Zahnfee im Glück
Nie waren Kinderzähne so gesund wie heute – ein Fortschritt, der zeigt, wie wirksam Prävention ist.
Dank Aufklärung und Individualprophylaxe hat sich die Zahngesundheit von Kindern in den vergangenen Jahrzehnten massiv verbessert. Zahnärztin Dr. Helena Jung erklärt, warum frühe Vorsorge so entscheidend ist.
Zahnärztlicn Dr. Helena Jung beantwortet dazu unsere Fragen:
Ab wann sollten Eltern mit ihrem Kind das erste Mal in die Zahnarztpraxis kommen?
Die erste zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung findet seit Anfang 2026 zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat statt – vergleichbar mit den U-Untersuchungen beim Kinderarzt oder der Kinderärztin. So können wir direkt Tipps zu Ernährung und Zahnpflege geben, und die Kinder lernen von Anfang an, dass der Zahnarztbesuch etwas Normales ist.
Viele denken: Milchzähne fallen doch sowieso aus. Warum lohnt sich die Pflege trotzdem?
Milchzähne sind Platzhalter für die bleibenden Zähne und wichtig für die Entwicklung des Kiefers. Karies an den Milchzähnen kann Entzündungen und Schmerzen verursachen und sogar später die bleibenden Zähne schädigen.
Welche Rolle spielt Ernährung dabei?
Eine sehr große. Besonders kritisch sind etwa Säfte – die Zähne sind bei jedem Schluck Zucker ausgesetzt. Studien zeigen, dass Kinder mit hoher Saftzufuhr ein deutlich höheres Kariesrisiko haben. Besser ist Wasser oder ungesüßter
Tee.
Was verändert sich mit etwa sechs Jahren, wenn die bleibenden Zähne durchbrechen?
Das ist ein wichtiger Meilenstein. Ab dem sechsten Geburtstag übernehmen die Krankenkassendie sogenannte Individualprophylaxe: Alle sechs Monate wird mit den Kindern die richtige Mundhygiene geübt, die Zähne fluoridiert und bei
Bedarf nachgereinigt. Diese Leistung gibt es erst seit den 1980er-Jahren, in erweiterter Form seit den 1990ern, und die Effekte sind deutlich messbar.
Inwiefern?
Die Fortschritte sind riesig: Anfang der 1990er-Jahre hatte fast jedes Kind im Teenageralter schon Karies, heute ist es nur noch jedes fünfte. Und waren damals nur 14 Prozent der Zwölfjährigen komplett kariesfrei, sind es inzwischen
stolze 78 Prozent. Auch bei den Jüngeren zeigt sich der Trend: Bei den Acht- bis Neunjährigen ist der Anteil gesunder Zähne von 21 auf 60 Prozent gestiegen. Kurz gesagt: Die Mühe mit Zähneputzen, Prophylaxe und Aufklärung zahlt
sich richtig aus.
Wo sehen Sie aktuell noch Herausforderungen?
Wir beobachten seit einigen Jahren vermehrt sogenannte „Kreidezähne“ – eine Schmelzbildungsstörung, deren Ursachen noch nicht geklärt sind. Insgesamt ist die Zahngesundheit von Kindern heute aber so gut wie nie zuvor.
Entscheidend bleibt, dass Eltern die Vorsorge ernst nehmen und wir gemeinsam weiter aufklären.
Was hilft gegen Zahnarztangst bei Kindern?
Eltern sollten ruhig und selbstverständlich darüber sprechen, keine eigenen Ängste übertragen und Termine möglichst stressfrei planen.
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