„Jetzt konzentrier dich doch einfach mal!“

Was sich so leicht anhört, ist für das Gehirn ein wahrer Kraftakt.

Damit wir uns gedanklich ausschließlich einer einzigen Sache widmen können, müssen gleich mehrere Hirnareale zusammenarbeiten. Aber mit ein paar Tricks können wir Team Konzentration schnell und einfach unter die Arme greifen.

Viele werden das sicher kennen: Man sitzt vor dem Computer, hat ein wichtiges Projekt vor der Nase und kann sich einfach nicht konzentrieren. Die Gedanken kreisen um die kaputte Kaffeemaschine, den anstehenden Italienurlaub oder die Beziehungsprobleme der besten Freundin. Einen klaren Gedanken fassen? Fehlanzeige.

Eine gute Nachricht: Sie können eigentlich nichts dafür. Denn unser Gehirn ist ein ziemlich rastloser Geselle. Es neigt dazu, ständig hin- und herzuspringen und nach Abwechslung zu suchen. Neues schmecken, erfahren, lernen, super! Unser Hirn ist nicht darauf ausgelegt, sich über einen längeren Zeitraum auf eine Sache zu konzentrieren. Deshalb ist ihm auch jede Ablenkung herzlich willkommen. Ein klingelndes Telefon, ein leises Gespräch im Hintergrund, eine hereinfliegende Mail – schon ist der rote Faden im Kopf wie abgeschnitten.

Können wir mehrere Gedanken denken?

Wäre es da nicht schön, einfach mal zweigleisig zu fahren? Zwei oder drei Gedanken gleichzeitig denken zu können? Doch hier wird es wirklich unfair. Obwohl unser Hirn so sprunghaft ist, ist es dabei doch ziemlich unflexibel: Es kann zu einer Zeit nur einem Gedanken folgen. Kommt ein zweiter hinzu, verlieren wir den ersten. So funktioniert Ablenkung. Das erste Opfer der Ablenkung ist übrigens nicht die Konzentration. Es ist die Aufmerksamkeit. Denn Aufmerksamkeit ist die Voraussetzung für Konzentration. Dank ihrer selektiven Arbeit können wir uns auf eine einzige Sache konzentrieren und dabei die irrelevanten Sinneseindrücke zur Seite schieben. Wenn wir zum Beispiel Pilze sammeln, richten wir unsere ungeteilte Aufmerksamkeit auf den Boden und blenden alles Störende aus – wir konzentrieren uns auf das Wesentliche.

Die Zusammenarbeit von Aufmerksamkeit und Konzentration ist ein ziemlich komplexer kognitiver Prozess. So komplex, dass diese beiden Fähigkeiten nicht an einer Stelle im Gehirn verortet sind, sondern erst durch das Teamwork mehrerer verschiedener Gehirnareale entstehen können. Mit im Team ist noch der Botenstoff Dopamin, der im tiefen Inneren des Gehirns produziert wird. Er unterstützt uns dabei, unsere Aufmerksamkeit auf bestimmte Tätigkeiten zu richten und andere Sinnesinformationen auszublenden.

Ab ins Bootcamp!

Doch so ausgefuchst das Team auch arbeitet – wir können uns nur über einen gewissen Zeitraum konzentrieren. Bei den meisten Menschen sind das 90 Minuten, danach lässt unsere Konzentration naturgemäß nach. Unser Gehirn funktioniert hier wie ein Computer: Es hat nur einen bestimmten Speicherplatz für Informationen zur Verfügung. Ist er voll, geht nichts mehr. Ein Päuschen ist angesagt.

Das Tolle ist: Sie können Ihr Gehirn trainieren. Mit gezielten Übungen können Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit stärken und Ihren Datenspeicher erweitern. Sie können sich darin fit machen, sich besser zu fokussieren, unwichtige Dinge auszublenden und schneller zu lernen. Hört sich gut an? Dann ab ins Konzentrations-Bootcamp!

