Ein Organ bekommen.

Bangen und Hoffen.

Man kann sich nur schwer vorstellen, was es bedeutet, auf ein Spenderorgan zu warten, das vielleicht den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeutet. Für 12.000 Menschen in Deutschland, deren Namen auf einer Warteliste für ein Spenderorgan stehen, ist dies Alltag.

Der Leidensweg eines Transplantationspatienten beginnt damit, dass ein Arzt ihm oder ihr den Bedarf eines Spenderorgans attestiert. Sobald diese Notwendigkeit festgestellt wurde, erfolgt – soweit der Patient einverstanden ist – die Meldung an ein Transplantationszentrum. Dort werden die Details der Transplantation gemeinsam mit dem Patienten besprochen und vorbereitet. Dies umfasst auch umfangreiche medizinische Untersuchungen.

Ziel ist es, die Merkmale des bedürftigen Patienten möglichst genau zu erfassen, um später schnell einen passenden Spender zu finden. Alle Daten, die für die genaue Bestimmung der passenden Spender-Empfänger-Kombination notwendig sind, werden in der Datenbank der gemeinnützigen Stiftung Eurotransplant festgehalten.

Ob ein Patient auf die Warteliste kommt, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Wie hoch ist die Erfolgschance bei einer Transplantation?
  • Wie stabil ist der Gesundheitszustand des Empfängers?
  • Und inwieweit würde sich die Lebensqualität nach dem Empfang einer Spende verbessern?

Ein Organ findet einen Empfänger

Auch die Liste der verfügbaren Spenderorgane wird von Eurotransplant verwaltet.

Generell gilt:

Ein Organ wird nur entnommen, wenn

  1. der Betreffende seine Bereitschaft zur Spende auf dem Organspendeausweis deutlich gemacht hat oder in Ermangelung seines Ausweises die Angehörigen zugunsten einer Spende entschieden haben,
  2. der mögliche Spender zweifelsfrei für hirntot erklärt wurde – und zwar von zwei unabhängigen Ärzten im Abstand von mindestens zwölf Stunden und
  3. das entsprechende Organ auch tatsächlich für eine Transplantation geeignet ist.

Sobald ein Organ verfügbar ist, werden die möglichen Empfänger selektiert.

Auf Basis der Erfolgsaussichten und der Dringlichkeit wird entschieden, wem dieses Organ zugewiesen wird. Das Transplantationszentrum des möglichen Empfängers wird informiert. Sollte der vorgesehene Empfänger nicht zur Verfügung stehen (zum Beispiel weil er im Moment nicht operiert werden kann), dann wird der nächste Wartende auf der Liste kontaktiert.

Da bei einer Organverpflanzung Zeit eine entscheidende Rolle spielt, muss alles sehr schnell gehen. Die Identifikation, Kontaktaufnahme und Vorbereitung eines möglichen Transplantationsempfängers geschieht immer unter Zeitdruck. Denn je schneller ein Organ transplantiert wird, desto höher ist die Chance auf Erfolg.