Alternative Behandlung

Welche Möglichkeiten alternativer Behandlungsformen gibt es bei Rückenschmerzen?

Oft wird bei der Behandlung von Rückenschmerzen auch auf alternative Behandlungsmethoden zurückgegriffen. Das Spektrum der dort angewendeten Methoden und Mittel ist groß. Zu den bekanntesten gehören bspw. die Homöopathie, Osteopathie, Anthroposophie oder die Akupunktur. Diese Behandlungsmethoden werden von Ärztinnen, Angehörigen anderer Heilberufe, aber auch von Laien angeboten. Deshalb sollten Sie besonders kritisch bei der Auswahl eines Anbieters sein.

Aussagekräftige wissenschaftliche Wirkungsnachweise für diese Methoden liegen bisher nicht vor, sodass alternative Behandlungsmethoden nicht allgemein empfohlen werden können. Die Anwendung einiger Methoden wird von Ärzten jedoch explizit nicht empfohlen: So soll bspw. Akupunktur nicht zur Behandlung von akuten unspezifischen Kreuzschmerzen angewendet werden.

Wir empfehlen Ihnen daher, vor der Anwendung alternativer Behandlungsformen immer auch Ihren behandelnden Arzt zu konsultieren, der die Therapie ausführlich mit Ihnen besprechen und Sie über die Wirksamkeit der Alternativen aufklären kann.

Alternative Behandlungsformen können die schulmedizinische Therapie nicht ersetzen. Zum Heilungsprozess gehört aber auch die Mitwirkung und das Vertrauen des Patienten in die Wirksamkeit einer Therapie. Deshalb können alternative Behandlungsformen in manchen Fällen durchaus eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin darstellen.

Jeder Versicherte muss sich gemeinsam mit seinem behandelnden Arzt für einen auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Behandlungsplan entscheiden. Die mhplus trägt der Vielfalt der Bedürfnisse ihrer Versicherten Rechnung und fördert daher auch den Zugang zu alternativen Behandlungsmethoden ohne finanzielle Hürden. Aktuelle Zahlen der mhplus belegen, dass alternative Behandlungsmethoden von den Versicherten häufig und gern in Anspruch genommen werden.

Ihre Grenzen haben alternative Behandlungsformen aber bei akuten, lebensbedrohlichen Notfallsituationen und bei schweren Erkrankungen, z. B. bei Tumorerkrankungen, Infektionen wie bakteriell bedingten Entzündungen von Organen, bei Knochenbrüchen und schweren Erkrankungen mit schlechtem Allgemeinzustand.

Alternative Behandlungsformen

Homöopathie

„Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden.“

Diese Aussage kann man als Definition für die Homöopathie ansehen. Im Fall der Homöopathie kann ein Arzneimittel, das bestimmte Symptome oder Krankheiten hervorrufen kann, diese auch wieder heilen. Homöopathische Mittel werden i. d. R. als Tropfen oder Kügelchen, Tabletten oder Salben verabreicht.

Bei Rückenschmerzen kann eine Therapie mit homöopathischen Mitteln in einigen Fällen durchaus Erfolge bringen, Nebenwirkungen sind eher selten. Sie sollten aber wissen, dass es auch hier keine allgemeine Empfehlung für die Anwendung bei Rückenschmerzen gibt.

Ärztliche Leitlinien äußern sich nicht zu alternativen Behandlungsmethoden. Daher gilt auch hier: Vor Beginn einer Therapie mit homöopathischen Mitteln sollten Sie immer mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen. Die Entscheidung über die Möglichkeit und Wirksamkeit einer homöopathischen Therapie in Ihrem ganz konkreten Fall kann nur Ihr behandelnder Arzt treffen.

Osteopathie

Die Osteopathie zählt zu den manuellen Behandlungsmethoden und beruht auf dem Prinzip, dass alle Teile des Körpers sowie Geist und Seele miteinander verbunden sind und in Wechselwirkung miteinander stehen. Dabei beeinflussen sich die Anteile gegenseitig und eine Störung des Gleichgewichts kann zu Beschwerden und Krankheiten führen.

Ein Osteopath mobilisiert die Selbstheilungskräfte des Körpers und verbessert durch manuelle Behandlung (Einsetzen der Hände) einer Körperstruktur die Funktion des Körpers. Die Osteopathie versucht, Bewegungseinschränkungen und Blockaden aufzuspüren und zu lösen.

Es gibt Studien, in denen die Osteopathie eine positive Wirkung bei Rückenschmerzen zeigt. Nach Ansicht einiger Experten ist die Wirksamkeit der Osteopathie bei Rückenschmerzen jedoch bisher noch nicht ausreichend nachgewiesen.

Durchschnittlich dauert eine osteopathische Behandlung rund 50 Minuten. Bei der 1. Behandlung des Patienten finden eine ausführliche Anamnese und eine eingehende körperliche Untersuchung statt. Nach spätestens 3 weiteren Behandlungen sollte eine deutliche Linderung der Beschwerden eingetreten sein.

