Sozialversicherung Kurzarbeit und Quarantäne

Während der Corona-Pandemie kann es passieren, dass ein Unternehmen Kurzarbeit eingeführt hat, ein Arbeitnehmer in dieser Zeit aber in Quarantäne gehen muss. Wie sind solche Fallkonstellationen zu behandeln?

Während der Kurzarbeit erhalten Arbeitnehmer grundsätzlich 60 Prozent oder 67 Prozent ihres eigentlichen Nettoentgelts (abhängig davon, ob sie Kinder haben oder nicht). Bei einer längeren Bezugsdauer erhöht sich der Betrag unter bestimmten Voraussetzungen und aufgrund der aktuellen Corona-Lage auf bis zu 87 Prozent des ausgefallenen Entgelts. Die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes übernimmt der Arbeitgeber für den gesamten Zeitraum des Leistungsbezugs. Die Auszahlung kann er sich von der Arbeitsagentur erstatten lassen.

Im Fall einer Quarantäne bemisst sich die Entschädigungsleistung laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) nach dem Verdienstausfall. Für die ersten sechs Wochen wird sie in voller Höhe des Verdienstausfalls gewährt. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer in dieser Zeit sein volles Nettoentgelt weiter erhält. Dies wird ihm gemäß IfSG für die ersten sechs Wochen durch den Arbeitgeber ausgezahlt. Diese Leistung kann sich der Arbeitgeber auf Antrag bei der zuständigen Behörde erstatten lassen .

Liegen bei einem Arbeitnehmer beide Ausfallgründe gleichzeitig vor, nämlich Kurzarbeit und Quarantäne, erhält er als Verdienstausfall aufgrund der Quarantäne nur das Arbeitsentgelt von seinem Arbeitgeber, das seiner erbrachten Arbeitsleistung ohne Quarantäne entsprochen hätte.

Der Betrag erhöht sich um das Kurzarbeitergeld, auf das der Arbeitnehmer ohne Quarantäne Anspruch hätte. Betrifft die Kurzarbeit die komplette Arbeitszeit, erhält der Arbeitnehmer ausschließlich Kurzarbeitergeld.

So soll sichergestellt werden, dass durch eine Quarantäne während der Kurzarbeit kein finanzieller Vor- oder Nachteil für einen Arbeitnehmer entsteht.

Das Kurzarbeitergeld wird dem Arbeitgeber auch in einem solchen Fall von der Arbeitsagentur erstattet. Denn der Entschädigungsanspruch geht auf die Agentur für Arbeit über, wenn im gleichen Zeitraum, für den ein Entschädigungsanspruch nach dem IfSG besteht, Kurzarbeitergeld bezogen wird.

Arbeitgeber müssen die Abrechnungsliste für das Kurzarbeitergeld für den betroffenen Arbeitnehmer besonders kennzeichnen. Denn Arbeitgeber dürfen in so einem Fall die Entschädigungszahlung nach dem IfSG nur unter Berücksichtigung des zugeflossenen Kurzarbeitergeldes beantragen.

Im Rahmen der auftragsweisen Auszahlung des Kurzarbeitergeldes bzw. der Entschädigungszahlung nach dem IfSG übernimmt der Arbeitgeber auch die Berechnung und Zahlung der Beiträge an die Einzugsstelle.

Fallen beide Leistungen in einem Monat zusammen, muss die Beitragsberechnung entsprechend der anteiligen Leistungsgewährung im gleichen Maße aufgeteilt werden.

 

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