Wir legen Wert auf Sicherheit. Deswegen wird die Unterstützung für den Internet Explorer nicht mehr durch unsere Website bereitgestellt. Bitte verwenden Sie einen anderen Browser, zum Beispiel Google Chrome, Firefox oder Edge
Eine gute Kondition ist das Fundament für Gesundheit und Wohlbefinden. Doch wie bauen Sie Ihre Ausdauer systematisch auf und welche Trainingsmethoden bringen Sie wirklich ans Ziel? Hier erfahren Sie alles über effektives Ausdauertraining.
Ausdauer ist die Fähigkeit, sich über längere Zeit zu bewegen, ohne schnell zu ermüden.
Regelmäßiges Ausdauertraining stärkt das Herz-Kreislauf-System, optimiert den Stoffwechsel und unterstützt das Immunsystem.
Einsteiger starten am besten 2x pro Woche mit 20 bis 25 Minuten und steigern sich schrittweise.
Kontinuierliches Training bei moderater Intensität schafft Grundlagen – Intervalltraining ergänzt das Training erst nach ca. 6 bis 8 Wochen regelmäßiger Gewöhnung.
Die 10-Prozent-Regel schützt vor Überbelastung: Trainingsumfang maximal um 10 Prozent pro Woche steigern
Beim Training immer aufwärmen und ein Cool-down integrieren – das schützt vor Verletzungen.
Regeneration ist ein aktiver Trainingsbestandteil – mindestens ein Ruhetag pro Woche ermöglicht die wichtigsten Anpassungsprozesse und verhindert Übertraining.
Was ist Ausdauer und warum sollten Sie sie trainieren?
Ausdauer bezeichnet die Fähigkeit Ihres Körpers, sich über längere Zeit zu bewegen, ohne schnell zu ermüden. Dabei unterscheidet man in zwei Bereiche:
Allgemeine Ausdauer betrifft Ihr gesamtes Herz-Kreislauf-System und zeigt sich bei Aktivitäten wie Joggen, Radfahren oder längeren Spaziergängen. Hier arbeiten Herz, Lunge und große Muskelgruppen zusammen.
Lokale Ausdauer bezieht sich auf einzelne Muskelgruppen – wenn etwa Ihre Arme beim Krafttraining oder die Wadenmuskeln beim Bergwandern ermüden, während Sie ansonsten noch nicht außer Atem sind.
Regelmäßiges Ausdauertraining ist in den meisten Fällen sehr sinnvoll für Ihren Körper. Dabei wird das Herz-Kreislauf-System gestärkt: Ihr Herz pumpt effizienter und transportiert mehr Sauerstoff zu den Muskeln. Bei Leistungssportlern spricht man vom sogenannten Sportlerherz. Ihr Stoffwechsel wird zudem optimiert und lernt, Fett als bevorzugte Energiequelle zu nutzen. Dies verbessert nicht nur Ihre Ausdauerleistung, sondern unterstützt auch eine gesunde Fettverbrennung. Zusätzlich kann regelmäßiges Ausdauertraining Ihr Immunsystem stärken und Sie widerstandsfähiger gegen Erkältungen und andere Infekte machen.
Sportmedizinische Untersuchung
Insbesondere für Sporteinsteiger oder Wiederanfänger ist eine sportmedizinische Untersuchung empfehlenswert. Die mhplus bezuschusst die Untersuchung.
Ausdauersport: Ihren persönlichen Trainingsplan entwickeln
Einsteigern fällt es häufig schwer das eigene Fitness-Level realistisch einzuschätzen und den Trainingsaufbau entsprechend zu gestalten. Als Faustregel gilt deshalb: Idealerweise sollte beim Ausdauertraining eine lockere Unterhaltung möglich sein. Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit können beispielsweise auf eine Überforderung hinweisen.
8-Wochen-Ausdauer-Trainingsplan für Einsteiger
Für den Einstieg probieren Sie diesen 8-Wochen-Trainingsplan für das Ausdauertraining aus. Dieser Trainingsplan lässt sich auf alle Ausdauersportarten anwenden – egal ob Sie joggen, Rad fahren, schwimmen oder Nordic Walking betreiben.
Bitte beachten Sie: Es handelt sich hierbei um einen Vorschlag. Abhängig von der persönlichen Grundfitness sollten Sie die Dauer der einzelnen Phasen auch variieren. Falls Sie sich fragen wie intensiv das Training sein soll, gilt: Sie sollten sich während des Trainings unterhalten können.
