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Unsichtbare Wärme für die Muskeln und den Rücken Infrarotlicht
Infrarotlicht bleibt für das Auge unsichtbar, spendet aber spürbare Wärme und gilt als Hausmittel bei Verspannungen. Auch die Hautverjüngung und Fettverbrennung soll es unterstützen. Doch was davon stimmt eigentlich?
Infrarotlicht ist für das menschliche Auge unsichtbar, kann jedoch als Wärme auf der Haut wahrgenommen werden.
Es wird zur Wärmetherapie eingesetzt, da es die Durchblutung fördern und zur Entspannung der Muskulatur beitragen kann.
Besonders bei Muskelschmerzen und Verspannungen im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich kann eine Infrarot-Wärmebehandlung unterstützend wirken.
ine übermäßige oder unsachgemäße Anwendung kann insbesondere Augen und Haut schädigen und zu Verbrennungen führen.
Was ist Infrarotlicht?
Infrarotstrahlung ist für das menschliche Auge nicht sichtbar. Sie wird von Körpern aufgenommen und kann eine Erwärmung verursachen. Die Sonne liefert von Natur aus am meisten Infrarotstrahlung, künstliche Quellen sind zum Beispiel Infrarotlampen. Dabei gilt eine einfache Faustregel: Je kürzer die Wellenlänge, desto tiefer dringt die Strahlung in die Haut ein.
Rotlicht und Infrarotlicht
Beide Begriffe tauchen oft zusammen auf, meinen aber Verschiedenes:
Rotlicht: sichtbares Licht, das rot leuchtet
Infrarotlicht: unsichtbare Strahlung, die als Wärme ankommt
Viele Infrarotlampen geben rotes Licht ab und heißen deshalb auch Rotlichtlampe. Die Wärme stammt aber von der unsichtbaren Infrarotstrahlung. Mit Rotlichttherapie meinen Anwender meist die Behandlung mit einer solchen Lampe.
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Wirkung von Infrarotlicht: Was passiert im Körper?
Infrarotstrahlung überträgt Energie auf den Körper. Trifft sie auf Gewebe, versetzt sie Moleküle in Schwingung und es entsteht Wärme. Welche Wellenlänge die Strahlung hat, entscheidet darüber, an welcher Stelle im Gewebe diese Wärme entsteht. Längere Wellen (IR-B und IR-C) erwärmen vor allem die oberste Hautschicht. Kurzwellige Infrarotstrahlung (IR-A) gelangt bis in die Unterhaut.
Was die Wärme im Körper auslöst
Die Wärme wirkt an mehreren Stellen gleichzeitig:
Durchblutung: Die lokale Durchblutung kann steigen.
Muskulatur: Die Muskelspannung kann sinken und verspannte Partien können sich lockern.
Wohlbefinden: Viele Anwender empfinden die Wärme als angenehm.
Besondere Aufmerksamkeit verdient das Wärmeempfinden. Die Haut besitzt Rezeptoren für Hitze und Schmerz, die vor zu viel Wärme warnen. Auf kurzwelliges IR-A sprechen sie weniger an als auf längere Wellen. Die Strahlung dringt dann tief ein, ohne dass sich die Haut sofort unangenehm heiß anfühlt. Für gezielte Behandlungen kann das gewollt sein. Für Anwender heißt das aber: Das Wärmeempfinden allein schützt nicht zuverlässig vor Überhitzung. Daher sollten die empfohlenen Abstände zur Lichtquelle und Behandlungszeiten eingehalten werden.
„Infrarotlicht kann unterstützend bei vielen Beschwerden zum Einsatz kommen. Es sollte allerdings nicht als Allheilmittel betrachtet werden. Außerdem sollten die Empfehlungen zur Behandlungsdauer und zu den Abständen zur Lichtquelle eingehalten werden“, so Dr. med. Constantin Weichert (Assistenzarzt für Innere Medizin/Nephrologie).
Therapie mit Infrarotlicht: Wann sie sinnvoll ist
Die Infrarotlicht-Therapie gehört zur klassischen Wärmetherapie und hat auch in der Physiotherapie Tradition. Bereits in der Antike nutzten Menschen die Wärmestrahlung der Sonne gegen Beschwerden.
Typische Einsatzgebiete
Laut Bundesamt für Strahlenschutz nutzt die Medizin Infrarotstrahlung vor allem bei diesen Beschwerden:
Muskelschmerzen
Verspannungen im Nacken, in der Schulter und im Rücken
gegebenenfalls Wundheilungsstörungen und Autoimmunerkrankungen, aber nur nach ärztlicher Beurteilung
Wann Wärme nicht reicht
Infrarotlicht ergänzt eine ärztliche Therapie und aktive Bewegung, zum Beispiel Dehnübungen, Spaziergänge oder gezieltes Krafttraining. Ersetzen kann es beides nicht.
Ob Wärme im Einzelfall sinnvoll ist oder sogar schadet, entscheidet das ärztliche Fachpersonal. Bei akuten Entzündungen oder Schwellungen kann zusätzliche Wärme die Beschwerden sogar verschlimmern. Wer regelmäßig Rückenschmerzen hat, sollte zuerst die Ursache ärztlich abklären lassen und nacherfragen, ob eine Infrarotlicht-Ttherapie sinnvoll ist.
