Infos zum Bürgerentlastungsgesetz.

Positive Auswirkungen auf Ihre Finanzen.

Seit dem Steuerjahr 2010 können Sie Aufwendungen für die gesetzliche Krankenversicherung und die Pflegepflichtversicherung in Ihrer Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben absetzen.

Dazu gehören sowohl die Aufwendungen für die eigene Krankenversicherung als auch diejenigen für Ehepartner/eingetragene Lebenspartner sowie für mitversicherte Kinder.

Sowohl privat als auch gesetzlich Versicherte profitieren von der neuen Regelung.

Was bedeutet das für Sie?

Erfahren Sie hier mehr zum Thema:

Welche Aufwendungen sind steuerlich abziehbar?

Welche Aufwendungen sind steuerlich abziehbar?

  • Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung
  • Beiträge zur Basiskrankenversicherung – ohne Krankengeldanspruch.
    Bei einer Versicherung mit Anspruch auf Krankengeld kürzt das Finanzamt die Beiträge pauschal um 4 %, da steuerlich nur die Aufwendungen für die Basisabsicherung berücksichtigt werden dürfen.
  • Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkasse
  • Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung

Nicht abzugsfähig sind die Beiträge

  • für eine private Zusatzkrankenversicherung,
  • für eine private Zusatzpflegeversicherung sowie
  • für Wahltarife der gesetzlichen Krankenversicherung.

Nicht abzugsfähig sind auch Beitragsanteile, für die der Versicherte Anspruch auf einen steuerfreien Arbeitgeberzuschuss hat.

Was muss ich als Versicherte/r tun?

Übermittlung der gezahlten Beiträge an das Finanzamt

Damit Sie keinen zusätzlichen Aufwand auf sich nehmen müssen, melden die beitragszahlenden Stellen (z. B. Arbeitgeber, Rentenversicherung), die gezahlten Beiträge an das Finanzamt.

  • Bei den Arbeitnehmer/innen geschieht dies über die elektronische Lohnsteuerbescheinigung, mit der die Beiträge zur Kranken- und Pflegepflichtversicherung an das Finanzamt weitergegeben werden. Das gilt auch für freiwillig versicherte Arbeitnehmer/innen, bei denen der Arbeitgeber die Beiträge an die Krankenkasse abführt.
  • Für Rentner/innen übernehmen die Rentenversicherungsträger die Datenübermittlung, für Künstler/innen die Künstlersozialkasse.
  • Für Mitglieder, die ihre Beiträge selbst zahlen, meldet die mhplus einer zentralen Stelle der Finanzverwaltung die Höhe der Beiträge.

Steuer-Identifikationsnummer

Für die Übermittlung der Daten an das Finanzamt wird Ihre Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) benötigt. Ihre Steuer-ID finden Sie in einer Mitteilung des Bundeszentralamts für Steuern oder im letzten Einkommensteuerbescheid unter „Identifikationsnummer“.

Arbeitnehmer, Rentner, Künstler

Falls Sie Arbeitnehmer/in, Rentner/in oder Künstler/in sind, erhält Ihre mhplus Ihre Steuer-ID auf Anfrage direkt vom Bundeszentralamt für Steuern. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Sie dieser Abfrage nicht zustimmen müssen.

Selbst zahlende Mitglieder

Bis zum Steuerjahr 2018 hat Ihre mhplus für selbst zahlende Kunden die Beiträge, Bonus- und Prämienzahlungen nur dann an die Finanzbehörde gemeldet, wenn uns dazu von den Kunden eine Einwilligung vorlag. Ab dem Steuerjahr 2019 ist Ihre mhplus - wie alle Krankenkassen verpflichtet - für alle selbst zahlenden Kunden Beiträge, Bonus- und Prämienzahlungen elektronisch an die Finanzbehörde zu übermitteln – auch ohne die Einwilligung des Kunden.

Mit dem „Zweiten Gesetz zur Anpassung des Datenschutzrechts an die Verordnung (EU) 2016/679 und zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/680 (2. DSAnpUG-EU)“ vom 20.11.2019 ist eine Einwilligung in die Datenübermittlung der Beiträge zur Basiskranken- und gesetzlichen Pflegeversicherung nach § 10 Abs. 2a Satz 4 Nr. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) nicht mehr erforderlich. Die Weiterleitung an die Finanzbehörden erfolgt somit ab dem Veranlagungszeitraum 2019 auch ohne Ihre gesonderte Zustimmung.

