Übergewicht und Diäten

Übergewicht und Diäten

Tipps 

Tipps und Wissenswertes rund um das Thema Diäten.

Diäten sind in aller Munde - doch was steckt hinter den einzelnen Programmen?Und warum sind manche Menschen schlanker als andere obwohl sie das selbe zu sich nehmen? Erfahren Sie es hier.

Risiken durch Übergewicht

Übergewicht ist immer ungünstig - am Bauch jedoch besonders

Mit zunehmendem Bauchumfang steigt das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Herzkreislauferkrankungen

Auch wenn der Body-Mass-Index (BMI)*, eine international übliche Formel zur Feststellung des Körpergewichts sich noch in tolerablem Rahmen befindet, kann trotzdem ein erhöhtes Gesundheitsrisiko vorliegen.

Das ist der Fall, wenn Körperfett sich besonders am Bauch ablagert. Anders als die "subkutanen", also direkt unter der Haut liegenden Fettpolster an Hüfte oder Schenkeln, zeugt ein dicker Bauch vor allem von einem Übermaß an "viszeralem" Fett. Dieses Eingeweidefettgewebe liegt verborgen und umkleidet die inneren Organe.

Gefährlich ist es, weil es seine Fette direkt an die Leber abgibt. Von dort gelangen sie ins Blut, schleppen Cholesterin sowie gerinnungshemmende und entzündungsfördernde Signalstoffe mit, die sich an den empfindlichen Gefäßwänden ablagern und Entzündungen auslösen - Arteriosklerose entsteht aber auch das Risiko für Diabetes steigt, da Insulin gehemmt wird. Zuviel Speck in der Körpermitte ist daher ein sehr bedeutsamer unabhängiger Risikofaktor und oft aussagekräftiger als das Gesamtkörpergewicht.

Waist-to-Hip-Ratio

Als Waist-to-Hip-Ratio (WHR), zu deutsch Taille-Hüft-Quotient, wird das Verhältnis zwischen Taillen- und Hüftumfang angegeben. Es sollte bei Männern kleiner als 1,0 und bei Frauen kleiner als 0,85 sein. Die Ergebnisse der „IDEA"-Studie, an der rund 6.000 Allgemeinmediziner mit etwa 170.000 Patienten aus 63 Ländern teilgenommen haben, bestätigen die bedeutende Rolle der Bauchumfangmessung.

Vor allem bei der Identifikation von Menschen mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen liefert sie zuverlässigere Erkenntnisse als die „herkömmlichen" Methoden wie die Messung von BMI, Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten. Das Manko vom BMI-Index ist, dass er nichts aussagt über die Fettverteilung bzw. das gesamte Fett im menschlichen Körper.

Wie wird gemessen?

Um den Waist-to-Hip-Wert zu berechnen, wird im Stehen der Taillenumfang auf Höhe des Bauchnabels gemessen. Der Hüftumfang wird an der breitesten Stelle der Hüfte gemessen, wobei das Maßband den Körper nur locker umschließen sollte. Anschließend wird der Taillenumfang durch den Hüftumfang geteilt. Der Idealwert für Frauen liegt bei 0,7 und bei Männern bei 0,9.

Doch auch ohne viel Rechnerei lässt sich eine mögliche Gefährdung feststellen: Liegt der Bauchumfang bei Frauen über einem Wert von 88 cm oder bei Männern über 102 cm, so weist dies bereits auf ein erhöhtes Gesundheitsrisiko hin. Zu diesem Ergebnis kam auch die deutsche „DETECT“-Studie, an der über 3.000 Hausärzte mit 55.000 Patienten teilnahmen. Patienten mit Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Herzkrankheiten haben einen dickeren Bauch als Gesunde.

Im Gegensatz dazu signalisiert ein günstiger Wert auch körperliches Wohlbefinden. Wer auf die richtige Verteilung des Körperfetts hinarbeitet, kann seinen Blutdruck senken, das Herz entlasten und das Risiko einer Diabeteserkrankung mindern.

Fettabsaugen nützt nicht

Wer glaubt er könnte mit schönheitschirurgischen Methoden dem Bauchspeck ein Schnippchen schlagen, der ist im Irrtum. Damit lässt sich nur Unterhautfettgewebe entfernen, auf das gefährliche Eingeweidefett hat dies keine positive Wirkung. Studien an der Washington University haben gezeigt, dass das Absaugen von zehn Kilo subkutanem Fett bei übergewichtigen Frauen die Blutfettwerte nicht verbesserte.

Bewusstes Essen bringt Erfolg

Verliert man die gleiche Masse Fett durch Ernährungsumstellung und Sport, dann schrumpfen auch die viszeralen Fettzellen, womit geringere Mengen an gefährlichen Substanzen produziert werden. Auch die Art der Ernährung hat einen Einfluss darauf, ob der Speck sich an die Hüfte heftet oder im Bauchraum versackt.

Es gibt deutliche Hinweise, dass bei Denjenigen, die ihre Energie durch Weißbrot, Pasta und andere schnell verdauliche Kohlenhydrate aufnehmen überproportional Fett in der Körpermitte ansammeln. Hingegen können Personen, die sich von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ernährten, ihre Form deutlich besser wahrten.

Auch Alkoholgenuss scheint die Fettansammlungen zu beeinflussen, dabei wird durch ordentliche Alkoholexzesse eher Eingeweidefett eingelagert als bei moderatem, regelmäßigem Konsum. Hochprozentiges hat wiederum größeren Einfluss als beispielsweise Wein. Bier hingegen soll keinen Einfluss auf das viszerale Fettgewebe haben.

Besser „Birne“ als „Apfel“

Im Volksmund gibt es das Sprichwort, sich davor zu hüten Äpfel mit Birnen zu vergleichen.  Im Fall der Beurteilung eines gesundheitlichen Risikos durch Übergewicht ist das anders.

Sitzen die Fettpolster an Po, Hüften und Oberschenkeln, spricht man vom so genannten Birnentyp, der vor allem bei Frauen vertreten ist. Dieser hat zwar Schwierigkeiten, gegen die Fettpolster in den Problemzonen anzugehen, dafür jedoch ein geringeres Gesundheitsrisiko. Der runde Bauch, das Merkmal des Apfeltyps birgt dagegen wie schon ausgeführt ein hohes Potential für Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. Übergewichtige Männer tendieren meist zur „Apfelform“, bei Frauen hingegen kommt die „Birnenform“ häufiger vor.

Kommen zu dem Bauchumfang noch weitere Faktoren, verstärkt sich das Risiko für ernste Erkrankungen. Besteht die Kombination eines erhöhten Bauchumfangs, erhöhten Blutzuckers, veränderter Blutfettwerte und Bluthochdruck, nennt man das die „4 B“. Damit erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich. Bislang ist das  Zusammenspiel dieser so genannten kardiometabolischen Risikofaktoren in der Öffentlichkeit noch nicht sehr bekannt.

*BMI

Der Body Mass Index berechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern: BMI = kg/m2 Der BMI sollte nur als ungefährer Anhaltspunkt zur Beurteilung des Körpergewichts herangezogen werden. Mit steigendem Alter werden die Grenzen fließender und größere Toleranzen werden zugelassen.

Ausführliche Infos zum BMI finden Sie hier

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