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Schwangere Frau steht in der Küche. Auf der Arbeitsfläche liegt Salat mit vielen Vitaminen. Sie isst lachend einen Paprika.
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Vitamine während der Schwangerschaft Was sinnvoll ist und welche Dosierung gilt

Der Nährstoffbedarf steigt in der Schwangerschaft deutlich an, doch werdende Mütter müssen nicht alle Vitamine zusätzlich einnehmen. Während sie einige Nährstoffe wie Folsäure und Jod unbedingt zusätzlich einnehmen sollten, können sie andere durch eine ausgewogene Ernährung ausreichend abdecken.

Vitamine in der Schwangerschaft: Das Wichtigste in Kürze

  • Der Energiebedarf steigt in der Schwangerschaft nur leicht, der Bedarf an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen dagegen deutlich stärker.
  • Während der gesamten Schwangerschaft sollten alle Schwangeren Jod supplementieren, Folsäure vor allem ab Kinderwunsch und im ersten Trimester (danach oft in Kombi-Präparaten enthalten).
  • Den Vitamin-D-Spiegel ärztlich abklären lassen; eine Supplementierung empfiehlt sich vor allem in den Wintermonaten (Oktober–März).
  • Bei veganer Ernährung kann eine Supplementierung mit Vitamin B12 sinnvoll sein. Eine ärztliche Abklärung gibt Aufschluss, ob ein Mangel besteht und welche Zufuhr notwendig ist.
  • Eisen sollte nur bei nachgewiesenem Mangel durch Blutbild supplementiert werden.
  • Hochdosierte Kombipräparate sind oft überflüssig und können sogar schädlich sein.
  • Eine abwechslungsreiche Ernährung mit nährstoffreichen Lebensmitteln ist die beste Basis für eine optimale Versorgung von Mutter und Kind.

Warum Vitamine in der Schwangerschaft wichtig sind

Während der Schwangerschaft leistet der Körper der werdenden Mutter Außergewöhnliches: Er versorgt nicht nur sie selbst, sondern unterstützt auch die Entwicklung des heranwachsenden Kindes mit allen wichtigen Nährstoffen. Interessant dabei ist: Der Energiebedarf steigt nur moderat um etwa 250 Kilokalorien ab dem zweiten Trimester, der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen jedoch deutlich stärker.

 

Das Grundprinzip: Bedarf versus Energie

Diese Diskrepanz bedeutet, dass Schwangere nicht einfach mehr essen müssen, sondern gezielter auf nährstoffreiche Lebensmittel setzen sollten. Es geht nicht darum, besonders kalorienreiche Lebensmittel aufzunehmen, sondern darum, auf die richtigen Inhaltsstoffe zu achten. Ein Beispiel: Der Folsäurebedarf steigt um 83 Prozent, während der Energiebedarf nur um etwa 10 Prozent zun

Was die D-A-CH-Referenzwerte bedeuten

Die D-A-CH-Referenzwerte, an denen sich im Folgenden orientiert wird, geben wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für die tägliche Nährstoffzufuhr. Sie berücksichtigen Alter, Geschlecht und besondere Lebenssituationen wie die Schwangerschaft. Diese Werte sind jedoch Durchschnittswerte für gesunde Menschen – der individuelle Bedarf kann variieren. Es handelt sich dabei um Empfehlungen der jeweiligen Fachgesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz (D-A-CH).

Grundsätzlich gilt: Nahrungsergänzungsmittel sind nur dann sinnvoll, wenn der erhöhte Bedarf über eine ausgewogene Ernährung nicht oder nur schwer gedeckt werden kann. Das betrifft in erster Linie Folsäure und Jod, bei diesen beiden Nährstoffen empfehlen Fachgesellschaften pauschal eine Supplementierung für alle Schwangeren.