Haben Sie in der Vergangenheit der elektronischen Datenübermittlung widersprochen? Dieses Widerspruchsrecht entfällt nun ab dem Steuerjahr 2019. Als meldepflichtige Stelle müssen wir Ihre Daten zur Basiskranken- und gesetzlichen Pflegeversicherung auch ohne Ihre Zustimmung übertragen. Die Weiterleitung an die Finanzbehörden erfolgt somit erstmals spätestens bis zum 29.02.2020 für den Veranlagungszeitraum 2019.

Sie erhalten von Ihrer mhplus im Anschluss an die maschinelle Datenübermittlung einen Nachweis über die gemeldeten Beträge. Damit ist für Sie also auch transparent, welche Daten dem Finanzamt von Ihrer mhplus vorliegen.

Steuerlich anrechenbar sind Ihre Beiträge grundsätzlich nur, wenn sie elektronisch von uns an die Finanzbehörde übermittelt werden. In Ausnahmefällen (wenn Ihre Beiträge z. B. aus technischen Gründen nicht elektronisch übermittelt werden konnten) können Sie auch unsere Papierbescheinigung beim Finanzamt einreichen.

In Ihrer Steuererklärung erkennt das Finanzamt ausschließlich nur maschinell übermittelte Daten an. Daher ist unsere Datenübermittlung die Voraussetzung dafür, dass Sie alle Beträge in der Steuererklärung geltend machen können.

Welche Daten werden an die Finanzbehörde gemeldet?

Ihre mhplus meldet an das Finanzamt:

  • Beiträge für die Krankenversicherung mit und ohne Krankengeldanspruch, die Sie geleistet oder erhalten haben
  • Beiträge für die Pflegeversicherung, die Sie geleistet oder erhalten haben.

Ihre mhplus muss Beiträge mit und ohne Krankengeldanspruch getrennt melden. Denn das Finanzamt kürzt Beiträge mit Krankengeldanspruch um 4%, weil steuerlich nur die Beiträge für eine Basisabsicherung berücksichtigt werden dürfen. Ein Krankengeldanspruch, der mit 4% des Beitrags angesetzt wird, ist darin nicht enthalten.

Was passiert mit Bonuszahlungen und Prämienerstattungen?

Übermittlung von Bonuszahlungen und Prämienerstattungen

Die mhplus muss alle Bonuszahlungen und Prämienerstattungen an das Finanzamt melden. Sie werden entsprechend den Vorgaben des Bundesfinanzministeriums von den Beitragszahlungen abgezogen.

Falls Ihr Ehegatte/Lebenspartner oder Ihre Kinder bei Ihnen mitversichert sind und an einem mhplus-Bonusprogramm teilnehmen, meldet die mhplus ausgezahlte Boni beim Versicherten – also bei Ihnen – an das Finanzamt.

Falls Ihre familienversicherten Angehörigen steuerlich nicht mit Ihnen gemeinsam veranlagt werden, informieren Sie Ihr Finanzamt bitte darüber.  

Urteil des Bundesfinanzhof vom 1. Juni 2016 zu Bonuszahlungen der Krankenkassen

Der Bundesfinanzhof befasste sich mit der Frage, wie sich Bonuserstattungen von Krankenkassen steuerlich auswirken. Nach dem Urteil vom 1. Juni 2016 (Az. X R 17/15) mindern die Bonuszahlungen und Prämien nicht in jedem Fall den Sonderausgabenabzug für Krankenversicherungsbeiträge.

Ihre mhplus gewährt Ihnen für die Teilnahme an Vorsorge- und Gesundheitsmaßnahmen einen Bonus. Das Bundesfinanzministerium stellte klar, dass diese Bonuszahlungen und Prämien weiterhin als Beitragsrückerstattung zu werten sind, auch wenn die gesundheitsfördernden Maßnahmen mit einem finanziellen Aufwand für Sie verbunden sind. Die Bonuszahlungen und Prämien sind weiterhin an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) zu melden.               

               
Weitere Infos zur steuerlichen Bewertung von Bonuserstattungen
finden Sie auf der Homepage des Bundesfinanzministeriums.