Der Organspendeausweis.

Sie entscheiden ob Sie Spender sind oder nicht.

Auf dem Organspendeausweis halten Sie fest, ob Sie zu einer Organspende bereit sind oder nicht.

Er dokumentiert zweifelsfrei, wie Sie zu dieser schwierigen Entscheidung stehen. Vor allem stellt der Organspendeausweis eine Entlastung für Ihre Angehörigen dar, die sonst unter Umständen in einer Notsituation stellvertretend für Sie diese Entscheidung treffen müssen.

Auf dem Organspendeausweis können Sie

  • eine generelle Einverständnis zur Organ- und Gewebespende erteilen,
  • einer Organ- und Gewebespende widersprechen oder
  • Ihr Einverständnis auf bestimmte Organe oder Gewebe einschränken.

Falls Sie die Entscheidung einer nahestehenden Person übertragen wollen, so können Sie dies auch auf dem Organspendeausweis festhalten. Es empfiehlt sich, dieses Dokument immer bei sich zu tragen – am besten in der Brieftasche.

Damit die eigene, im deutschen Organspendeausweis dokumentierte, Entscheidung auch im fremdsprachlichen Ausland verstanden und beachtet wird, empfiehlt es sich, ein übersetztes Beiblatt zum Organspendeausweis mitzuführen.

Es kann in Bulgarisch, Französisch, Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Spanisch und Ungarisch von der Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung herunter geladen werden.

Weitere Informationen

Was sagt das Gesetz?

Seit diesem Jahr sind die Krankenkassen aufgefordert, Versicherte zum Thema „Organspende“ zu informieren.

Grundlage ist das neue Transplantationsgesetz, das am 1. November 2012 in Kraft getreten ist. Wichtigste Änderung: Bei Organspenden gilt nun die sogenannte Entscheidungslösung. Deren Ziel ist es, das Sie sich in Zukunft mit dieser wichtigen Frage befassen und aktiv für oder gegen eine Organspende entscheiden. Diese Entscheidung wird auf dem Organspendeausweis festgehalten.

Neben dieser Entscheidungslösung gilt nach wie vor die „erweiterte Zustimmungsregelung“. Im Grundsatz legt diese fest, dass 

  1. ohne Zustimmung des Spenders keine Entnahme von Organen möglich ist und
  2. die Angehörigen bei einem fehlenden Organspendeausweis im Sinne des Betroffenen entscheiden können.

Mehr Versicherungsschutz für Spender

Um die Bereitschaft zur Organspende zu erhöhen, kommt zukünftig die Krankenkasse des Empfängers für alle Kosten auf, die im Zusammenhang mit der Behandlung und der Betreuung anfallen. Außerdem erhält der Spender ein Krankengeld in der Höhe seines derzeitigen Nettoverdienstes.

Mehr Fachpersonal in der Klinik

In Zukunft werden an allen Kliniken mit angeschlossener Intensivstation speziell ausgebildete Transplantationsbeauftragte beschäftigt. Dieser ist zentraler Ansprechpartner zum Themengebiet „Organspende“ – und zwar sowohl für die Klinikleitung als auch für die Patienten und Angehörigen. Sie haben die Aufgabe, mögliche Organspender zu identifizieren und im Ernstfall das Gespräch mit den Angehörigen zu suchen.

Die häufigsten Missverständnisse rund um Organspenden

Es stehen genug Spenderorgane zur Verfügung.

Leider sieht die Realität ganz anders aus. Es gibt viel zu wenige Menschen, die bereit sind, Organspender zu werden. Etwa 10.000 Menschen in Deutschland warten in genau diesem Moment auf ein Spenderorgan. Jeden Tag sterben 3 Menschen, weil sie nicht rechtzeitig einen Spender gefunden haben.

Ich bin zu alt/zu jung für eine Organspende.

Es gibt keine Altersgrenze für Organspender – weder nach oben noch nach unten. Für eine Eignung ist eher der persönliche Gesundheitszustand entscheidend. Die Organe von älteren Spendern werden sogar ganz gezielt an ältere Empfänger vermittelt.

Vielleicht werde ich ja zu früh für tot erklärt?

Als eindeutiges Anzeichen für den Eintritt des Todes gilt das völlige Erliegen der Hirnaktivitäten. Dieser sogenannte Hirntod wird von zwei Ärzten festgestellt. Der Abstand zwischen diesen beiden Untersuchungen muss mindestens 12 Stunden betragen. Erst wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, kommt ein Patient als Spender infrage.

Wenn ich einen Organspendeausweis bei mir habe, geben sich die Ärzte weniger Mühe, mein Leben zu retten.

Jeder Arzt ist per Eid dazu verpflichtet, alles Erdenkliche zu tun, um Ihr Leben zu retten. Bevor Sie überhaupt als potenzieller Spender infrage kommen, muss erst Ihr Hirntod zweifelsfrei festgestellt werden – und zwar von 2 unabhängigen Ärzten, die nicht an einer möglichen Transplantation beteiligt sind.

Wer gute Beziehungen hat, wird bei der Vergabe der Organe bevorzugt.

In den letzten Monaten gab es tatsächlich Fälle von Manipulation. Diese beschränkten sich aber auf zwei Kliniken. Generell ist die Vergabe von Spenderorganen äußerst streng geregelt und wird von der gemeinnützigen Stiftung Eurotransplant überwacht. Egal ob Arm oder Reich, Privatpatient oder gesetzlich Versicherter: Eine Einflussnahme auf das Vergabeverfahren ist nicht möglich.

Informationen rund um das Thema „Organspende“

Hier finden Sie weiterführende Informationen rund um das Thema „Organspende“ 

Infotelefon Organspende der DSO/BZgA: 0800/9040400
(werktags von 9 bis 18 Uhr, gebührenfrei)

Bundesministerium für Gesundheit: www.bmg.bund.de

Text des neuen Transplantationsgesetzes: www.gesetze-im-internet.de/tpg/index.html

Junge Helden e. V.: www.junge-helden.org

Kritische Aufklärung über Organspende (KAO): www.organspende-aufklärung.de


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