Unser Gehirn reagiert darauf, was wir essen und trinken
Es arbeitet deutlich besser, wenn es optimal versorgt wird, denn eine ganze Reihe von Nährstoffen bringt unsere grauen Zellen mächtig auf Trab.
Übertriebene Hoffnung ist jedoch fehl am Platz – eine Einstein-Diät fürs Superhirn gibt es nicht – niemand kann sich einen Intelligenz-Quotienten (IQ) von 140 anfuttern.
Doch die richtige Ernährung kann dazu beitragen, dass wir unser Gehirnpotential optimal nutzen. Bestimmte Lebensmittel fördern das Konzentrationsvermögen, beschleunigen die Auffassungsgabe oder zünden zuweilen Gedankenblitze.
Kohlenhydrate
Unsere grauen Zellen brauchen Kohlenhydrate
Um denken zu können, benötigt unser Gehirn Glucose, denn obwohl es nur zwei Prozent des Körpergewichts ausmacht, liegt sein Energieverbrauch bei 20 Prozent der Gesamtkalorien. Das heißt aber keinesfalls, dass nur Schokolade, Bonbons oder reiner Zucker die Konzentration stärken und den Verstand wecken. Ganz im Gegenteil: Große Mengen leicht verfügbarer Zucker aus Süßigkeiten strömt ins Blut und zwingt den Stoffwechsel dazu, ihn schnellstmöglich zu verarbeiten. So klettert der Blutzuckerspiegel zwar kurz und steil in die Höhe, fällt dann aber rapide ab, was wiederum einen Einbruch der Leistungsfähigkeit nach sich zieht.
Dagegen halten komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und manchen Gemüsesorten lange vor. Der Körper baut diese ganz allmählich zu Glucose ab und kann das Gehirn somit kontinuierlich füttern. Die ist ideal für Konzentration und Ausdauer, längere Autofahrten oder wichtige Besprechungen. Für die optimale geistige Fitness ist eine ausgewogene Kombination von Kohlenhydraten wichtig, von denen ein Teil rasch, der andere langsam verdaut wird. Nachts lebt unser Körper von seinen Vorräten. Das Herz muss schlagen, die Lunge atmen, das Gehirn träumen.
Folglich herrscht morgens Ebbe im Kohlenhydratspeicher. Höchste Zeit für ein gesunde Mischung von Kohlenhydraten. Ein Frühstück aus Vollkornbrötchen mit Marmelade und Honig oder Getreidemüsli mit süßen Früchten ist da ideal. Weiter Kohlenhydratlöcher lauern am Vormittag und am Nachmittag. Diese sind am besten mit Obst, denn sein Zucker aktiviert die Nervenzellen zu überbrücken.
Vitamine
Vitamine sind Katalysatoren für Geistesblitze
Damit unser Gehirn die aufgenommenen Kohlenhydrate in Energie umsetzen kann, braucht es bestimmte Vitamine, zum Beispiel B1. Das finden wir in Nüssen, Getreide, Trockenfrüchten und Schweinefleisch. Jedoch reichen im Sinne einer gesunden, ausgewogenen Ernährung zwei- bis dreimal Fleischmahlzeiten pro Woche. Das ebenso wichtige Vitamin B2 steckt in Gemüse, Obst, Fleisch, Milch und Milchprodukte.
Mit Hilfe von Vitamin B2 baut der Körper eine Schutzschicht um die Nervenstränge auf. So bringt ein „Intelligenz-Shake“ aus Milch und Früchten einen klaren Kopf. Denn Milch macht nicht nur müde Menschen, sondern auch schlappe Gehirnzellen wieder munter.
Der Volksmund weiß es ganz genau
Nüsse sind Gehirnnahrung
Nüsse enthalten vieles, was dem Gehirn gut tut. Sowohl die Walnuss, die unserem Gehirn so verblüffend ähnlich sieht, als auch Mandeln, Erdnüsse, Cashewkerne & Co werden vom Gehirn geschätzt. Ihr Vitamin E beispielsweise schützt die Gefäße und damit das Gehirn vor Verkalkung.
Die Vitamine der B-Gruppe nützen wie schon erwähnt direkt den Nervenzellen. Nüsse sind damit ideale "Grundnahrungsmittel" des Gehirns. Mit der Energie der Nüsse, die im Fettanteil stecken, können die Gehirnzellen jedoch nichts anfangen.
Schlau durch Wasser
Rechtzeitiges und ausreichendes Trinken fördert die Hirnleistung
Neben der Atmung ist das Trinken die wichtigste lebenserhaltende Maßnahme. Ohne Nahrung kann der Mensch eine ganze Zeit lang überleben, ohne Wasser aber nur wenige Tage. Schon nach kürzester Zeit des Wassermangels kommt es zu nachlassender Hirnleistung, die sich durch Müdigkeit, Aufmerksamkeitsdefizite, Merk- und Konzentrationsstörungen usw. bemerkbar macht.
