Diagnostik von Rückenschmerzen.

Therapieentscheidung gemeinsam mit Ihrem Arzt treffen.

Jeder ärztlichen Entscheidung geht eine Diagnostik voraus, d.h. einer umfassenden Untersuchung seitens des Arztes, die die

  • Anamnese (die Erhebung der Krankengeschichte)
  • körperliche Untersuchung (z.B. Abtasten)
  • ggf. apparative Untersuchung und Laboruntersuchung (z.B. CT)
  • ggf. Funktionsuntersuchungen (z. B. der Wirbelsäule)

umfasst.

Auf Basis der gesammelten Erkenntnisse trifft der Arzt gemeinsam mit Ihnen seine Therapieentscheidung.

Diagnostik-Möglichkeiten

Diagnostik beim Arzt

 

Das Arztgespräch

Zu Beginn Ihres Arztbesuchs wird der Arzt Sie körperlich untersuchen und Sie über Ihren Gesundheitszustand, speziell Ihre Schmerzen, befragen. Je genauer Sie hier objektive Angaben machen können, desto leichter fällt es Ihrem Arzt, die Diagnose zu stellen.

Vorbereitung auf Ihr Arztgespräch

Es ist daher hilfreich, sich bereits vor dem Arztbesuch auf mögliche Fragen vorzubereiten. Eine Übersicht über mögliche Fragen finden Sie hier: Leitfaden Arzt-Patient-Gespräch herunterladen

Den ausgefüllten Fragebogen können Sie dann im Arztgespräch nutzen. Er hilft Ihnen auch einzuschätzen, wie genau Ihr Arzt Ihre gesundheitliche Situation erfasst. Gegebenenfalls sollten Sie Ihren Arzt auf wichtige Informationen hinweisen.

Sie können den Arzt bei seiner Diagnostik auch unterstützen, wenn Sie bspw. anhand eines Schmerzverlaufsplanes detailliert die Entwicklung Ihrer Schmerzen darstellen können.

 


Diagnose und weiteres Vorgehen

Im Anschluss an die Diagnostik kann der Arzt über das weitere Vorgehen und die ggf. notwendige Behandlungsform entscheiden.

Grundsätzlich lassen sich folgende Behandlungsformen unterscheiden

  • symptombezogene/schmerzbezogene Behandlung
    bei akuten Rückenschmerzen
  • operative Behandlung bei Rückenschmerzen
    mit einer spezifischen, eindeutig festgestellten Ursache
  • interdisziplinäre Behandlung
    bei lang anhaltenden Rückenschmerzen ohne Nachweis einer eindeutigen Schmerzursache
  • (begleitende) psychotherapeutische Behandlung
    bei psychosomatischen Beschwerden und Anzeichen einer Chronifizierung (siehe Selbsttest)
  • (ergänzende) alternative, überwiegend nicht-medizinische Behandlungsformen
    (z. B. Wärmetherapie, Osteopathie, Physiotherapie, Massagen)

Einsatz erweiterter Diagnostik

Um organische Ursachen für die Rückenschmerzen auszuschließen, wird neben der Anamnese natürlich immer auch eine körperliche Untersuchung durchgeführt.

Keine Hinweise für körperliche Ursachen

Lassen sich keine körperlichen Ursachen für die Rückenschmerzen erkennen und ergeben sich auch keine Hinweise für eine Chronifizierung, werden in der Regel keine weiteren Untersuchungen durchgeführt.

Hinweise für körperliche Ursachen

Liegen Hinweise für (schwerwiegende) körperliche Ursachen vor (siehe „Erkrankungen erkennen“), so stehen weitere Untersuchungen an.

Zur Abklärung von z. B. entzündlichen Ursachen werden Laborwerte bestimmt.

Je nach Verdacht können auch bildgebende Verfahren zur Beurteilung z. B. der Wirbelkörper oder der Bandscheiben eingesetzt werden. Neben den normalen Röntgenaufnahmen kommen hier Computer- (CT) oder Kernspintomografie (MRT) infrage.

Zusätzlich kann zur weiteren Abklärung eine Überweisung vom Haus- an den Facharzt (z. B. Orthopäde, Neurologe) erfolgen.

Bildgebende Diagnoseverfahren sollten nur bei einem hinreichenden Verdacht zum Einsatz kommen, da eine Überbewertung von z. B. festgestellten Abnutzungserscheinungen, wie sie sehr häufig auch ohne Schmerzen vorkommen, zu einer Chronifizierung der Schmerzen beitragen kann.

Selbstdiagnostik

Recherche im Internet

Bei Beschwerden möchte natürlich jeder gerne schnell und meist auch ausführlich wissen, wo diese herkommen.

Eine beliebte Methode ist die Recherche im Internet mit anschließender Selbstdiagnose.

Bei unkomplizierten Ursachen wie Verspannungen oder Fehlhaltungen ist dies unproblematisch. Es können jedoch auch schwerer wiegende Erkrankungen als Ursache infrage kommen, die nicht übersehen werden dürfen und bei deren möglichem Vorliegen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Seien Sie bei der Recherche im Internet jedoch sehr kritisch. Vertrauen können Sie Webseiten die bspw. im Impressum oder sichtbar eine HON Zertifizierung ausweisen.

Für Recherchezwecke empfehlen wir Ihnen diese Seite

http://www.gesundheitsinformation.de