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Fahrradfahrerin macht bei Erkältung Sport und schnäuzt in ihr Taschentuch
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Erkältung und Sport

Die Entscheidung zwischen Schonung bei einer Erkältung und Sport ist nicht immer einfach – kann aber weitreichende Folgen für die Gesundheit haben.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei einer Erkältung wird der Körper durch Viren auf unterschiedliche Weise belastet.
  • Das Immunsystem ist gefordert, die Atemwege können in ihrer Funktion beeinträchtigt sein und es können Entzündungsreaktionen im gesamten Körper entstehen.
  • Während einer Erkältung sollte deshalb auf Sport und intensive körperliche Belastung verzichtet werden – insbesondere bei Fieber, starkem Husten, Glieder- oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl. 
  • Wer trotz eines Infekts Sport treibt, kann den Körper zusätzlich belasten und das Risiko für ernsthafte Komplikationen erhöhen. Eine seltene, aber besonders schwerwiegende Folge kann eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) sein.

Was steckt hinter einer Erkältung?

Eine Erkältung ist mehr als nur ein lästiger Schnupfen. Bei einem Infekt der oberen Atemwege dringen Viren in die Schleimhäute von Nase, Rachen und Bronchien ein. Das Immunsystem reagiert darauf mit einer Abwehrreaktion, die sich durch typische Symptome bemerkbar macht:

  • verstopfte oder laufende Nase
  • Kratzen im Hals
  • Husten und Heiserkeit
  • Abgeschlagenheit
  • in manchen Fällen leichtes Fieber

Die Viren belasten den Körper dabei auf verschiedenen Ebenen: Sie schwächen das Immunsystem, beeinträchtigen die Funktion der Atemwege und können Entzündungsreaktionen im gesamten Organismus auslösen. Besonders tückisch: Auch wenn man sich bereits besser fühlt, kann die Infektion noch nicht vollständig überwunden sein.

Warum sollte man bei einer Erkältung vorsichtig sein?

Beim Thema Erkältung und Sport ist besondere Vorsicht geboten: Das Immunsystem ist bereits damit beschäftigt, die Krankheitserreger zu bekämpfen. Eine zusätzliche körperliche Belastung bedeutet in dieser Situation weiteren Stress für den Körper. Das kann die Genesungszeit deutlich verlängern.

Noch gravierender: Ein Training trotz Infekt kann ernsthafte Komplikationen verursachen. Eine besonders gefürchtete Folge ist die Herzmuskelentzündung (Myokarditis). Diese tritt auf, wenn sich die Viren auf den Herzmuskel ausbreiten und dort eine Entzündungsreaktion auslösen. Dann gilt für mehrere Wochen ein absolutes Sportverbot und eine konsequente Schonung, da es sonst zu noch schwerwiegenderen Komplikationen, zum Beispiel Herzrhythmusstörungen kommen kann.

Mögliche Konsequenzen eines zu frühen Trainingsstarts:

  • Verschlimmerung der Erkältungssymptome
  • geschwächtes Immunsystem
  • erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen
Frau in Laufkleidung sitzt auf einer Treppe, sie macht trotz Erkältung Sport und hustet.

Erkältung und Sport - was sollte ich beachten?

Viele Menschen fragen sich, ob sie bei Schnupfen komplett auf Sport verzichten müssen. Entscheidend ist, auf die Signale de Körpers zu hören. Diese Aktivitäten sind beispielsweise bei leichtem Schnupfen erlaubt:

  • entspannte Spaziergänge
  • leichte Dehnübungen
  • sanftes Yoga
  • kurze, moderate Einheiten auf dem Heimtrainer (20 bis 30 Minuten bei 50 Prozent der maximalen Herzfrequenz – das heißt, man kann sich noch gut unterhalten)

In diesen Fällen ist Sport absolut tabu:

  • bei Fieber, auch bei leicht erhöhter Temperatur
  • bei Husten oder Halsschmerzen
  • bei ausgeprägter Erschöpfung
  • bei Gliederschmerzen
  • bei einem generellen Krankheitsgefühl

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Manchmal ist es schwer einzuschätzen, ob die Symptome noch im normalen Bereich liegen. In folgenden Fällen sollte man sich unbedingt ärztlichen Rat einholen:

  • Die Symptome werden nach einer Woche nicht besser.
  • Das Fieber hält über mehrere Tage an.
  • Betroffene haben Atemnot.
  • Patienten haben starke Brustschmerzen.
  • Betroffen fühlen sich ungewöhnlich erschöpft, wobei dieser Zustand nicht nachlässt.

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So gelingt der Wiedereinstieg in den Sport

Nach einer Erkältung möchte man sicher schnell wieder mit dem Sport durchstarten. Doch auch wenn es Patieten besser geht: Ein zu früher oder zu intensiver Wiedereinstieg kann den Genesungsprozess zurückwerfen. Es lohnt sich daher, sich etwas mehr Zeit zu lassen.

