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Eine gesunde Ernährung ist wichtig für unser Wohlempfinden! Deshalb haben wir hier viele nützliche Tipps und Ratschläge rund um das Thema Ernährung zusammengestellt.

Maßvoller Umgang mit Süßigkeiten

Hunger auf Süßes liegt in den Genen

Kinder und auch Erwachsene essen gerne Süßes – ganz egal, aus welchem Kulturkreis sie stammen.

Genmutation erhöht Lust auf Süße

Eine Vorliebe für Süßes ist angeboren, denn schon Säuglinge signalisieren bei süßem Geschmack Wohlbefinden. Bei manchen Menschen kann diese Vorliebe allerdings stärker ausgeprägt sein. Dies legt zumindest eine Untersuchung kanadischer Forscher zum Ernährungsverhalten gesunder und zuckerkranker Menschen nahe.

Demnach nehmen Diabetes-Patienten etwa 12 % mehr Zucker zu sich als gesunde Menschen (Physiol. Genomics 2008, 33, S. 355). Der Grund dafür soll eine Genmutation sein, die sich im Glukose-Transportmolekül niederschlägt. Es wird unter anderem in der Bauchspeicheldrüse und im Gehirn gebildet. Es sorgt dafür, dass Zucker in Form von Glukose in die Zellen des Körpers aufgenommen werden kann, und ist gleichzeitig für die Bestimmung des Glukosegehalts im Blut notwendig.

Beeinträchtigt eine Mutation die Funktion dieses Glukose-Transporters, kann der Körper den Blutzucker nicht mehr korrekt messen. „Deshalb nehmen die Betroffenen mehr Zucker über die Nahrung zu sich, obwohl eigentlich genügend davon im Blut vorhanden ist“, erklärt Prof. Otto-Albrecht Müller vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) (www.internisten-im-netz.de).

Diese Ergebnisse liefern damit auch eine mögliche Erklärung dafür, warum manche Menschen anfälliger für übermäßiges Essen und damit für Übergewicht sind. Trotzdem sollten die Gene keine Ausrede für Übergewicht werden, warnt der Stoffwechselspezialist. Jeder Mensch könne sein Körpergewicht über die Ernährung und ausreichend Bewegung regulieren.

Was bewirkt Zucker im Körper?

Zuckermoleküle aus der Nahrung gelangen sehr schnell als Glukose (Traubenzucker), zu der sie von den Darmenzymen zerlegt wurden, über die Darmwand ins Blut. Damit erhöht sich der Blutzuckerspiegel und regt die Insulinausschüttung an.

Die Aufgabe des Hormons Insulin besteht wiederum darin, eine Überzuckerung des Körpers zu verhindern. Es dockt an der Zellwand an und bewirkt, dass die Zuckermoleküle aus dem Blut in die Zellen gelangen. Dort werden sie zur Energiegewinnung genutzt. Ist mehr Zucker vorhanden als benötigt wird, beginnt die Zelle damit, den Energieträger in Fett umzuwandeln und zu speichern. Befindet sich viel Zucker im Blut, wird auch viel Insulin ausgeschüttet. Daraus resultiert, dass der Zuckerspiegel unter den Normalwert sinkt. Die Folge ist: Hunger. Wird dieser Hunger wieder mit Süßigkeiten gestillt, kommt es erneut zu einem rapiden Blutzuckeranstieg und dies führt wieder zu einer vermehrten Insulinausschüttung. Damit wird einer Spirale von Hunger, Essen und wieder Hunger Tür und Tor geöffnet.

Zucker wird somit zum Hauptfeind von Übergewicht und Diabetes, da die Bauchspeichedrüse langfristig mit der Insulinproduktion überfordert ist. Folgekrankheiten des Übergewichts sind aber nicht nur Diabetes, sondern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierensteine, Fettstoffwechselstörungen, Gicht, Gelenkschäden und einiges mehr. Diese Krankheiten werden immer häufiger, denn der Anteil der Übergewichtigen steigt in Deutschland und in anderen Ländern stetig an.

Wie viel Süßes ist okay?

