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Eine Gruppe Schulkinder sitzt beisammen. Sie essen ihr Pausenbrot.
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Ist das gesund? Kinder vegetarisch ernähren

Vegetarisch essen ist gesund, doch gilt das auch für Kinder? Darauf müssen Eltern achten, damit ihre Kinder „groß und stark“ werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine vegetarische Ernährung kann auch für Kinder gesund sein.
  • Ellern sollten in diesem Falls jedoch besonders auf eine ausgewogene Ernährung achten.  
  • Auf bestimmte Nährstoffe wie Eisen, Calcium oder Vitamin B2 sollte besonders geachtet werden. 
  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät von einer veganen Ernährung für KInder ab.  

Wie gesund ist eine vegetarische Ernährung für Kinder?

Das kommt darauf an: Ist das Kind Typ „Pudding-Vegetarier“ und isst am liebsten Süßspeisen? Dann kann es mit der Nährstoffversorgung hapern. Eine ausgewogene, vegetarische Ernährung gestaltet sich hier schwierig.

Für Kinder die dagegen Gemüse und Hülsenfrüchte mögen und reichlich Obst, Milch- und Vollkornprodukte sowie Nüsse und Samen essen, sollte eine vegetarische Ernährung kein Problem sein. Hier stecken alle Nährstoffe drin, die es braucht.

Das zeigte auch eine Untersuchung mit jungen Vegetariern, Veganern und „Allesessern“. Alle waren gut mit Energie und den meisten Nährstoffen versorgt. Sie hatten ein altersgemäßes Wachstum. Die vegetarischen und veganen Kinder aßen laut dieser Studie sogar mehr gesundheitsförderliche Lebensmittel wie Gemüse und Nüsse. Gleichzeitig naschten sie weniger tendenziell dickmachende Lebensmittel, wie Süßigkeiten, Knabbereien und Fertiggerichte.

Kleines Kind etwas größer als der Küchentisch kann gerade so den Obstteller auf diesem betrachten. Am rechten Rand des Bildes sieht man Umrisse einer Frau.

Auf welche Nährstoffe ist besonders zu achten?

Dennoch gibt es Nährstoffe, bei denen es eher knapp werden kann. Hier beugen Sie durch eine geschickte Lebensmittelauswahl vor. Wir haben ein paar Beispiele zusammengestellt:

Auf einem Tisch steht eine Auswahl an Lebensmittel, die gesunde Fette enthalten: Fisch, Eier, Olivenöl, Nüsse, Kern und Hülsenfrüchte.
NährwertBeschreibung
EisenSteckt zum Beispiel in Weizenvollkorn, Haferflocken, Quinoa oder Hirse. Außerdem in Hülsenfrüchten (Sojabohnen/Tofu, Linsen, Kichererbsen), Nüssen und Saaten (Mandeln, Sesam, Leinsamen) sowie Gemüse (Grünkohl, Feldsalat, Spinat). Da der Körper Eisen aus Pflanzen zusammen mit Vitamin C besser aufnehmen kann, gilt folgender Tipp: Immer eisenreiche Lebensmittel mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln kombienieren z.B. Beispiel Hirse mit Paprika oder Feldsalat mit Orange.
ZinkKommt in Eiern, Milch und Käse vor und ebenfalls in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten und Nüssen. Wenn Sie Getreide oder Hülsenfrüchte einweichen und das Wasser weggießen, kann der Körper Zink besser aufnehmen.
JodGeringe Mengen liefern Milch, Eier und Käse. Für Vegetarier, die Fisch essen, ist Seefisch eine gute Jodquelle. Außerdem sollten man ausschließlich Jodsalz verwenden.
CalciumFindet sich reichlich in Milch und Milchprodukten wie Joghurt, Quark und Käse. Weitere gute Lieferanten sind calciumreiche Mineralwässer und mit Calcium angereicherte Pflanzendrinks. Auch manche Gemüse (Spinat, Brokkoli) und Mandeln enthalten Calcium.
Vitamin B2Dafür sind Milch, Milchprodukte und Käse eine gute Quelle. Aber auch Vollkorngetreide trägt zu einer guten Versorgung bei.
Omega-3-FettsäurenStecken in Pflanzenölen wie Rapsöl, Walnussöl und Leinöl sowie in Walnüssen.
Vitamin DDie in Lebensmitteln enthaltene Menge reicht nicht für unsere Versorgung aus. Der Körper bildet aber selber Vitamin D, wenn wir uns genügend in der Sonne aufhalten. Ist das nicht der Fall, kann es zu einem Mangel kommen. Besonders im Winterhalbjahr, wenn die Sonne zu wenig Kraft hat. Dem lässt sich durch Vitamin-D-Präparate vorbeugen.
EiweißDie Versorgung mit Eiweiß ist in der Regel bei einer vegetarischen Ernährung kein Problem. Eier, Milch und Käse sind gute Lieferanten. Wichtige pflanzliche Eiweißlieferanten sind außerdem Hülsenfrüchte, Getreide, Kartoffeln und Nüsse.