Einige Tipps:

  • Nach dem Abklingen der Symptome mindestens zwei bis drei Tage bis zur ersten Sporteinheit warten.
  • Mit einer reduzierten Trainingsintensität beginnen.
  • Besonders während der ersten Trainingseinheit auf die Herzfrequenz achten. Diese sollte deutlich unter der üblichen Belastungsfrequenz liegen.
  • Die ersten Trainingseinheiten möglichst nicht allein durchführen, falls Kreislaufprobleme auftreten.
  • Die Belastung über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen langsam auf das normale Niveau steigern.
  • Auf Warnsignale wie ungewöhnliche Erschöpfung oder Schwindelgefühle achten.
  • Das Training sofort abbrechen, wenn die Beschwerden wieder auftreten.

Erkältung vorbeugen: Immunsystem stärken

Die beste Strategie ist natürlich, einen Infekt von vornherein zu vermeiden. Eine regelmäßige Bewegung spielt dabei eine zentrale Rolle, denn moderate sportliche Aktivitäten stärken die körpereigenen Abwehrkräfte und machen Sie widerstandsfähiger gegen Viren. Allerdings gilt auch hier: Die Dosis ist entscheidend.

Trainieren Sie regelmäßig. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt ein moderates aerobes Kraft- oder Ausdauertraining von 150 bis 300 Minuten pro Woche beziehungsweise ein intensives Training von 75 bis 150 Minuten pro Woche. Die Trainingseinheiten sollten Sie auf zwei oder mehr Tage in der Woche verteilen. 

Aerobes Training: Wenn wir trainieren, benötigt unser Körper Energie. Wird diese Energie mithilfe von Sauerstoff gewonnen, ist die Rede von aerobem Training. Diese Energiegewinnung findet vor allem bei niedriger bis mittlerer Intensität über einen längeren Zeitraum statt.

Vermeiden Sie Übertraining, da dieses Ihr Immunsystem schwächt. Übertraining heißt, Sie trainieren zu häufig intensiv, ohne Ihrem Körper ausreichend Erholungszeit zu geben. Mögliche Anzeichen sind andauernde Müdigkeit, eine reduzierte Trainingsleistung, ein gestörter Schlaf, eine erhöhte Infektanfälligkeit oder ein allgemeines Gefühl von Erschöpfung.

Diese weiteren Maßnahmen helfen, gesund zu bleiben:

  • Legen Sie ausreichend Erholungsphasen ein.
  • Achten Sie besonders in der kalten Jahreszeit auf den Temperaturen angemessene Kleidung.
  • Wechseln Sie nach dem Sport immer zeitnah die verschwitzte Kleidung, vor allem im Winter.
  • Trinken Sie vor, während und nach dem Sport ausreichend (mindestens zwei Liter über den Tag verteilt).
  • Waschen Sie sich regelmäßig Ihre Hände.
  • Sorgen Sie für ausreichend Schlaf.

Unser Tipp: Hören Sie im Zweifelsfall auf Ihr Bauchgefühl. Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine Trainingseinheit Ihrem Körper guttut, gönnen Sie sich lieber eine Pause. Die verpasste Einheit holen Sie schnell wieder auf – eine verschleppte Erkältung oder gar eine Herzmuskelentzündung bedeutet dagegen eine deutlich längere Zwangspause.

 

FAQ

Auf den eigenen Körper hören: Bei Krankheit braucht der Körper vor allem Ruhe und Erholung. Lieber einige Tage pausieren und anschließend langsam und vorsichtig wieder einsteigen, als einen Infekt durch zu frühe Belastung zu verschleppen.

Bei einem milden Infekt und gutem Allgemeinzustand kann ein kleiner Spaziergang angenehm sein. Wichtig ist, auf die Signale des Körpers zu achten und körperliche Anstrengung zu vermeiden.

Bei Fieber sollte grundsätzlich kein Sport getrieben werden. Der Körper benötigt die Energie, um die Infektion zu bekämpfen. Auch nach dem Abklingen des Fiebers sollte nicht sofort wieder intensiv trainiert werden.

Autorin: Katharina Weickardt (suxeedo Redaktion)

Expertenunterstützung: Sarah Blakowski, Physiotherapeutin

 

herzstiftung.de/herz-sprechstunde/alle-fragen/sport-nach-erkaeltung (22.11.2024)

herzmedizin.de/fuer-patienten-und-interessierte/vorsorge/sport-und-herz/sport-erkaeltung-risiko-herzmuskelentzuendung.html (22.11.2024)

www.aerzteblatt.de/nachrichten/118657/WHO-gibt-neue-Aktivitaetsempfehlungen-heraus-fuer-die-Gesundheit-zaehlt-jede-Bewegung (25.11.2024)

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