 

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Diese Nährstoffe sind während der Schwangerschaft wirklich relevant

Nicht jedes Vitamin braucht extra Aufmerksamkeit. Diese Nährstoffe sollten jedoch im Blick behalten werden:

Folsäure/Folat: 400 µg täglich ab Kinderwunsch

Folsäure ist der Spitzenreiter der Schwangerschaftsvitamine und wird bereits bei Kinderwunsch empfohlen. Sie reduziert das Risiko für Neuralrohrdefekte wie Spina bifida („offener Rücken”) um bis zu 70 Prozent. Werdende Mütter sollten laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.) mindestens vier Wochen vor einer geplanten Schwangerschaft mit der Einnahme beginnen und diese bis zum Ende des ersten Trimesters fortsetzen. Bei Einnahmebeginn kurz vor der Empfängnis oder sogar danach empfehlen Experten 800 µg täglich.

Jod: 100-150 µg täglich während der gesamten Schwangerschaft

Deutschland ist ein natürliches Jodmangelgebiet. In der Schwangerschaft steigt der Jodbedarf, da sowohl die mütterliche Schilddrüsenhormonproduktion zunimmt als auch das Baby versorgt werden muss. Jodmangel kann zu Entwicklungsstörungen beim Kind führen. Die DGE empfiehlt: Als Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung mit jodiertem Speisesalz sollten Schwangere ein Supplement mit 100 bis 150 µg Jod einnehmen. Bei Schilddrüsenerkrankungen ist es sehr wichtig, die Jod-Einnahme vorher ärztlich abzuklären, da eine unkontrollierte Überdosierung gefährlich werden kann (siehe Abschnitt „Jod nur mit ärztlicher Freigabe bei Schilddrüsenproblemen”).

Vitamin D: Nur bei Mangel oder besonderen Risiken

Eine Überprüfung des Vitamin-D-Spiegels ist in der Schwangerschaft sinnvoll. In Deutschland wird in den Wintermonaten (Oktober bis März) häufig eine prophylaktische Vitamin-D-Gabe für alle Schwangeren empfohlen, da die körpereigene Produktion durch Sonnenlicht in dieser Zeit deutlich reduziert ist. Sinnvoll kann eine Supplementierung bei nachgewiesenem Mangel oder besonderen Risikogruppen sein, etwa bei:

  • geringer Sonnenexposition,
  • dunklem Hauttyp oder
  • häufigen Aufenthalten im Freien mit bedeckter Haut.

DHA (Omega-3): 200 mg täglich bei wenig Fisch

Die Omega-3-Fettsäure DHA ist wichtig für die Gehirn- und Augenentwicklung des Babys. Werdende Mütter sollten ein- bis zweimal wöchentlich fetten Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering zu sich nehmen. Gut zu wissen: Pflanzliche Omega-3-Quellen wie Leinöl können DHA nicht ersetzen, da die Umwandlungsrate sehr gering ist.

Vitamin B12: Bei veganer Ernährung besonders wichtig

Vitamin B12 kommt fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Bei veganer Ernährung empfiehlt sich daher eine Supplementierung, um die Versorgung von Mutter und die Entwicklung des Kindes sicherzustellen. Eine ärztliche Abklärung gibt Aufschluss, ob ein Mangel besteht und welche Zufuhr notwendig ist. Bei vegetarischer Ernährung sollte der B12-Status ebenfalls ärztlich überprüft werden, besonders wenn die Ernährungsweise schon länger vor der Schwangerschaft praktiziert wird. 

Eisen: Nur bei nachgewiesenem Mangel

Eisen sollte nur bei diagnostiziertem Mangel supplementiert werden. Eine vorsorgliche Einnahme ist nicht empfehlenswert, da Eisen in hohen Dosen Nebenwirkungen wie Verstopfung oder Übelkeit verursachen kann. Bei Verdacht auf Eisenmangel sollten sowohl der Hb-Wert aus dem Blutbild als auch der Ferritinwert bestimmt werden.

Ist eine Überdosierung mit Vitaminen in der Schwangerschaft möglich?

Das Prinzip „viel hilft viel” gilt definitiv nicht für Schwangerschaftsvitamine. Einige Nährstoffe können in zu hohen Dosen sogar schädlich sein.

