, in der Suppe und Soße bzw. als Salat, täglich oder zumindest mehrmals in der Woche den Speiseplan bereichern sollten.
Wie alle natürlichen Lebensmittel ist die Tomate nicht nur Quelle für einen wertvollen Inhaltsstoff, es stecken auch weitere Schutzstoffe in ihr. Die Kombination von Lycopin, Carotinoiden, Flavonoiden, Phytosterolen und Vitaminen machen die Tomate erst perfekt. Wie bei allen natürlichen Lebensmitteln beruht der schützende Effekt auf der Vielfalt der Inhaltsstoffe und deren möglichem Zusammenspiel. Dies wird bei einer isolierten Aufnahme, beispielsweise über Nahrungsergänzungsmittel, nie berücksichtigt.
Ideen der Lebensmittelchemiker?
Selbstverständlich hat auch die Lebensmittelindustrie den Nutzen und die Chance einer guten Vermarktung sekundärer Pflanzenstoffe entdeckt. Heute gibt es eine ganze Reihe sogenannter funktioneller Lebensmittel, die mit sekundären Pflanzenstoffen angereichert werden und so gesundheitlichen Zusatznutzen bieten sollen. Dazu zählt beispielsweise Margarine mit Phytosterinen, die den Cholesterinspiegel senken.
Wie schon angesprochen, gibt es aber eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe und es ist noch nicht bekannt, in welcher Kombination sie in den Pflanzen wirken und vorkommen. In Form von Tabletten oder als Anreicherungen wird man diese Eigenschaften nicht nachahmen können.
Letztendlich hilft nur fleißiges Essen von Obst und Gemüse. Denn die Natur ist das beste „Functional Food“. Grundsätzlich sollte beachtet werden, dass Gemüse reichhaltiger an sekundären Pflanzenstoffen ist als Obst.