„Wärme löst die Verspannung, aber nicht deren Ursache. Wer täglich stundenlang am Schreibtisch sitzt, profitiert langfristig mehr von Bewegungspausen und einem angepassten Arbeitsplatz“, so Dr. med. Constantin Weichert.
Infrarotlampe: Welche Risiken gibt es?
Wärme tut gut, solange die Dosis stimmt. Schaden entsteht vor allem, wenn die Haut zu heiß wird oder die Bestrahlung zu lange dauert.
Augen
Die Augen reagieren besonders empfindlich auf Wärmestrahlung. Kurzwelliges Infrarot durchdringt den vorderen Teil des Auges und erreicht die Netzhaut. Ein direkter Blick ins Licht der Lampe ist tabu. Eine dauerhafte Bestrahlung mit starken Infrarotquellen kann langfristig die Linse trüben. Bei der Anwendung ist deshalb konsequent auf einen Augenschutz mit entsprechenden Schutzbrillen zu achten.
Haut und Körper
Zu starke oder zu lange Bestrahlung hat unterschiedliche Folgen:
Verbrennungen der Haut
Störungen im Wärmehaushalt des gesamten Körpers
bei regelmäßigem Langzeitgebrauch selten eine netzartige Hautverfärbung (Hitzemelanose)
Bei starker Überhitzung drohen im Extremfall Hitzekrampf, Hitzekollaps oder Hitzschlag. Ein Hitzekrampf ist die mildeste Form und entsteht durch den Verlust von Körpersalzen beim Schwitzen. Ein Hitzekollaps kann zu Blutdruckabfall und im schlimmsten Fall zur Bewusstlosigkeit führen. Wer eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat, holt sich deshalb vor der ersten Anwendung ärztlichen Rat ein.
Eine anhaltende Hautrötung gilt als Warnsignal. Dann heißt es: Anwendung stoppen und ärztlichen Rat einholen.
Eingeschränkter Hitzeschutz
Hitze- und Schmerzrezeptoren in der Haut warnen normalerweise vor zu viel Wärme. Dieses Schutzsystem arbeitet schlechter, wenn Medikamente, Alkohol oder Drogen das Schmerzempfinden dämpfen. Auch Narbengewebe reagiert auf Wärme oft weniger sensibel. In diesen Fällen ist ein Verzicht auf die Infrarotlampe ratsam.
Tipps für die Anwendung der Infrarotlampe
Abstand und Dauer: Beides richtet sich nach den Angaben des Herstellers.
Pausen: Bei mehreren Anwendungen bekommen Haut und Körper Zeit zum Abkühlen.
Schutzbrille: Eine geeignete Schutzbrille für Infrarotstrahlung schützt die Augen.
Wachbleiben: Wer unter der Lampe einschläft, verlängert ungewollt die Bestrahlung.
Hautkontrolle: Während und nach der Anwendung lohnt ein Blick auf die Haut.
Ein Hinweis zur Gerätewahl: Das sichtbare Licht einer Lampe zeigt nicht, wie viel unsichtbare Strahlung auf die Haut trifft. Auch die Watt-Angabe verrät das allein nicht. Entscheidend sind die Bauart, die Anordnung der Strahler und der Abstand zum Körper. Bei Infrarotkabinen gelten die gleichen Regeln wie bei der Lampe: Wer Alkohol, Drogen oder Medikamente genommen hat, die das Schmerzempfinden dämpfen, sollte auf die Bestrahlung mit Infrarotlicht verzichten.
Ärztlichen Rat sollten Betroffene bei folgenden Auffälligkeiten einholen::
anhaltenden Schmerzen
Wundheilungsstörungen
anhaltender Hautrötung nach der Anwendung
Unsicherheit, ob die Wärme im eigenen Fall passt
Katharina Weickardt (suxeedo Redaktion), Expertenunterstützung Dr. med. Constantin Weichert (Assistenzarzt für Innere Medizin/Nephrologie)
FAQ
Ja. Bei zu geringem Abstand, zu langer Bestrahlungsdauer oder zu hoher Intensität kann die Haut überhitzen. Dadurch können Rötungen und Verbrennungen entstehen.
Der wichtigste Unterschied liegt in der Wellenlänge. Während sichtbares Licht vom menschlichen Auge wahrgenommen werden kann, liegt Infrarotstrahlung außerhalb des sichtbaren Spektrums. Sie wird vor allem als Wärme wahrgenommen.
Trifft Infrarotstrahlung auf die Haut, wird ein Teil der Energie in Wärme umgewandelt. Dadurch können die Durchblutung im erwärmten Bereich gefördert und die Muskulatur entspannt werden.
www.bfs.de/DE/themen/opt/ir/wirkung/wirkung_node.html, abgerufen am 15.10.2026
www.bfs.de/DE/themen/opt/anwendung-medizin-wellness/infrarot/infrarot_node.html, abgerufen am 15.10.2026
www.gesundheits-lexikon.com/Therapie/Lichttherapien/Rotlichttherapie-Ultrarotlichttherapie, abgerufen am 15.10.2026
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