Versuchen Sie doch mal folgendes:

  • Suchen Sie sich einen bestimmten Buchstaben aus, beispielsweise das K. Schnappen Sie sich eine Zeitung und zählen Sie, wie oft das K in einem bestimmten Artikel vorkommt. 
  • Schreiben Sie mal einen Text von Hand rückwärts.
  • Apropos rückwärts: Versuchen Sie doch mal, das Alphabet rückwärts zu buchstabieren
  • Folgen Sie dem Sekundenzeiger einer Uhr. Wenn Sie merken, dass Sie geistig abschweifen, kehren Sie immer wieder zum Zeiger zurück und schärfen Sie Ihre Konzentration erneut. Wenn Sie eine Minute schaffen, ist das schon super!

Unser beliebtestes Spiel

 

Testen Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit bei unserem Online-Game "Radrennen".

Dieses Spiel ist bei unseren Nutzern besonders beliebt! In kürzester Zeit gilt es, den Anweisungen am unteren Bildrand zu folgen. Welche Trikotfarbe soll ausdrücklich nicht angeklickt werden? Das klingt zuerst einmal ganz leicht. Die Radfahrer werden jedoch immer schneller und die Anweisungen wechseln häufiger.

Treten Sie gegen andere mhplus-Nutzer an und knacken Sie den Highscore.

Jetzt spielen

Praktische Tipps für mehr Konzentration:

1. Reizarmer Raum

Reduzieren Sie Störquellen in Ihrem Raum: Handy aus, Internet ebenfalls, schön leise und möglichst wenig Bewegung  

2. Immer schön lüften

Für unsere Konzentration ist es wichtig, dass der Co2-Gehalt in der Luft nicht zu hoch ist. Deshalb mindestens einmal am Tag ordentlich stoßlüften, am besten gleich mehrmals.

3. Pause einlegen

Keine Konzentration ohne Pausen. Wenn Sie spüren, dass Ihr Gehirn nicht mehr aufnahmefähig ist, fahren Sie kurz mal runter. Das kann die kleine Kaffeepause sein oder auch ein kurzer Spaziergang. Wichtig: Planen Sie ebenfalls eine größere Pause ein, beispielsweise die Mittagspause. Denn kleine kurze ersetzen keine längere Pause – und die ist für Ihre Regeneration enorm wichtig.

4. Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung aus Kohlenhydraten, Eiweißen, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen stärkt die Konzentrationsfähigkeit. Sie sollten dabei jedoch darauf achten, nicht zu schwer zu essen, da ein zu voller Bauch wiederum die Konzentration beeinträchtigt. Außerdem wichtig: viel trinken!

5. Ab ins Bett

Wenn sich das Gehirn nachts nicht erholen kann, lässt seine Leistung tagsüber nach. Also: Öfter mal früh ins Bettchen gehen. Auch eine halbstündige Schlafpause tagsüber kann sich positiv auf die Konzentration auswirken. Natürlich nur, wenn Ihr Tagesablauf es zulässt.

6. Stress abbauen

Stress und Sorgen sind wahre Konzentrationsblockaden. Die Gedanken gleiten ab und verhindern, sich auf eine Sache konzentrieren zu können. Entspannungsmethoden wie Meditation und Yoga helfen jedoch, Stress abzubauen und zu sich selbst zu finden. Kleine Übung für zwischendurch: Starren Sie für ein paar Minuten die Wand an. Am besten fixieren Sie einen bestimmten Punkt und halten ihn fest. Dazu schön gleichmäßig atmen, nichts tun und möglichst wenig denken.

7. Körperliche Fitness

Auch gut für Ihre Konzentrationsfähigkeit: Ausdauersport, in regelmäßigen moderaten Einheiten. Und wenn Sie mit Freunden oder der Familie sporteln, tun sich zusätzlich noch etwas für Ihre Seele.