
Förderprojekte des Gesundheitswesen Innovationsfondsprojekte
Innovationsfondsprojekte des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) sind Förderprojekte im deutschen Gesundheitswesen, die innovative Versorgungsformen und Versorgungsforschung erproben.
Ziele der Projekte
Die Versorgung gesetzlich Versicherter zu verbessern und neue, evidenzbasierte Ansätze in die Regelversorgung zu überführen.
Über Ihre mhplus können Sie an folgenden Innovationsfondsprojekten (sofern die Voraussetzungen erfüllt sind) teilnehmen.
Unterschiedlichste Projekte
mit diversen Schwerpunkten

FIAT (FBT)
FIAT - Familien-basierte telemedizinische vs. Institutionelle Anorexia nervosa Therapie. Die familienbasierte Therapie ist ein Behandlungsangebot für Kinder und Jugendliche mit Anorexia nervosa.

moVe-it
moVe-it - evidenzbasierte Botulinumtoxin-Behandlung. Jährlich erleiden rund 1,6 % der Erwachsenen in Deutschland einen Schlaganfall. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sind entscheidend.
FIAT - Familien-basierte telemedizinische vs. Institutionelle Anorexia nervosa Therapie
FIAT - Familien-basierte telemedizinische vs. Institutionelle Anorexia nervosa Therapie. Die familienbasierte Therapie (FBT) ist ein intensives, ambulantes Behandlungsangebot für Kinder und Jugendliche mit Anorexia nervosa.
Im Mittelpunkt steht die Familie: Eltern werden von speziell geschulten Therapeutinnen und Therapeuten eng begleitet und aktiv in die Behandlung eingebunden.FIAT - Familien-basierte telemedizinische vs. Institutionelle Anorexia nervosa Therapie.
Die Therapie verläuft in drei aufeinander abgestimmten Phasen:
- Stärkung der Eltern
Zu Beginn übernehmen die Eltern eine zentrale Rolle im Essensaufbau und in der Stabilisierung ihres Kindes. Sie werden gezielt unterstützt, Sicherheit zu gewinnen und Verantwortung zu übernehmen. Ziel ist es, die Versorgung spürbar zu verbessern und dem Kind Halt zu geben. - Schrittweise Rückgabe der Verantwortung
Sobald sich der Gesundheitszustand stabilisiert, wird die Verantwortung für das Essen altersgerecht wieder an die Kinder und Jugendlichen übertragen. So wird Selbstständigkeit behutsam gefördert. - Fokus auf gesunde Entwicklung
In der letzten Phase steht die altersgemäße Entwicklung im Vordergrund – mit dem Ziel, dass junge Menschen ihren Weg selbstbewusst und gesund weitergehen können.
Im Rahmen der FIAT-Studie wird die familienbasierte Therapie erstmals in Deutschland systematisch mit der stationären Standardbehandlung verglichen.
An 23 Studienzentren bundesweit werden 100 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 17 Jahren telemedizinisch mit FBT begleitet. Ihr Krankheitsverlauf wird über zwölf Monate mit dem von weiteren 100 jungen Patientinnen und Patienten verglichen, die stationär behandelt werden.
Die Teilnahme erfolgt nach dem Zufallsprinzip: Die jungen Menschen werden entweder der ambulanten FBT oder der stationären Behandlung zugeteilt. Beide Therapieformen sind wissenschaftlich als wirksam belegt – in dieser Studie werden sie erstmals direkt miteinander verglichen.
moVe-it - evidenzbasierte Botulinumtoxin-Behandlung
Jährlich erleiden rund 1,6 % der Erwachsenen in Deutschland einen Schlaganfall. Etwa 40 % der Betroffenen entwickeln in der Folge eine sogenannte Spastik. Diese äußert sich unter anderem durch Muskelverkürzungen, Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Kontrakturen – und kann den Alltag erheblich beeinträchtigen. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sind entscheidend, um langfristige Schäden zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern.
Medizinische Leitlinien empfehlen bei Spastik nach Schlaganfall eine Kombination aus Botulinumtoxin-A-Therapie und Physiotherapie. In der Realität wird diese Empfehlung jedoch nur selten umgesetzt: Im Jahr 2021 erhielten in Deutschland lediglich etwa 4 % der Betroffenen diese leitliniengerechte Behandlung.
Das Projekt moVe-it setzt genau hier an. Ziel ist es, die bestehende Versorgungslücke durch ein digitales, vernetztes Versorgungsmanagement zu schließen.
Zentrale Bestandteile sind:
- Interprofessionelle Fallkonferenzen (digital und webbasiert), koordiniert durch einen moVe-it Medical Manager
- Individuelle Therapieplanung, zum Beispiel für Physiotherapie und Botulinumtoxin-A-Behandlungen
- Kontinuierliche Begleitung per App, die eine interdisziplinäre Abstimmung ermöglicht und Veränderungen im Gesundheitszustand frühzeitig erfasst
In einer randomisierten Studie wird untersucht, ob diese neue Versorgungsform den Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten verbessert. Dazu werden Teilnehmende in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt.
Ergänzend erfolgen:
- eine Prozessevaluation
- eine gesundheitsökonomische Analyse
Bei erfolgreichem Verlauf kann moVe-it dazu beitragen, Patientinnen und Patienten mit Spastik künftig leitliniengerecht zu behandeln und bestehende Versorgungslücken nachhaltig zu schließen. Darüber hinaus bietet das Konzept Potenzial für die Übertragung auf andere chronische Erkrankungen.

