
Gesundheitspolitik Finanzierungslücke belastet Krankenkassen weiter
Wegen steigender Leistungsausgaben und fehlender politischer Maßnahmen müssen viele Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag anpassen – auch die mhplus
Die Kosten im Gesundheitswesen steigen seit Jahren stark an. Ärztliche Behandlungen, Krankenhausleistungen und Arzneimittel werden immer teurer. Das treibt die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) weiter nach oben.
Die Krankenkassen stehen unter erheblichem finanziellen Druck. Allein im ersten Halbjahr 2025 sind die Ausgaben der GKV mit rund 8 Prozent weiter deutlich stärker gestiegen als die Einnahmen, die lediglich um etwa 5 Prozent steigen. Experten gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch im kommenden Jahr fortsetzen wird.
Dazu kommt: Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, ihre Rücklagen wieder aufzufüllen. In den letzten Jahren mussten sie diese Rücklagen weitestgehend auflösen und an den Gesundheitsfonds abführen, um die Beitragssätze zu stabilisieren.
Für das Jahr 2026 zeichnet sich daher erneut eine erhebliche Finanzierungslücke in der GKV ab. Bislang fehlen nachhaltige politische Maßnahmen, um diesen strukturellen Problemen wirksam zu begegnen. Auch das angekündigte „Sparpaket“ der Bundesregierung wird diese Lücke nach Einschätzung von Experten nicht vollständig schließen können.
mhplus sichert Stabilität und Leistungsfähigkeit
Vor diesem Hintergrund sind viele Kassen gezwungen, ihren Zusatzbeitrag anzuheben. Die mhplus passt ihren Zusatzbeitrag zum 1. Januar 2026 auf 3,86 Prozent an. „Die Anpassung des Zusatzbeitrags ist uns nicht leichtgefallen. Sie ist aber notwendig, um unseren Versicherten auch zukünftig eine hochwertige und verlässliche Versorgung bieten zu können“, sagt Heiko Kastner, Vorstand der mhplus.
Nachhaltige Reformen dringend erforderlich
Die angespannte Finanzlage der GKV lässt sich nur durch tiefgreifende strukturelle Reformen lösen. Hier ist die Politik schon lange gefordert, verlässliche und nachhaltige Rahmenbedingungen zu schaffen.
Stattdessen werden die Beitragszahlenden weiterhin für eigentlich staatliche Aufgaben zur Kasse gebeten. So sollten beispielsweise die Krankenversicherungsbeiträge für Bürgergeldbeziehende kostendeckend aus Steuermitteln finanziert werden. Bislang übernimmt der Bund nur etwa ein Drittel der tatsächlichen Kosten. Da sich politisch keine Lösung für diese Unterfinanzierung abzeichnet, haben die Krankenkassen Ende November 2025 Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht.
Eine weitere spürbare Entlastung könnte zudem die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel auf 7 Prozent bewirken.
Fest steht: Ohne ein entschiedenes Gegensteuern der Politik wird die Lücke zwischen den Einnahmen und Ausgaben der GKV weiter wachsen.


