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Das Nachmittagstief kennt fast jeder: Die Konzentration lässt nach und die Müdigkeit macht sich breit. Ein strategisch geplanter Powernap von nur 20 Minuten kann neue Energie für den Rest des Tages liefern.
Kurze Nickerchen sind der natürliche Weg gegen das Nachmittagstief und wirken effektiver als Kaffee oder Energydrinks.
Die optimale Dauer beträgt 20 Minuten zwischen 13 und 15 Uhr – später als 16 Uhr kann der Nachtschlaf gestört werden.
Positive Effekte zeigen sich sofort: verbesserte Konzentration, schnellere Reaktionen, bessere Stimmung und erhöhte Kreativität.
Anders als Koffein baut ein Powernap echte Erschöpfung ab und hat keine Nebenwirkungen wie Nervosität.
Die richtige Umgebung ist für die optimale Erholung entscheidend: ruhig, kühl (18 bis 20 °C) und mit gedämpftem Licht.
Was ist ein Powernap?
Ein Powernap ist ein gezielter Kurzschlaf von 10 bis 30 Minuten. Er zielt darauf ab, schnell neue Energie zu tanken, ohne in die Tiefschlafphase zu gelangen. Im Gegensatz zu einem ausgedehnten Mittagsschlaf oder einem ungeplanten Nickerchen folgt das Powernapping einem klaren System mit optimaler Dauer und optimalem Zeitpunkt.
Vorteile von kurzen Schlafeinheiten
Die Vorteile eines kurzen Nickerchens von 15 bis 20 Minuten sind wissenschaftlich belegt:
Verbesserte Konzentration: Bereits nach einem kurzen Nap steigt die Aufmerksamkeit deutlich an.
Erhöhte Kreativität: Das Gehirn kann während der Ruhephase neue Verknüpfungen bilden.
Bessere Stimmung: Der Körper schüttet Glückshormone aus und reduziert Stresshormone.
Stärkung des Immunsystems: Kurze Erholungspausen unterstützen die körpereigenen Abwehrkräfte.
Reduziertes Herzinfarktrisiko: Regelmäßige Powernaps können sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken.
Der natürliche Biorhythmus erklärt das Nachmittagstief
Das Gefühl der Müdigkeit am frühen Nachmittag ist biologisch programmiert und tritt bei den meisten Menschen zwischen 13 und 15 Uhr auf – je nach individueller innerer Uhr kann sich das Gefühl jedoch etwas nach vorne oder hinten verschieben. Unser Körper durchläuft natürliche Wach-Schlaf-Zyklen, wobei die Körpertemperatur am frühen Nachmittag leicht absinkt. Dieser Zeitpunkt ist für einen erfrischenden Powernap daher ideal.
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Die perfekte Powernap-Technik: Schritt für Schritt
Ein erfolgreicher Powernap braucht die richtige Vorbereitung und Durchführung. Mit dieser Anleitung gelingt Ihnen der optimale Kurzschlaf:
Schritt 1: Den idealen Zeitpunkt wählen
Der ideale Zeitraum liegt zwischen 13 und 15 Uhr, wenn das natürliche Energielevel am niedrigsten ist. Wichtig: Powernapping nach 16 Uhr kann das Einschlafen am Abend erschweren.
Schritt 2: Die optimale Dauer einhalten
Die magische Zahl heißt 20 Minuten. Diese Dauer verhindert das Eintreten in die Tiefschlafphase, aus der das Aufwachen besonders schwerfällt. Ein Wecker ist unbedingt nötig – auch wenn das Gefühl besteht, von selbst aufzuwachen.
Schritt 3: Die richtige Umgebung schaffen
Für einen erholsamen Powernap ist Folgendes wichtig:
Ruhiger Ort: Schalten Sie Ihr Telefon stumm und bitten Sie um Ruhe.
Gedämpftes Licht: Schließen Sie die Vorhänge oder verwenden Sie eine Schlafmaske.
Angenehme Temperatur: 18 bis 20 °C sind für den Kurzschlaf ideal.
Bequeme Position: Liegen ist nicht zwingend nötig – auch im Sessel oder sogar am Schreibtisch funktioniert ein Nap.
Schritt 4: Einschlafhilfen nutzen
Falls das Einschlafen schwerfällt, können diese Techniken helfen:
Atemübungen: Zählen Sie beim Einatmen langsam bis vier, halten Sie die Luft für vier Sekunden an und atmen Sie in vier Sekunden aus.
Visualisierung: Lassen Sie vor Ihrem inneren Auge einen ruhigen, entspannenden Ort entstehen.
Schritt 5: Sanft aufwachen
Nach dem Wecker ist sofortiges Aufspringen nicht ratsam. Sich räkeln, ein Glas Wasser trinken und langsame Bewegungen helfen dabei, wieder vollständig wach zu werden. Ein kurzer Spaziergang oder leichte Dehnübungen unterstützen den Übergang zurück zur Aktivität.
Was passiert beim Powernapping in unserem Körper?
Während eines 20-minütigen Powernaps durchläuft der Körper die ersten beiden Schlafphasen also die Einschlafphase un die Leichtschalfphase. In der Leichtschlafphase entspannen sich die Muskeln und der Herzschlag verlangsamt sich. Das Gehirn schaltet vom Wachzustand in einen entspannteren Ruhemodus um. „Ein perfekt getimter Powernap wirkt wie ein Reset-Knopf für das Gehirn. Die kurze Auszeit ermöglicht es den Neuronen, sich zu regenerieren und neue Verbindungen zu knüpfen. Studien zeigen, dass bereits 10 Minuten erste positive Effekte bringen – für eine optimale Erholung sind jedoch 20 Minuten ideal,” so Dr. med. Constantin Weichert, Assistenzarzt für Innere Medizin/Nephrologie.