Ein Leben ohne Süßigkeiten ist in unserer Gesellschaft unvorstellbar und auch nicht nötig. Problematisch werden Süßigkeiten oder süße Speisen nur, wenn damit ein Großteil des Energiebedarfs gedeckt wird. Für Lebensmittel, die dem Körper notwendige Nährstoffe liefern, ist dann nur noch wenig Platz.

Kleine Mengen Zucker oder Süßigkeiten sind kein Problem, wenn ansonsten die Ernährung stimmt. Täglich Obst, Gemüse, Getreide und Milchprodukte sollten selbstverständlich sein. Daher ist es auch ganz in Ordnung, einem gelegentlichen Verlangen nachzukommen. Experten empfehlen, nicht mehr als 10 % des täglichen Energiebedarfs in Form von Zucker zu decken. Damit ist selbstverständlich auch der versteckte Zucker in Lebensmitteln gemeint.

Bei einem Tagesbedarf von 2.000 Kilokalorien wären das 50 Gramm Zucker (200 kcal : 4 kcal/Gramm). Diese sind enthalten in 25 Gummibären, zwei Gläsern Limonade oder einem Schokoriegel. Wichtig ist auch, dass nicht zu jeder Tageszeit zuckerhaltige Lebensmittel gegessen werden.

Am besten ist es, nach den Hauptmahlzeiten zu naschen. Dann ist man sowieso satt und kommt nicht in Versuchung, übermäßig viel Süßes zu essen. Außerdem können danach die Zähne geputzt werden, denn auch die Gefahr für Karies steigt mit häufigem Naschen.

Alles Zucker!

Um die tägliche Zuckeraufnahme zu minimieren, ist es wichtig, diesen Inhaltsstoff in den Lebensmitteln zu erkennen. Mithilfe der Zutatenliste ist das möglich.

Aber leider gibt es zahlreiche Stoffe, die nicht auf den ersten Blick als Zucker zu erkennen sind: Denn der Energieträger verbirgt sich hinter vielen verschiedenen Namen. Daran gilt es zu denken, denn sogar bestimmte Lebensmittel, die einen gesundheitlichen Nutzen versprechen und sich Vollwertigkeit auf die Fahnen schreiben, können trotzdem viel Zucker enthalten. Dies ist besonders häufig bei „Kinderlebensmitteln“ der Fall.

Zucker und seine Namen: Auf einen Blick

Saccharose = Haushaltszucker
Glukose = Traubenzucker
Glukosesirup = Traubenzucker und Wasser
Dextrose = Traubenzucker
Invertzucker = Trauben- und Fruchtzucker
Maltose = Malzzucker
Fruktose = Fruchtzucker
Laktose = Milchzucker

(Quelle: aus „Lust auf Süßes“ – Verbraucherzentrale)

Mit gutem Beispiel voran

Glaubwürdig können Bemühungen um ein gesundes bzw. gesünderes Essverhalten z. B. bei Kindern nur sein, wenn man selbst einen maßvollen Umgang mit Süßigkeiten vorlebt.

Süßschwelle reduzieren

Wenn man darauf achtet, dass die „süßen Sachen“ nicht zu süß schmecken, ist die Wahrscheinlich nicht gering, dass man sehr süße Lebensmittel überhaupt nicht mag – das verbirgt sich hinter dem Begriff „Süßschwelle reduzieren“. Daher sollte schon bei der Kuchen- und Süßspeisenzubereitung darauf geachtet werden, die Zuckermengen so gering wie möglich zu halten.

Untersuchungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund haben nämlich gezeigt, dass viele Kinder auch mit mäßig gesüßten Lebensmitteln zufrieden sind. Am einfachsten ist es daher, wenn sie erst gar nicht an intensive Süße gewöhnt werden.

Die Erziehung zu einem maßvollen Umgang mit Süßigkeiten ist daher ein entscheidender Aspekt: Es gilt, natürliche Süße zu nutzen – denn mit von Natur aus süßen Lebensmitteln wie Obst und selbst gemachten Süßspeisen lässt sich das Bedürfnis nach Süßem vielfach schon befriedigen.

Obst, Trockenfrüchte und selbst gemachte Kuchen oder Süßspeisen haben den Vorteil, dass sie wichtige Nährstoffe liefern. Und noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Süßungsmittel, die einen Eigengeschmack haben, wie Honig, Dicksäfte oder Vollrohrzucker, werden automatisch geringer dosiert!

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