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Langfristige Stabilisierung nach der Zahnspange Retainer
Nach dem Entfernen der Zahnspange beginnt die Retentionsphase. Ein sogenannter Retainer soll die Zähne stabilisieren und verhindern, dass sie in ihre alte Position zurückwandern.
Retainer sind Retentionsgeräte, die Zähne nach der Zahnspange in ihrer neuen Position halten, da sie sonst in ihre alte Stellung zurückwandern können.
Es gibt festsitzende Retainer (dünner Draht an der Zahninnenseite) und herausnehmbare Varianten (Schienen oder Platten) – oft werden beide kombiniert.
Die Tragedauer ist individuell und reicht von mehreren Jahren bis zur lebenslangen Retention, da Zähne sich in jedem Alter verschieben können.
Was ist ein Retainer?
Ein Retainer ist ein sogenanntes Retentionsgerät, das die Zähne nach einer kieferorthopädischen Behandlung in ihrer neuen Position hält. Der Begriff stammt vom englischen "to retain" (zurückhalten, bewahren) und beschreibt genau die Hauptfunktion: Die durch die Zahnspange erreichte Zahnstellung soll dauerhaft stabilisiert werden.
Kieferorthopäden empfehlen den Retainer direkt nach dem Entfernen der festen Zahnspange ein. Während die aktive Behandlung die Zähne in die gewünschte Position bewegt hat, übernimmt das Retentionsgerät nun die passive Aufgabe der langfristigen Stabilisierung.
Warum ist ein Retainer sinnvoll?
Zähne sind von Natur aus beweglich – das ermöglicht zwar die kieferorthopädische Behandlung, birgt aber auch Risiken nach deren Abschluss. Die Zähne sind nicht direkt im Kieferknochen verankert, sondern über den Zahnhalteapparat mit elastisch wirkenden Fasern aufgehängt. Diese Fasern erzeugen Rückstellkräfte, die nach einer Zahnbewegung dazu führen können, dass die Zähne wieder in Richtung ihrer ursprünglichen Position wandern.
Nach einer Zahnspangen-Behandlung sind die Strukturen rund um die Zähne noch nicht vollständig umgebaut. Der Knochen muss sich erst verfestigen, und die Fasern müssen sich an die neue Zahnstellung anpassen – ein Prozess, der Monate bis Jahre dauert. Besonders anfällig für solche Rückbildungstendenzen sind die Frontzähne im Unterkiefer. Hier wirken beim Sprechen, Schlucken und Kauen ständig Kräfte, die ungeschützte Zähne aus ihrer Position bringen können.
Festsitzender Retainer vs. herausnehmbarer Retainer
In der Kieferorthopädie kommen zwei grundsätzlich verschiedene Arten von Retainern zum Einsatz: festsitzende und herausnehmbare Varianten. Welche Retainer oder ob eine Kombination beider Systeme sinnvoll ist, empfiehlt der Kieferorthopäde.
Festsitzender Retainer (Kleberetainer)
Der festsitzende Retainer besteht aus einem dünnen Draht, den der Kieferorthopäde an der Innenseite der Frontzähne befestigt.
Vorteile: Patienten müssen nicht an das Tragen denken, der Draht stabilisiert rund um die Uhr, und die Behandlung ist günstiger als herausnehmbare Alternativen. Zudem sind die Retainer komfortabel beim Tragen und sehr stabil.
Nachteil: Die Zahnpflege wird aufwendiger, aber bei regelmäßiger Professioneller Zahnreinigung und guter Mundhygiene kein Problem – Interdentalbürstchen (richtige Größe & Anwendung sollte gemeinsam mit Prophylaxe Mitarbeiterin im Rahmen der Professioneller Zahnreinigung besprochen werden) und Zahnseide sollten mit Vorsicht genutzt werden, da der Draht bei mechanischer Belastung brechen kann.
Herausnehmbare Retainer gibt es als transparente Schienen oder klassische Retentionsplatten mit Kunststoffbasis und Drahtbügeln. Im Oberkiefer kommen häufig herausnehmbare Retentionsgeräte zum Einsatz, oft zusätzlich zu einem festsitzenden Retainer im Unterkiefer.
Vorteile: einfache Reinigung durch Herausnehmen, unkomplizierte Zahnhygiene und flexibler Einsatz
Nachteile: erfordert Disziplin beim konsequenten Tragen. Zudem können die Geräte verloren gehen oder beschädigt werden. Die tägliche Pflege umfasst Reinigung mit Zahnbürste und mildem Reiniger sowie Aufbewahrung in einer speziellen Box.