Grundsätzlich geht man bei akuten Problemen von wenigen Sitzungen (2 bis 3) aus. Bei chronischen Beschwerden hingegen können auch mehrere Sitzungen notwendig werden. Wichtig ist, dass der Patient sich seiner wichtigen Rolle bei der Behandlung bewusst ist, da er dem Osteopathen das Erleben der Behandlung schildern muss.

In folgenden Fällen ist Vorsicht geboten:

  • Unterleibsprobleme
    Sollten Sie eine Spirale tragen und die Osteopathie bei Unterleibsproblemen in Betracht ziehen, kann dies zu Verletzungen führen. Sie sollten Ihren Osteopathen also hierüber in Kenntnis setzen.
  • Thrombosen oder Gallen- und Nierensteine
    Sollten Sie an einer dieser Erkrankungen leiden, kann die Osteopathie ebenfalls gefährlich sein.

 

Ihr LeistungsPlus

Bei Vorliegen der medizinischen Notwendigkeit beteiligt sich die mhplus an den Kosten für Ihre Behandlung.

Osteopathie auf mhplus.de

Akupunktur

Akupunktur ist eine Methode aus der traditionellen chinesischen Medizin

Die Wirkungsweise lässt sich aus dem chinesischen Verständnis von Gesundheit (Yin und Yang) erklären. Demnach ist der gesamte Organismus von einem Netzwerk aus Meridianen durchzogen, durch das Qi (die Lebensenergie) mit den Anteilen Yin und Yang fließt. Sind Yin und Yang im Gleichgewicht, so ist nach altchinesischer Auffassung ein idealer Gesundheitszustand erreicht. Im Umkehrschluss führt ein Ungleichgewicht zu körperlichen und seelischen Symptomen und auf Dauer zu Krankheit.

Bei der Akupunktur werden mittels Nadeln bestimmte Punkte auf den Meridianen gereizt und so ein Gleichgewicht von Yin und Yang hergestellt.

Akupunktur kann bei verschiedenen Krankheitsbildern zu Einsatz kommen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat hierfür eine Indikationsliste der möglichen Anwendungsgebiete zusammengestellt.

In Bezug auf Rückenschmerzen wird die Akupunktur aber nur bei bestimmten chronischen Schmerzen empfohlen, wie bspw. bei einer chronischen Lendenwirbelsäulenerkrankung. Zur Behandlung des akuten unspezifischen Kreuzschmerzes wird die Anwendung nicht empfohlen. 

Halten Sie hier bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Es gibt verschiedene Akupunkturformen, darunter 

  • traditionelle chinesische Körperakupunktur,
  • Ohr-,
  • Laser- und 
  • Elektrostimulationsakupunktur. 

Bei der modernen Akupunktur werden dünne Akupunkturnadeln in bestimmte Akupunkturpunkte (Stellen am Körper) gestochen.

Dabei kann es an der Einstichstelle warm werden und kribbeln, auch kann es zu einem dumpfen Ziehen kommen. Akupunktur wirkt nicht bei jedem gleich – es kann also sein, dass Sie mehrere Sitzungen brauchen, bis eine Wirkung eintritt. Es ist auch möglich, dass die Nadeln bei Ihnen gar nicht wirken – oder aber besonders gut.

Achten Sie immer darauf, dass Ihr Akupunkteur wirklich qualifiziert ist und dies durch ein Zertifikat belegen kann.

Ihr LeistungsPlus

Bei Vorliegen der medizinischen Notwendigkeit (chronische Schmerzen der Lendenwirbelsäule) beteiligt sich die mhplus an den Kosten für Ihre Behandlung.

Infos zur Akupunktur auf mhplus.de

Anthroposophie

Ergänzung der Schulmedizin

Die anthroposophische Medizin versteht sich als Ergänzung der Schulmedizin und beruht auf der Lehre von Dr. Rudolf Steiner (1861–1925). Grundlage ist die Annahme, dass körperliches und seelisches Leben mit der Individualität des Menschen eine Einheit bilden. Anthroposophische Arzneimittel sollen diese Balance erhalten oder wiederherstellen.

Die anthroposophische Medizin richtet sich an den individuellen geistig-seelischen Bedürfnissen des Menschen und seinem Wesen aus.

Die einzelnen „Wesensglieder“ sind nach der anthroposophischen Lehre durch

  • pflanzliche,
  • tierische und
  • mineralische Substanzen,

meist in homöopathischer Form, beeinflussbar.

Dabei werden Wirkstoffe verwendet, deren Stoffwechsel und Entstehungsgeschichte der Erkrankung ähnelt. Beispielsweise werden für die Behandlung von Tumoren bevorzugt Mittel eingesetzt, die in der Natur ein parasitäres Wachstum aufweisen.

Als nicht medikamentöse Therapie stehen die

  • Heil-Eurythmie,
  • die rhythmische Massage und
  • die Kunsttherapie

zur Auswahl.