Woche
Häufigkeit
Dauer pro Einheit
Ziel
1-2 (Eingewöhnungsphase)
2 mal pro Woche
20-25 Min.
Gewöhnung
3-4 Routinephase
2-3 mal pro Woche
25-30 Min
Routine entwickeln
5-6 (Aufbauphase)
3 mal pro Woche
30-40 Min.
Dauer steigern
7-8 (Stabilisierungsphase)
3 mal pro Woche
40-50 Min.
Grundlagenausdauer
Trainingsaufbau für Einsteiger
Die ersten 4 bis 6 Wochen sind entscheidend für den Aufbau einer soliden Grundlagenausdauer. In dieser Phase gewöhnt sich der Körper an die neue Belastung und entwickelt die notwendigen Anpassungen im Herz-Kreislauf-System.
Wichtiger Grundsatz: Steigern Sie zunächst die Trainingsdauer vor der Intensität. Verlängern Sie Ihre Einheiten wöchentlich um etwa 5 Minuten, bis Sie 45 bis 60 Minuten erreichen. Erst dann sollten Sie über höhere Intensitäten nachdenken. Diese Herangehensweise minimiert das Verletzungsrisiko und sorgt für nachhaltige Fortschritte.
Fortgeschrittene Trainingsstrategien
Erfahrene Sportler können mit gezielteren Methoden arbeiten, beispielsweise mit der Periodisierung – dem systematischen Wechsel zwischen Belastung und Regeneration. Planen Sie hierzu Wochen mit höherer Intensität und folgen Sie diese mit einer Regenerationswoche bei reduzierter Belastung.
Tipp: Ein Trainingsprotokoll hilft dabei, Ihre Fortschritte zu dokumentieren und den Trainingsplan entsprechend anzupassen. Notieren Sie Trainingszeit, Intensität und Ihr subjektives Belastungsempfinden.
Geeignete Sportarten für das Ausdauertraining
Joggen gehört zu den Klassikern beim Ausdauertraining mit ganz eigenen Trainingstipps fürs Laufen. Aber natürlich gibt es noch andere Sportarten, die die Ausdauer trainieren. Die Auswahl der richtigen Sportart hängt von Ihren Vorlieben, körperlichen Voraussetzungen und den Möglichkeiten ab. Folgende Sportarten eignen sich besonders gut für das Ausdauertraining:
Radfahren: Gelenkschonend und ideal für längere Trainingseinheiten trainiert es sich auf dem Rad – sowohl outdoor als auch indoor auf dem Ergometer.
Schwimmen: Ganzkörpertraining mit minimaler Verletzungsgefahr – besonders geeignet für Menschen mit Gelenkproblemen.
Nordic Walking und Wandern: Beide sind sanfte Einstiegssportarten, die auch Arme und Oberkörper mittrainieren.
Crosstrainer und Ergometer: Wetterunabhängige Alternativen für das Training zu Hause oder im Fitnessstudio.
Praktische Tipps für gesundes Ausdauertraining
Es gibt einige bewährte Grundregeln, die helfen können, Ihre Ziele beim Ausdauer trainieren zu erreichen. Diese praktischen Tipps schützen vor Verletzungen und sorgen für nachhaltige Fortschritte:
Die 10-Prozent-Regel beachten: Steigern Sie Ihren Trainingsumfang pro Woche um maximal 10 Prozent. Wenn Sie also in einer Woche insgesamt 100 Minuten trainiert haben, können Sie in der folgenden Woche auf maximal 110 Minuten erhöhen. Diese Regel verhindert Überbelastung und Verletzungen.
Aufwärmen und Cool-down als feste Routine: Beginnen Sie jede Trainingseinheit mit 5 bis 10 Minuten Aufwärmen bei niedriger Intensität. So wird Ihr Körper langsam auf Betriebstemperatur gebracht und das Verletzungsrisiko sinkt. Nach dem Training kann ein Cool-down dem Körper dabei helfen, zu regenerieren und Stoffwechselprodukte abzutransportieren.
Minimale Ausrüstung, maximaler Effekt: Gute Sportschuhe sind Ihre wichtigste Investition. Sie sollten zu Ihrem Fußtyp und der gewählten Sportart passen. Eine Pulsuhr kann zusätzlich hilfreich sein, ist aber nicht zwingend erforderlich. Das subjektive Belastungsempfinden ist oft ein ebenso guter Indikator für die richtige Intensität.