Wie lange muss man einen Retainer tragen?
Die Tragedauer hängt von individuellen Faktoren ab: Art der ursprünglichen Zahnfehlstellung, Alter bei Behandlungsende sowie Knochendichte und Gewebestruktur.
Festsitzende Retainer bleiben oft dauerhaft oder mindestens mehrere Jahre im Mund. Bei herausnehmbaren Retentionsgeräten lässt sich die Tragedauer schrittweise reduzieren – von anfänglich 22 Stunden täglich auf später nur noch nächtliches Tragen.
Wichtig: Halten Sie die vom Kieferorthopäden empfohlene Tragezeit konsequent ein. Selbst kurze Tragepausen können ausreichen, damit sich Zähne verschieben und diese Veränderungen lassen sich nicht einfach rückgängig machen.
Kosten für einen Retainer
Die Kosten für Retainer variieren je nach Art und Umfang der Behandlung. Festsitzende Retainer kosten in der Regel zwischen 200 und 400 Euro pro Kiefer. Herausnehmbare Retentionsschienen liegen meist zwischen 150 und 600 Euro, abhängig vom Material und der Anfertigung.
Ein herausnehmbarer Retainer wird von der mhplus übernommen. Ein festsitzender Retainer ist nur bei starken Fehlstellungen eine Kassenleistunge (bei einer Kontaktpunktabweichung an den Frontzähnen im Unterkiefer, wenn der Behandlungsbedarfsgrad laut kieferorthopädischer Indikationsgruppe mit E3 und E4 eingestuft wird, wobei "E" für "Engstand" steht.) Ansonsten ist dieser Retainer in der Regel eine reine Privatleistung. mhplus-Versicherte profitieren jedoch von einem zusätzlichen Budget für kieferorthopädische Leistungen: Sie können für festsitzende Retainer einen Zuschuss von bis zu 150 Euro erhalten.
Für die Kostenübernahme von Retainern gelten folgende grundsätzliche Regeln: Die Kosten für eine Retention tragen die gesetzlichen Krankenkassen bis zu 2 Jahre lang nach dem Ende der aktiven Behandlung. Der Startpunkt ist allerdings nicht der Tag, an dem die Zahnspange entfernt wird, sondern das Ende des Kalenderquartals, für das die letzte Abschlagszahlung der KFO-Behandlung abgerechnet wurde.
Eine längere Stabilisierungsphase als 2 Jahre müssen gesetzlich Versicherte selbst bezahlen. Auch mögliche Neuanfertigungen von Retainern gehören nach dem Abschluss der regulären Behandlung nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen.
FAQ
Beide Retainer-Arten haben ihre Berechtigung. Festsitzende Retainer bieten permanenten Schutz ohne nötige Mitarbeit und eignen sich besonders für die unteren Frontzähne. Herausnehmbare Schienen ermöglichen bessere Zahnpflege, erfordern aber Disziplin beim Tragen. Auch die Kombination beider Systeme kann sinnvoll sein.
Mit festsitzenden Retainern ist normales Essen und Sprechen problemlos möglich, da sie fest an den Zähnen befestigt sind. Lediglich sehr harte oder klebrige Lebensmittel sollten Sie meiden, um Drahtbrüche zu vermeiden. Herausnehmbare Retainer nimmt man zum Essen heraus. Eine kurze Eingewöhnungsphase kann die Aussprache anfangs leicht beeinflussen, was sich aber schnell normalisiert.
Kontaktieren Sie umgehend Ihre Kieferorthopädenpraxis und klären Sie, was jetzt zu tun ist. Je länger Sie ohne Retainer bleiben, desto höher ist das Risiko für Zahnbewegungen.
Autorin: Eva Dalinghaus (suxeedo Redaktion), Expertenunterstützung Nele Hurrelmann (Zahnärztin)
www.zahngesundheit-online.com/Kieferorthopaedie/Zahnstabilisator-Retainer/Zahnstabilisator-Retainer, abgerufen am 19.01.2026
www.dgkfo-vorstand.de/fileadmin/redaktion/jahrestagungen/2022_Berlin/DGKFO_Abstractband_2022_Endfassung.pdf, abgerufen am 19.01.2026
www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/aerzte-und-kliniken/retainer-folgebehandlung-nach-der-zahnspange-12865, abgerufen am 19.01.2026
www.dzr.de/Sync/Von%20DZR/PDF/DZR_Xtrablatt_Ausgabe_01-22_2022-01-13.pdf, abgerufen am 19.01.2026
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