Vitamin A/Retinol: Gefährlich für das Baby

Besonders problematisch ist eine Überdosierung mit Vitamin A in Form von Retinol aus tierischen Quellen. Schon geringe Überschreitungen der empfohlenen Tagesdosis können beim ungeborenen Kind zu schweren Fehlbildungen führen. Deshalb gilt in der Schwangerschaft:

  • auf Leber und Leberprodukte komplett verzichten
  • bei Nahrungsergänzungsmitteln auf den Vitamin-A-Gehalt achten

Beta-Carotin aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Karotten, Kürbis oder Spinat ist dagegen völlig unbedenklich, da der Körper nur so viel davon in Vitamin A umwandelt, wie er benötigt.

 

Vorsicht bei hochdosierten Kombipräparaten

Viele Schwangerschaftsvitamine enthalten deutlich mehr Nährstoffe als notwendig oder sinnvoll. Ein typisches Beispiel: Präparate mit 25 verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen in Megadosen. Diese können nicht nur überflüssig, sondern sogar kontraproduktiv sein. Studien zeigen, dass isolierte, hochdosierte Antioxidantien den oxidativen Stress sogar erhöhen können.

Jod nur mit ärztlicher Freigabe bei Schilddrüsenproblemen

Bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen kann eine unkontrollierte Jodzufuhr gefährlich werden. Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis oder Schilddrüsenüberfunktion sollten die Jod-Supplementierung unbedingt mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen. In der Schwangerschaft wird bei Schilddrüsenerkrankungen mindestens eine Kontrolle der Werte pro Trimester empfohlen, sowie eine weitere Kontrolle nach der Geburt – besonders wichtig in der Stillzeit.

„Ich erlebe oft, dass Schwangere verunsichert sind und meinen, sie müssten möglichst viele verschiedene Vitamine als Supplement einnehmen. Dabei ist weniger, aber gezielter der sinnvolle Weg. Die Kombination aus Folsäure und Jod reicht für die meisten Frauen völlig aus. Bei besonderen Ernährungsformen oder Risikogruppen kann man gezielt andere Nährstoffe ergänzen, aber immer in Absprache mit dem betreuenden Frauenarzt oder der Hebamme.”, so Hebamme Evi Bodman.

 

Nährstoffversorgung im Alltag während der Schwangerschaft optimieren

Eine ausgewogene Ernährung bildet das Fundament für eine optimale Versorgung in der Schwangerschaft. Diese praktischen Tipps helfen dabei:

Nährstoffdichte statt Kalorienbombe

Schwangere sollten Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte bevorzugen: Vollkornprodukte statt Weißmehl, buntes Gemüse und Obst, hochwertige Pflanzenöle, Nüsse und Hülsenfrüchte. Diese liefern viele wichtige Vitamine, Mineralstoffe und oft mehr Ballaststoffe ohne unnötige leere Kalorien.

Am besten Bund

Je bunter der Teller, desto vielfältiger das Spektrum an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Rote Paprika liefern Vitamin C, orangefarbene Karotten Beta-Carotin, grünes Blattgemüse Folsäure und Eisen.

 

Richtige Zubereitung und Lagerung

Viele Vitamine sind empfindlich gegenüber Hitze, Licht und Sauerstoff. Obst und Gemüse kühl und dunkel lagern sowie schonend zubereiten, am besten gedünstet oder als Rohkost. Tiefkühlgemüse kann sogar mehr Vitamine enthalten als lange gelagertes frisches Gemüse.

Geschickt kombinieren

Manche Nährstoffe wirken im Team besser: Vitamin C verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen (Nicht-Hämeisen) aus Hülsenfrüchten, grünem Gemüse oder Vollkornprodukten deutlich – weshalb zu diesen Lebensmitteln immer Zitrusfrüchte oder Paprika gegessen werden sollte. Bei Eisen aus tierischen Quellen wie Fleisch oder Fisch (Hämeisen) spielt Vitamin C dagegen keine Rolle, da dieses bereits effizient aufgenommen wird. Fettlösliche Vitamine wie Vitamin D, E und K brauchen etwas Fett für die optimale Aufnahme.