Typische Trainingsfehler vermeiden: Zu schneller Einstieg mit zu hoher Intensität, Vernachlässigung von Regenerationspausen, einseitiges Training ohne Variation und mangelnde Geduld bei der Leistungssteigerung gehören zu den häufigsten Fehlern. Seien Sie zwar konsequent, aber geduldig mit sich – Erfolg braucht Zeit.
Regeneration als Trainingsbestandteil einplanen: Ein Tag zur Regeneration ist kein „verlorener“ Tag, sondern ein aktiver Bestandteil Ihres Trainingsplans. Gerade beim Ausdauertraining finden die wichtigsten Anpassungsprozesse Ihres Körpers in der Erholungsphase statt. Ohne ausreichende Regeneration kann sich Ihre Leistung also nicht verbessern.
FAQ
Für Einsteiger sind 2 bis 3 Trainingseinheiten pro Woche optimal. Fortgeschrittene können 4 bis 5 Einheiten absolvieren, sollten dabei aber auf ausreichende Regeneration achten. Wichtiger als die Häufigkeit ist die Regelmäßigkeit – lieber 3x pro Woche über mehrere Monate als 6x pro Woche für vier Wochen.
Erste Verbesserungen sind bereits nach 2 bis 3 Wochen spürbar. Messbare Fortschritte in der Grundlagenausdauer zeigen sich nach 6 bis 8 Wochen konsequenten Trainings. Die Herzfrequenz bei gleicher Belastung sinkt, und Sie können längere Strecken ohne Ermüdung bewältigen.
Für die Grundlagenausdauer liegt die optimale Herzfrequenz bei 60 bis 70 Prozent Ihrer maximalen Herzfrequenz. Diese können Sie grob mit der Formel 220 minus Lebensalter berechnen. Praktischer ist jedoch die „Unterhaltungsregel“: Sie sollten sich während des Trainings noch normal unterhalten können, ohne außer Atem zu geraten. Das trifft automatisch die richtige Intensität für Einsteiger.
Ja, das subjektive Belastungsempfinden ist ein zuverlässiger Indikator. Bei moderater Ausdauerbelastung sollten Sie sich noch unterhalten können, ohne außer Atem zu geraten. Bei intensiveren Einheiten ist Sprechen schwer möglich, aber Sie sind nicht völlig erschöpft.
Beide Methoden haben ihre Berechtigung und ergänzen sich optimal. Lange, moderate Einheiten bauen die Grundlagenausdauer auf und sind die Basis für alle weiteren Fortschritte. Kurze, intensive Trainings verbessern die maximale Sauerstoffaufnahme und sollten etwa 20 Prozent Ihres Trainings ausmachen. Als Einsteiger konzentrieren Sie sich zunächst auf die längeren, entspannten Einheiten und fügen nach 2 bis 3 Monaten erste Intervalle hinzu.
Autorin: Nadine Weißschuh (suxeedo Redaktion), Expertenunterstützung Sarah Blakowski (Physiotherapeutin)
www.internisten-im-netz.de/vorsorge/gesund-leben/aktiv-leben/positive-auswirkungen.html, abgerufen am 06.08.2025
herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/sport-und-bewegungsmangel/ausdauer-fuer-einsteiger, abgerufen am 06.08.2025
link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-58227-5_7, abgerufen am 06.08.2025
Die medizinischen Texte in der Rubrik mhplus-krankenkasse.de/wissen geben grundlegende Informationen zu Gesundheitsthemen und Erkrankungen. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden empfehlen wir immer den Arztbesuch. Nur der behandelnde Arzt kann eine Diagnose stellen oder eine konkrete Therapieempfehlung geben. Die Inhalte unserer Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Die mhplus kann dennoch ausdrücklich keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Verlässlichkeit, Qualität und Aktualität geben. Werden bestimmte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren erwähnt, so dient dies ggf. der vollständigen Informationen zu allen gängigen Möglichkeiten. Darunter sind möglicherweise auch solche, deren Nutzen und Wirkung noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen sind, und die daher von Rechts wegen nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind. Nur durch ihre Erwähnung ergibt sich kein Anspruch auf Kostenerstattung.