Kann zu viel Vitamin D schädlich sein?

Vorsicht ist bei der zusätzlichen Einnahme von Vitamin D geboten. Neben einem Mangel kann es auch zu einer Vergiftung kommen. 
Dies passiert, wenn ein Kind zum Beispiel Vitamin-D-Präparate zu hoch dosiert einnimmt. Aber auch durch einen zu hohen Verzehr von angereicherten Lebensmitteln.


Warum?

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin. Im Gegensatz zu ungefährlichen wasserlöslichen Vitaminen kann Vitamin D im Körper gespeichert werden. Die überschüssige Menge wird nicht ausgeschieden, sondern bleibt im Körper. 
Dies kann akut zu Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen führen. 
In schweren Fällen kommt es auch zu Nierenschädigung oder Herzrhythmusstörungen. 


Am besten lässt man daher die Werte seines Kindes regelmäßig prüfen. Eine Überdosierung kann sich auch langsam einschleichen.

Vegetarisch oder vegan?

Für Kinder und Jugendliche rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung von einer veganen Ernährung ab. Zu groß schätzt sie die Risiken für Nährstoffmängel ein. Wer sein Kind trotzdem vegan ernähren möchte, sollte eine Beratung durch spezialisierte Ernährungsfachkräfte und regelmäßige ärztliche Kontrollen in Anspruch nehmen. Eine vegetarische Ernährung ist dagegen gut geeignet. Sie ist im Idealfall gesünder als eine klassische Mischkost.

Ein Kind sitzt vor einer Schüssel Gemüse. Daneben steht ein Glas Wasser. Das Kind schaut gelangweilt und verzweifelt.

Autorin: Ernährungs-Expertin und Diplom-Oecotrophologin Gabriela Freitag-Ziegler

FAQ

Nicht unbedingt. Fleisch beinhaltet Nährstoffe wie Eiweiß, Eisen oder Calcium. Eltern sollte darauf achten, dass solche Nährstoffe ausreichend kompensiert werden. 

Nährstoffreiche Lebensmittel sind vor allem Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte (z. B. Kichererbsen oder Tofu), gemahlene Nüsse sowie Vollkornprodukte. Damit kein Mangel an Eiweiß, wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen entsteht, sollten Kinder regelmäßig Milchprodukte und Eier zu sich nehmen. Der regelmäßige Verzehr von Hafer und Hirse – etwa als Müsli, Brot oder andere Getreidegerichte – kann helfen, Eisenmangel vorzubeugen. Auch Gemüse wie Zucchini und Spinat sind relativ eisenreich. 

Das Risiko eines Nährstoffmangels wird als zu hoch eingeschätzt. Wer dennoch eine vegane Ernährung für seine Kinder plant, sollte sich von Ernährungsfachkräften beraten lassen und mit dem KInderarzt besprechen. 

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