Lebensmittel aus dem 3D-Drucker Vom pflanzlichen Steak bis Käsekuchen

Im Computer einige Daten eingeben und ein paar Minuten später kommt das Mittagessen kochend heiß aus dem Drucker – so könnte in Zukunft unser Ess-Alltag aussehen.

Bereits in fünfzehn Jahren könnten 3D-Drucker neben Toaster und Mikrowelle stehen und den Küchenalltag erleichtern, mutmaßt ein Beitrag in der Fachzeitschrift „Chemical & Engineering News“. Der dreidimensionale Druck biete die Möglichkeit, individuell angepasste Lebensmittel und außergewöhnliche Geschmackserlebnisse zu kreieren.

Die ersten 3D-Drucker wurden bereits Mitte der 1980er Jahre entwickelt. Sie tragen Kunststoffe oder Metalle durch eine Düse auf eine Oberfläche auf, um vorprogrammierte Formen Schicht für Schicht aufzubauen. So entstehen zum Beispiel individuelle Maschinenteile und medizinische Implantate. Der Lebensmitteldruck ist mit größeren Herausforderungen verbunden. Denn die Eigenschaften von essbaren Zutaten sind meist nicht linear. Schon minimale Temperaturveränderungen können sich auf die Fließeigenschaften auswirken. Daher sind bisher noch Pasten wie Erdnussbutter und Schokoladenglasur einfacher zu verarbeiten als Pulver und Flüssigkeiten, heißt es in der Fachzeitschrift.

Inzwischen gebe es jedoch bereits einige Erfolgsbeispiele. So haben US-amerikanische Wissenschaftler 3D-gedruckte Nährstoffriegel entwickelt, die auf individuelle Bedürfnisse von Soldaten zugeschnitten sind. In Zukunft könnte der Druck mit tragbaren Sensoren synchronisiert werden, die das physiologische Profil und den aktuellen Ernährungsbedarf der Person erfassen. An der Columbia University hat die Lebensmitteltechnik aus sieben Zutaten ein Stück Käsekuchen gedruckt, das ein vollkommen neues Geschmackserlebnis bietet. Die Schichten sind so konstruiert, dass beim Biss in das Gebäck die Aromen in Wellen freigesetzt werden. Das Unternehmen „Redefine Meat“ bildet mit großer Perfektion Struktur, Beschaffenheit und Geschmack von Fleisch mit 3D-gedruckten Pflanzenfasern nach. So entsteht ein pflanzliches Steak oder ein Patty für den Burger.

Bis der 3D-Drucker in die Küchen einzieht, müssen aber noch viele Fragen geklärt werden. So kann sich das Verfahren auf das Nährwertprofil der Zutaten, aber auch die Dichte und damit das Sättigungsgefühl nach dem Verzehr auswirken. Neuere Versuche kombinieren den 3D-Druck mit Kochen, etwa mit einem Laser. Das würde neue Möglichkeiten eröffnen und den Prozess der Zubereitung eines Gerichts näherbringen. Schließlich darf auch der Geschmack nicht zu kurz kommen.

Ob der 3D-Druck mit traditionellen Küchentechniken wie Dünsten, Schmoren und Braten mithalten kann, muss sich erst noch zeigen.

 

Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de

 

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