Auswirkungen auf Konzentration & Leistung
Besonders bemerkenswert sind die Effekte eines Powernaps auf die geistige Leistungsfähigkeit. Während der kurzen Ruhepause regeneriert sich das Gehirn und kann anschließend wieder auf Hochtouren arbeiten:
Schnellere Reaktionen: Nach dem Nickerchen fällt es leichter, auf unerwartete Situationen zu reagieren.
Bessere Merkfähigkeit: Namen, Termine und wichtige Informationen bleiben nach einem Powernap besser im Gedächtnis.
Erhöhte Produktivität: Aufgaben lassen sich nach der Pause effizienter und mit weniger Fehlern erledigen.
Klareres Denken: Komplexe Probleme erscheinen nach dem kurzen Schlaf oft einfacher lösbar.
Positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System
Regelmäßige Powernaps können den Blutdruck senken und das Stresslevel reduzieren. Der Körper schüttet weniger Cortisol aus und die Herzfrequenz normalisiert sich. Wie bereits geschildert, kann dies das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen langfristig verringern.
Powernap im Vergleich: Weitere Erholungsmethoden
Wenn die Müdigkeit zuschlägt, greifen viele zu Kaffee oder anderen Wachmachern. Doch wie schneidet das kurze Nickerchen im Vergleich zu anderen Methoden ab? Ein Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten zeigt deutliche Unterschiede.
Powernap vs. Koffein
Kaffee oder Energydrinks machen zwar kurzfristig wach, haben aber Nachteile. Koffein blockiert lediglich die Müdigkeitssignale, baut aber nicht die tatsächliche Erschöpfung ab. Ein Powernap hingegen sorgt für wirkliche Erholung und hat keine Nebenwirkungen wie Nervosität oder Schlafprobleme.
Langfristige Wirkung im Vergleich:
Koffein: drei bis fünf Stunden Wirkdauer, dann oft Müdigkeitsschub, Gewöhnungseffekt
Powernap: vier bis sechs Stunden erhöhte Leistungsfähigkeit ohne Abfall
Powernap vs. langer Mittagsschlaf
Ein ausgedehnter Mittagsschlaf von über 30 Minuten führt oft zu Schlafträgheit und kann den Nachtschlaf stören. Das kurze Nickerchen beim Powernap erfrischt hingegen, ohne den natürlichen Schlafrhythmus zu beeinträchtigen.
Der „Kaffee-Nap”: Clevere Kombination
Eine besonders effektive Methode ist der sogenannte Kaffee-Nap: eine Tasse Kaffee trinken und sich sofort für 20 Minuten hinlegen. Das Koffein braucht etwa 20 Minuten, um zu wirken – genau dann erfolgt das Aufwachen. Diese Kombination aus Nickerchen und Koffein verstärkt den Erfrischungseffekt deutlich. „Der Kaffee-Nap ist tatsächlich eine wissenschaftlich belegte Methode,” erklärt Constantin Weichert. „Das Koffein blockiert die Adenosin-Rezeptoren im Gehirn, die für die Müdigkeit verantwortlich sind, während der kurze Schlaf echte Erholung bringt. Beide Effekte ergänzen sich perfekt.”
FAQ
Die optimale Dauer liegt zwischen 10 und 20 Minuten. Länger als 30 Minuten sollte ein Powernap nicht dauern, da Sie sonst in die Tiefschlafphase gelangen und sich danach erschöpfter fühlen als zuvor. Für Anfänger sind 10 bis 15 Minuten ein guter Start.
Der ideale Zeitraum liegt zwischen 13 und 15 Uhr, wenn das natürliche Energielevel am niedrigsten ist. Nach 16 Uhr ist vom Powernapping abzuraten, da dies den Nachtschlaf beeinträchtigen kann. Wichtig ist es, mindestens sechs bis sieben Stunden vor der gewohnten Bettzeit zu bleiben.
Ein richtig getimter Powernap von maximal 20 Minuten vor 16 Uhr stört den Nachtschlaf normalerweise nicht. Im Gegenteil: Er kann sogar dabei helfen, abends besser zu entspannen. Längere oder späte Nickerchen können jedoch das Einschlafen erschweren.
Ein richtig getimter Powernap vor 16 Uhr sollte den Nachtschlaf normalerweise nicht beeinträchtigen. Falls doch Einschlafprobleme auftreten, war der Nap möglicherweise zu spät am Tag oder zu lang. Für die betroffene Nacht helfen entspannende Rituale wie warme Bäder, Lesen oder Atemübungen. Am nächsten Tag den Powernap früher planen oder die Dauer verkürzen.
Die meisten Menschen profitieren von Powernapping. Ausnahmen sind Personen mit schweren Schlafstörungen oder solche, die bereits nachts sehr wenig schlafen. Bei Unsicherheiten ist eine Rücksprache mit einem Arzt ratsam. Schwangere können ebenfalls powernappen, sollten aber auf eine bequeme Position achten.
Autorin: Katharina Weickardt (suxeedo Redaktion), Expertenunterstützung Dr. med. Constantin Weichert (Assistenzarzt für Innere Medizin/Nephrologie)
www.test.de/Powernap-Sieben-Tipps-fuers-Nickerchen-5832083-0/, abgerufen am 06.08.2025
www.aerzteblatt.de/archiv/diagnose-mittagsmuedigkeit-schlaflos-im-buero-68bdfd1a-eb5f-446f-b2fb-0fc1e50dc614, abgerufen am 06.08.2025
www.aerztezeitung.de/Medizin/Ausgeschlafen-zum-Erfolg-durch-Powernapping-325162.html, abgerufen am 18.08.2025
www.uni-hamburg.de/newsroom/presse/2025/pm26.html, abgerufen am 18.08.2025
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