Studien haben gezeigt, dass Schüler die viel trinken die besseren Noten haben. Wasserentzug führt zu verminderter Arbeitsfähigkeit, erhöhter Fehlerquote und steigendem Unfallrisiko. Einem "ausgetrockneten Kopf" fällt es schwerer, sich zu konzentrieren und Informationen zu merken. Die Komplexität des Denkens und Planens geht verloren, was beispielsweise beim Sprechen und Schreiben zum Ausdruck kommt. Ein großes Problem ist, dass die Betroffenen den Wassermangel oft gar nicht bemerken, denn gerade in Stresssituationen wird ein Durstgefühl einfach unterdrückt.
Durst ist aber ein Warnsignal für einen bereits bestehenden Wassermangel. Sinnvoll ist es zu trinken bevor der Durst entsteht. Die Folgen eines Flüssigkeitsverlustes treten nämlich am stärksten am Folgetag auf. Das bedeutet, dass es überhaupt nichts bringt, am Abend mehr zu trinken, um die Verluste des Tages auszugleichen. Wichtig ist deshalb nicht nur eine ausgewogene Tages-Gesamtwasserbilanz, sondern auch eine gleichmäßige Verteilung der Trinkmenge über den Tag zu haben.
Erwachsene sollten daher täglich 1,5 bis 2 Liter Mineralwasser, Früchte-/Kräutertee oder Saftschorlen im Verhältnis 2:1 (Wasser:Saft) trinken, bei Hitze oder sportlicher Aktivität auch deutlich mehr.
"Brain Food" kaufen?
Macht es Sinn, spezielles "Brain Food" zu kaufen?
Der Begriff Brain Food hat einen schlechten Ruf bekommen. Das liegt daran, dass es findigen Geschäftemachern immer wieder gelingt, gutgläubigen Menschen inhaltsleere Pillen oder gewöhnlichen Honig als Nahrung fürs Gehirn zu verkaufen. Zu horrenden Preisen versteht sich.
Diese Art von "Brain Food", quasi kostspielige Wundermittel, kann man sich getrost sparen. Es bleibt aber die Tatsache, dass das Gehirn auf die Ernährung reagiert.
Bedarfsorientiert essen
Für eine optimale Hirnleistung
Für optimale Hirnleistung ist es auch wichtig an den Bedarf orientiert zu essen. Braucht beispielsweise ein Auto Diesel, sollten kein Super getankt werden. Auch der Mensch sollte sich nicht ernähren wie ein Waldarbeiter, wenn er den ganzen Tag nur vor dem Computer sitzt. Und umgekehrt.
So gibt es Nahrungsmittel wie Sahne, Eier oder Schokolade, die Schreibtischarbeiter sparsamer verbrauchen sollten. Kaltgepresste Öle, Obst und Gemüse oder Fisch helfen dagegen dem Gehirn, seine Leistung zu entfalten. Eine gesunde Abwechslung in der Nahrungsauswahl kommt nicht nur dem Gehirn, sondern dem ganzen Organismus zugute. Brian Food ist also kein unbedingt organspezifisches Essen, sondern dem gesamten Organismus zuträglich.
Abwechslung bleibt einfach die wichtigste Regel und dabei sollte die Mehrzahl der bevorzugten Lebensmittel so naturbelassen wie möglich sein, denn nur dann sind auch alle Nährstoffe am besten erhalten.
Rezept-Tipp
Folgendes Rezept ist ein ideales Zwischendurch für Vieldenker, denn es enthält verschieden verfügbare Kohlenhydrate und wertvolle Vitamine aus Nüssen. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit eine gute Alternative zu Plätzchen und Co.
Apfelbrot
- 400 g Äpfel fein geraspelt
- 100 g Zucker oder Honig
- 1 Päckchen Vanillezucker
zusammen 4 Stunden ziehen lassen
- 200 g getrocknete Pflaumen grob zerkleinert
- 2 Essl. Obstler
- 250g Weizenmehl Typ 1050
- 1 Päckchen Backpulver
- 100 g Haselnüsse/Mandeln
- 100 Walnüsse grob zerkleinert
- 1 Essl. Kakao
- 1 Tl Zimt
- 5 Tropfen Bittermandelöl
Zubereitung:
Mehl mit Backpulver mischen, dann die restlichen Zutaten dazugeben und die Masse mit dem Mehl zügig vermischen. Alles in eine gefettete Kastenform eindrücken und bei 180 Grad eine gute Stunde backen.
105 kcal pro Stück (50g)
Guten Appetit!
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