Angebote für Angehörige.

Ihre mhplus steht Ihnen gerne zur Seite.

Zur Unterstützung von Angehörigen stehen verschiedene Leistungen zur Verfügung.
Informieren Sie sich hier über das konkrete Angebot:

Pflegekurse

Für Angehörige und andere an einer ehrenamtlichen Pflegetätigkeit interessierte Personen können Kosten für Pflegekurse übernommen werden.

Hierbei ist das Vorliegen eines Pflegegrades nicht erforderlich. Das Angebot richtet sich somit an alle Bürger.

Die Pflegekurse dienen der Sicherstellung der Qualität der pflegerischen Versorgung der zu Hause gepflegten Personen und der Erleichterung der Pflegetätigkeit.

Unfallversicherung für Pflegepersonen

Pflegepersonen sind während der Pflegetätigkeit in die gesetzliche Unfallversicherung einbezogen. Unfallversicherungsschutz besteht dann, wenn die Pflegepersonen einen oder mehrere Bedürftige mit mindestens Pflegegrad 2 an 10 Stunden wöchentlich verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tagen in der Woche pflegen.

Vertrauensschutz besteht für Personen die bis 31.12.2016 als pflegende Angehörige tätig und unfallversichert waren. Dieser entfällt, wenn die Pflegestufe des gepflegten gänzlich entfällt.

Versichert sind alle Tätigkeiten in den folgenden sechs Lebensbereichen:

  • Mobilität,
  • Kommunikation und Verhalten,
  • Selbstversorgung (Ernährung, Körperpflege..)
  • Umgang mit Therapie und Behandlung,
  • Gestaltung des Alltages,
  • hauswirtschaftliche Versorgung.

Auch die Wege von und zur Pflegestelle sind in den Unfallversicherungsschutz einbezogen.

Weitere Informationen und Ansprechpartner finden Sie auf dem Beiblatt der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung

www.dguv.de

Gesetzliche Rentenversicherung für Pflegepersonen

Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung für Pflegepersonen

Beiträge zur Rentenversicherung werden gezahlt, wenn die Pflegeperson einen Bedürftigen aus dem Pflegegrad 2-5 pflegt.

Weitere Voraussetzungen sind:

  • Die Pflegeperson ist regelmäßig nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig
  • wenigstens 10 Stunden wöchentlich wird der Pflegebedürftige gepflegt
  • auf mindestens zwei Tage in der Woche ist die Pflege regelmäßig verteilt

Das gilt nicht, wenn die Pflegeperson bereits anderweitig rentenversichert ist, zum Beispiel weil sie

  • eine Altersrente bzw. eine Pension bezieht oder
  • neben der Pflege mehr als 30 Wochenstunden anderweitig versicherungspflichtig beschäftigt oder selbstständig ist.

Bei der Rentenberechnung werden die dem Rentenversicherungsträger gemeldeten Pflegezeiten wie Zeiten einer versicherten Beschäftigung behandelt.

 

 

Gesetzliche Arbeitslosenversicherung für Pflegepersonen

Neu ist, dass Pflegepersonen ab 2017 in der Arbeitslosenversicherung versichert werden. Hierbei ist grundsätzlich erforderlich, dass unmittelbar vor der Pflegetätigkeit eine Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung bestanden haben muss oder eine Leistung nach dem SGB III (z.B. Arbeitslosengeld) bezogen wurde. Diese Regelung greift nur, sofern nicht ohnehin schon eine Absicherung in der Arbeitslosenversicherung - z.B. aufgrund einer Teilzeitbeschäftigung etc. - besteht.

Für Pflegepersonen besteht damit die Möglichkeit, nach dem Ende der Pflegetätigkeit Arbeitslosengeld zu beantragen und Leistungen der Arbeitsförderung zu beanspruch.

Leistungen bei Pflegezeit

Wer einen nahen Angehörigen wie z.B. den Ehepartner, die Eltern oder ein Kind zu Hause pflegt, kann sich von der Arbeit freistellen lassen. Ab 2015 haben Sie als Arbeitnehmer Anspruch auf eine bezahlte Pflegezeit.

1. Bezahlte Pflegezeit von 10 Tagen

Als Arbeitnehmer haben Sie ab 2015 das Recht auf eine bezahlte Pflegezeit, wenn Sie einen nahen Angehörigen in einer akut eingetretenen Pflegesituation pflegen müssen und dem Job nicht länger als 10 Tage fernbleiben. Die Pflegesituation ist nur akut, wenn sie plötzlich, also unerwartet und unvermittelt aufgetreten ist. Hierfür kommt die gesetzliche Pflegeversicherung des Angehörigen auf. Sie zahlt 90 % Ihres ausbleibenden Nettoeinkommens. 

2. Pflegezeit von 6 Monaten

Sie können sich auch teilweise oder vollständig für bis zu sechs Monate vom Job freistellen lassen. Ab 2015 haben Sie dabei das Recht auf ein zinsloses Darlehen. Der Antrag auf Förderung ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben erhältlich.

Wer sind nahe Angehörige?

Mit dem Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf hat sich auch der Kreis der nahen Angehörigen erweitert. Dazu zählen

  • Großeltern
  • Eltern
  • Schwiegereltern
  • Stiefeltern
  • Ehegatten
  • Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft
  • Lebenspartner
  • Partner einer lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft
  • Geschwister
  • Kinder
  • Adoptiv- oder Pflegekinder
  • die Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder Lebenspartners
  • Schwiegerkinder
  • Enkelkinder
  • Schwägerinnen und Schwager

Sozialversichert während der Pflegezeit

Kranken- und Pflegeversicherung

Wenn Sie sich während der Pflegezeit voll von der Arbeit freistellen lassen, können Sie sich in der Kranken- und Pflegeversicherung auf verschiedenen Wegen versichern. Zum Beispiel in der Familienversicherung beim Ehegatten. Wenn eine Familienversicherung nicht in Frage kommt, können Sie sich auch freiwillig bei der mhplus versichern.

Ist eine Familienversicherung während der Pflegezeit nicht möglich, zahlen Sie eigene Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Sie können dafür bei der Pflegekasse Ihres Angehörigen einen Beitragszuschuss beantragen. Das gilt auch, wenn Ihr Angehöriger privat pflegeversichert ist.

Arbeitslosenversicherung

Waren Sie unmittelbar vor Beginn der Pflegezeit in der Arbeitslosenversicherung pflichtversichert, übernimmt die Pflegekasse Ihres Angehörigen in der Pflegezeit Ihre Beiträge.

Rentenversicherung

Die Pflegezeit kann als Pflichtbeitragszeit in der Rentenversicherung gewertet werden. Dazu müssen Sie Ihren Angehörigen mindestens 10 Stunden verteilt auf regelmäßig 2 Tage wöchentlich pflegen. Ihr Angehöriger muss außerdem Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten.