Gesund ernähren Wie wird Salat angebaut und wie nachhaltig ist er

Wer sich gesund ernähren möchte, greift beim Einkauf zum Salat. Die unterschiedlichen Salatsorten schmecken gut und stecken voller Nährstoffe. Doch wie wird Salat angebaut? Wie nachhaltig sind Kopfsalat, Chicorée und Co.?

Ein junger Salatsetzling wurde frisch gepflanzt.

Wo wird unser Salat angebaut?

Wir produzieren in Deutschland etliche Salatsorten: Eisbergsalat zum Beispiel wird vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen produziert, bei Kopf-, Blatt- und Romana-Salat sowie Endivien zählen Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu den Hauptanbauländern. Ein großer Teil wird aus EU-Ländern – speziell aus Spanien und Italien – importiert.

Wie wird Salat transportiert?

Unser Salat aus dem Supermarkt hat oft einen langen Weg hinter sich. Er reist per Lkw oder Flugzeug aus dem Süden Europas nach Deutschland und belastet somit unser Klima. Die weiten Transportwege benötigen viel Energie und tragen zum Klimawandel bei. Besonders problematisch sind die Lebensmittel, die mit dem Flugzeug importiert werden: So kommen pro Kilometer Transportstrecke rund 100-mal mehr klimawirksame Emissionen zustande als mit dem Schiff. Leider ist es für Verbraucher und Verbraucherinnen oft nicht einfach zu erkennen, auf welchem Weg das Lebensmittel in den Supermarkt kam.
Wer keine Flugware kaufen möchte, greift am besten auf regional produzierte Lebensmittel zurück. Landwirtschaftsbetriebe vor Ort bieten oft Waren aus eigenem Anbau an, passend zur Erntezeit eine gute Wahl.

Wie wird Salat angebaut?

Salat wird sehr häufig im Freiland, mit oder ohne Vlies- beziehungsweise Folienabdeckung angebaut, mitunter auch im Gewächshaus oder Folientunnel. Kopfsalat, Rucola und Feldsalat wachsen oft unter begehbaren Abdeckungen und in Gewächshäusern. Kopfsalat wird auch erde los angebaut, zum Beispiel in steriler Steinwolle, Radicchio dagegen gedeiht nur auf dem Feld. Damit der Ertrag sicher ist, werden junge Pflanzen von Kopf- und Pflücksalaten im Gewächshaus vorgezogen und später ins Freiland gesetzt. Tatsächlich schädigen Lebensmittel, die aus dem Gewächshaus kommen, die Umwelt bis zu 30-mal mehr mit Kohlendioxid als Freilandgemüse. Auch Konserven und Tiefkühlgemüse verursachen mehr Treibhausgase als die regionalen, saisonalen, unverarbeiteten Gemüsesorten.

Wie werden Salate gekennzeichnet im Handel?

Für Salate sind – wie für andere Lebensmittel auch – bestimmte Angaben vorgeschrieben, auch zur Herkunft. Bei den meisten frischen Obst- und Gemüsearten muss das Ursprungsland ausgewiesen werden.

Das muss der Handel beachten:

  • Kennzeichnung des Packers und/oder Absenders und Ursprungslands
  • Je nach Salatsorte oder Mischung muss der Händler weitere Angaben machen: beispielsweise „aus geschütztem Anbau“, Unterglasanbau oder Folienanbau
  • Bei regionalen Produkten ist es schwierig, sich einen Überblick zu verschaffen, was woher kommt: Denn es gibt viele freiwillige Regional-Label. Einheitlich geregelt ist das sogenannte Regionalfenster. Es informiert über die regionale Herkunft der eingesetzten landwirtschaftlichen Zutaten und den Ort der Verarbeitung.
  • Andere Regional-Label und Initiativen wurden von Handelsketten oder Erzeugerverbänden gegründet. Nach welchen Kriterien diese Siegel vergeben werden, ist nur schwer nachzuvollziehen. So kann man als Verbraucher oder Verbraucherin kaum Lebensmittel vergleichen, wenn diese mit unterschiedlichen Siegeln gekennzeichnet sind.

Der Einsatz von Pestiziden

Im Lebensmittelanbau ist genau geregelt, wie Pestizide, auch „Pflanzenschutzmittel“ genannt, eingesetzt werden. Bestimmte Höchstwerte dürfen dabei nicht überschritten werden. Allerdings stehen auch in Deutschland zugelassene Pestizide in Verdacht, krebserregend wirken zu können. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Nur selten werden bei Salaten die zulässigen Höchstmengen an Rückständen von Pestiziden überschritten, wie Untersuchungen der Landesämter zeigen.

Keine Pestizide im Ökolandbau

Trotz vieler Regeln und Kontrollen lassen sich rückstandsfreie oder -arme Salate aber nicht garantieren. Wer sichergehen möchte, so wenig Pestizide wie möglich zu sich zu nehmen, sollte auf Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung zurückgreifen. Im Ökolandbau werden keine chemisch-synthetischen Spritzmittel eingesetzt.

Wie groß ist der CO₂-Fußabdruck beim Salatkauf?

Der CO₂-Fußabdruck ist ein Maß für die Treibhausgasemissionen, die im Leben eines Produkts entstehen. Liegt im Januar frischer Rucola im Supermarkt, ist er mit dem Flugzeug hergekommen und besitzt somit eine schlechte CO₂-Bilanz.
Generell kann man sich merken: Leicht verderbliche Gemüsesorten, die bei uns keine Saison haben, haben sehr oft einen langen Transportweg hinter sich – und sind somit klimaschädlich. Ein Beispiel: Feldsalat ist ein klassischer Wintersalat. Grüner Salat oder Eisbergsalat ist weit gereist, wurde dafür sorgfältig verpackt und kräftig gekühlt – damit die Salate die lange Reise überstehen.

Im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft verbrauchen Bio-Bauern bei der Produktion nur ein Drittel an fossiler Energie. Denn sie verzichten auf chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel, die mit hohem Verbrauch an Energie hergestellt werden.

Daher Salate am besten einkaufen, wenn sie Saison haben. Wenn sie dann noch aus der Region und vom Bio-Bauern stammen, ist viel gewonnen.

Saisonkalender Salat

  • Radicchio: Dezember bis Februar als regionale Lagerware, August bis November
  • Chicorée: Januar bis April, Oktober bis Dezember
  • Portulak: Januar bis April, Juli bis Dezember
  • Feldsalat: Januar bis April, Oktober bis Dezember
  • Rucola/Rauke: April bis September
  • Eisbergsalat: Juni bis Oktober
  • Kopfsalat: Mai bis Oktober
  • Eichblattsalat: Mai bis Oktober
  • Lollo rosso: Mai bis Oktober

Quelle: www.regional-saisonal.de/saisonkalender-salat

Tipp: Wenn Sie sich näher zum Thema „Einkauf von regionalen Produkten“ informieren möchten, erfahren Sie dazu mehr auf der Website des Bundeszentrums für Ernährung.

Unser praktischer Ernährungs-Coach gibt Ihnen Tipps, individuelle Analysen und Auswertungen rund um das Thema Ernährung.

Und das Beste: Die Teilnahme ist für mhplus-Versicherte kostenfrei.

 

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