Befreiung von Zuzahlungen.

Erreichen Ihrer persönlichen Belastungsgrenze.

Grundsatz der gesetzlichen Krankenversicherung ist: An allen Leistungen, die die Krankenkasse zur Verfügung stellt, hat sich der Versicherte in der Regel zu beteiligen.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre sind davon befreit (Ausnahmen: Fahrkosten, kieferorthopädische Behandlung und Zahnersatz). Die mhplus BKK sieht aber so genannte Belastungsgrenzen vor, um die Versicherten vor finanzieller Überforderung zu schützen.

Weitere Informationen

Ihre Höchstbelastung

Die zumutbare Eigenbelastung eines Versicherten bzw. seiner Familie ist auf höchstens 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt begrenzt. Die individuelle Belastungsgrenze bei Alleinstehenden wird auf Basis der jährlichen Bruttoeinnahmen ohne Kürzung ermittelt.

Bei Familien werden die jährlichen Bruttoeinnahmen der im gemeinsamen Haushalt lebenden Ehepartner bzw. eingetragenen Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz und der familienversicherten Kinder zusammengerechnet. Um die Situation von Familien stärker zu berücksichtigen, werden von diesem Familieneinkommen noch Familienabschläge abgezogen, und zwar einheitlich in allen Bundesländern.

Für einige Personengruppen, z. B. Empfänger von Sozialhilfe, gelten besondere Regelungen zur Bestimmung der Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt.

Regelung für chronisch Kranke

Chronisch Kranke, die wegen einer schwerwiegenden Krankheit in Dauerbehandlung sind, müssen nur Zuzahlungen bis zu 1 % der jährlichen Einnahmen zum Lebensunterhalt leisten. Diese Zuzahlungsgrenze gilt nicht nur im Zusammenhang mit der chronischen Krankheit, sondern auch für alle anderen Zuzahlungen für ihn und seine Familienangehörigen.

Wann handelt es sich um eine schwerwiegende chronische Erkrankung?

Es handelt sich um eine schwerwiegende chronische Erkrankung, wenn mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:

  • Es liegt eine Pflegebedürftigkeit mindestens des Pflegegrades 3 oder höher nach dem zweiten Kapitel SGB XI vor.
  • Es liegt ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 60 % nach § 30 BVG oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mindestens 60 % nach § 56 Abs. 2 SGB VII vor.
  • Sie benötigen seit mindestens einem Jahr kontinuierliche medizinische Versorgung (ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Behandlungspflege, Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln), ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die aufgrund der Krankheit nach Satz 1 verursachten Gesundheitsförderung zu erwarten ist.

Erreichen der Belastungsgrenze

Erreichen Sie während des Kalenderjahres die Belastungsgrenze von 2 bzw. 1 %, prüfen wir, ob Sie für den Rest des Jahres von den Zuzahlungen befreit sind.

Bitte achten Sie darauf, dass alle Zuzahlungen quittiert werden. Wir benötigen alle Quittungen, um über eine Befreiung oder die spätere Erstattung von ggf. zu viel geleisteten Zuzahlungen zu entscheiden. Ein entsprechendes Quittungsheft stellen wir Ihnen zur Verfügung.

Zuzahlungsrechner

Regelung für Zahnersatz

Unzumutbare Belastung

Eine unzumutbare Belastung liegt vor, wenn das monatliche Bruttoeinkommen für Alleinstehende nicht höher ist als 1.134,00 Euro ist.

Dieser Freibetrag erhöht sich für

  • den 1. im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen um 425,25 EUR
  • jeden weiteren Angehörigen zusätzlich um 283,50 EUR.

Bei der Versorgung mit Zahnersatz übernehmen wir in diesem Fall 100 % der Honorar-, Material- und Laborkosten im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung. Ausgenommen davon sind Edelmetallkosten, die wir mit einem Festbetrag je Abrechnungseinheit bezuschussen.

Reichen Sie uns nach der Eingliederung des Zahnersatzes Ihre Rechnung über den geleisteten Eigenanteil ein. Wir prüfen, ob Sie eine anteilige Erstattung erhalten können.