Wir legen Wert auf Sicherheit. Deswegen wird die Unterstützung für den Internet Explorer nicht mehr durch unsere Website bereitgestellt. Bitte verwenden Sie einen anderen Browser, zum Beispiel Google Chrome, Firefox oder Edge
Telefon: 07141 9790-0
, E-Mail: info@mhplus.de
Ein Mädchen sitzt auf einer Fensterbank und schaut aus dem Fenster. Darußen ist es kalt und es liegt Schnee. Das Mädchen ist depremiert.
Zurück

DUNKLE TAGE, WENIG LICHT Winterdepression: Raus aus dem Tief

Der Winter birgt seine Herausforderungen: Die Kälte kommt, die Tage werden kürzer und dunkler. Manche Menschen fallen sogar in eine Winterdepression. Sie ist stärker ausgeprägt als der sogenannte Winterblues. Was steckt dahinter und wie kommt man aus dem Tief heraus?

Die Herbst- und Winterzeit setzt unserer Stimmung manchmal richtig zu. Morgens im Dunklen aufstehen und ab dem Nachmittag setzt bereits die Abenddämmerung ein. Kein Wunder, dass viele Menschen das Winterhalbjahr daher als anstrengend und freudlos empfinden. Man wird nachdenklicher, zieht sich ein wenig zurück. Bekannt ist dieses Phänomen als Winterblues.

Winterblues oder Winterdepression?

Der Winterblues bessert sich in der Regel, ohne dass Betroffene stark ausgeprägte Symptome entwickeln. Anders sieht es aus, wenn die Wissenschaft von einer Winterdepression spricht. Die Medizin bezeichnet die Winterdepression als saisonale affektive Störung (SAD).

Die spezifischen Symptome der Winterdepression sind neben Traurigkeit und Antriebslosigkeit auch das Bedürfnis mehr zu schlafen, verstärkter Appetit auf Süßigkeiten und Gewichtszunahme. Bei einer Depression, die unabhängig von den Jahreszeiten auftritt, treten eher Symptome wie Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und Schlafverkürzung auf.

Eine weinende Frau sie hat wahrscheinlich viele Sorgen.

Was sind die Ursachen für die Winterdepression?

Die genaue Ursache für eine Winterdepression ist noch nicht ganz erforscht. Die Wissenschaft vermutet aber, dass das wenige Tageslicht im Winter eine Rolle spielt: Fehlt uns das Licht, verändert das den Haushalt der Hormone Serotonin und Melatonin – Serotonin macht uns wach, Melatonin sorgt dafür, dass wir abends müde werden. Wenn wir im Winter weniger Tageslicht abbekommen, schüttet unser Körper mehr Melatonin aus, gleichzeitig nimmt die Produktion des Stimmungsaufhellers Serotonins bei wenig Licht ab. Serotonin macht uns nicht nur wach, es ist auch für die psychische Ausgeglichenheit und positive Stimmung zuständig. Produzieren wir weniger Serotonin, sind wir eher mutlos, reizbar, niedergeschlagen und matt. Zum Glück können wir einiges unternehmen, um uns bei einer Winterdepression wieder besser zu fühlen.

Das können Sie tun: 5 Tipps

Raus an die frische Luft

Tipp 1: Raus an die frische Luft

Eines der wichtigsten Dinge ist: raus ans Tageslicht, wann immer es möglich ist. Am besten kombinieren wir die Zeit draußen mit einer leichten sportlichen Tätigkeit:

  • längere Spaziergänge am Tag, wann immer möglich
  • Radfahren
  • Joggen
  • Nordic Walking
Eine Frau in weißem Shirt und grauer Strickjacke sitzt vor einem Lichttherapie-Gerät und lässt das Licht auch sich wirken.

Tipp 2: Künstlich Licht tanken

Eine Alternative oder auch Ergänzung zu den Tätigkeiten draußen kann eine spezielle Lichttherapie sein. Dabei sitzt man täglich vor einer speziellen Lichtquelle, die künstlich den Tag verlängert. Man setzt sich dazu zwei Wochen lang täglich vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang für maximal eine Stunde vor ein Lichtgerät mit etwa 2.500 Lux. Diese Lichttherapie sollte nur nach ärztlicher Beratung gestartet und gestaltet werden. Ändert sich das Befinden nicht, sollten die Betroffenen sich erneut an ihren Psychiater oder Ihre Psychiaterin wenden.

Auf einem Tisch stehen zwei Schüsseln mit vorbereitetem Essen für die Mittagspause. Darin befindet sich Gemüse, Fleisch und Beilagen.

Tipp 3: Gesunde Lebensweise

Ein strukturierter Tag macht es uns ebenfalls leichter, mit der Winterdepression umzugehen. Er gibt uns Halt und den nötigen Antrieb morgens aufzustehen und bestimmte Tätigkeiten auszuführen.

Eine gesunde Ernährung unterstützt ebenfalls dabei, dass wir uns besser fühlen. Das gleiche gilt für soziale Kontakte. Familie und Freunde zu treffen, hilft uns dabei, uns weniger stark auf trübsinnige Gedanken einzulassen und stoppt Grübeleien. Stressreduktionstechniken wie Yoga, Achtsamkeitspraxis oder Progressive Muskelentspannung sind in dieser Zeit ebenfalls wertvolle Begleiter.

Ein Mann sitzt auf einem Sofa. Er ist sehr traurig. Ihm gegenüber sitzt eine Therapeutin. Sie hört sich an, was ihn beschäftigt und gibt ihm gute Ratschläge.

Tipp 4: Hilfe durch Therapie und Medikamente

Wenn Betroffene Anzeichen für eine Depression bemerken, sollte sie immer die Ursachen von einer Ärztin oder einem Arzt abklären lassen. Nur so lässt sich entscheiden, welche Behandlung die richtige ist.

Medikamente wie Antidepressiva und Psychotherapien wie Verhaltenstherapie oder kognitive Verhaltenstherapie können die Symptome lindern.

Frau sitzt entspannt vor ihrem Haus und richtet den Blick in die Ferne.

Tipp 5: Mögliche Prophylaxe für die Winterdepression

Die gute Nachricht: Die meisten Betroffenen haben eine gute Prognose, da eine konsequente Behandlung diese depressive Phase eindämmen kann. Die saisonal abhängigen Depressionen sind zudem meist weniger schwer ausgeprägt und weniger häufig als andere depressive Störungen

Im Frühling fühlen die meisten, wie ihre Leistungsfähigkeit zurückkehrt, sie deutlich mehr Kraft haben und sie wieder aktiver am Leben teilnehmen können. Sollte die saisonal bedingte depressive Episode wiederholt in den Herbst- und Wintermonaten auftreten, kann es sinnvoll sein, mit einer antidepressiven Dauertherapie vorzubeugen.

Zum Seitenanfang springen