FAQ

Idealerweise beginnen werdende Mütter mit der Folsäure-Einnahme bereits bei Kinderwunsch, mindestens jedoch vier Wochen vor der geplanten Schwangerschaft. Die Einnahme sollte bis zum Ende des ersten Trimesters (12. Schwangerschaftswoche) fortgesetzt werden.

Schwangere sollten täglich 100 bis 150 µg Jod zusätzlich zur normalen Ernährung einnehmen. Diese Supplementierung wird während der gesamten Schwangerschaft und auch in der Stillzeit empfohlen. Bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen sollte die Jodversorgung pro Trimester ärztlich kontrolliert werden – ebenso nach der Geburt während der Stillzeit.

Nein, Vitamin D muss nicht aufgrund der Schwangerschaft an sich supplementiert werden. Eine zusätzliche Einnahme ist nur bei einem nachgewiesenen Mangel oder bei Risikogruppen sinnvoll – etwa bei geringer Sonnenexposition, dunkler Hautfarbe oder wenn sich Schwangere meist mit bedeckter Haut im Freien aufhalten. 

Unabhängig von der Schwangerschaft wird in Deutschland im Winterhalbjahr (etwa von Oktober/November bis März) jedoch häufig eine moderate Vitamin-D-Supplementierung empfohlen, da in dieser Zeit die Sonneneinstrahlung meist nicht ausreicht, um genügend Vitamin D im Körper zu bilden.

 

Für die meisten Schwangeren sind spezielle Multivitaminpräparate als Nahrungsergänzungsmittel überflüssig. Die Kombination aus Folsäure und Jod reicht in der Regel aus. Hochdosierte Kombipräparate können sogar problematisch sein und enthalten oft unnötige Zusätze. Besser ist es, gezielt zu supplementieren, was wirklich nötig ist.

 

Vitamin A in Form von Retinol kann in zu hohen Dosen beim ungeborenen Kind schwere Fehlbildungen verursachen. Da Leber extrem reich an Retinol ist, sollten Schwangere komplett auf Leber und Leberprodukte verzichten. Beta-Carotin aus Gemüse ist dagegen unbedenklich, da der Körper nur so viel davon zu Vitamin A umwandelt, wie er braucht.

Eisen sollte nur bei einem nachgewiesenen Mangel supplementiert werden. Eine vorsorgliche Einnahme wird nicht empfohlen, da hochdosiertes Eisen den Körper zusätzlich belasten und Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden oder Verstopfung verursachen kann. Bei Verdacht auf einen Mangel sollten Blutbild und Ferritin-Wert ärztlich kontrolliert werden. 

In vielen Fällen ist eine konstante, niedrig dosierte Supplementierung bei nachgewiesenem Mangel effektiver und besser verträglich als eine hochdosierte Behandlung. Unabhängig davon sollten eisenreiche Lebensmittel wie rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und dunkles Blattgemüse regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

 

 

Autorin: Nele Dornbusch (suxeedo Redaktion), Expertenunterstützung Evi Bodman (Hebamme)

 

www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gezielte-ernaehrung/ernaehrung-in-schwangerschaft-und-stillzeit/handlungsempfehlungen-ernaehrung-in-der-schwangerschaft, abgerufen am 29.04.2026

www.dge.de/presse/meldungen/2020/einnahme-von-nahrungsergaenzungsmitteln-in-schwangerschaft/, abgerufen am 29.04.2026

www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/, abgerufen am 11.09.2025

www.gesund-ins-leben.de/fuer-fachkreise/familien-vor-und-in-der-schwangerschaft/handlungsempfehlungen/, abgerufen am 11.09.2025

www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/folat/, abgerufen am 11.09.2025

www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/, abgerufen am 11.09.2025

www.bfr.bund.de/de/start.html, abgerufen am 11.09.2025

www.frauenaerzte-im-netz.de/, abgerufen am 11.09.2025

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