Zum Hauptinhalt springen
Wir legen Wert auf Sicherheit. Deswegen wird die Unterstützung für den Internet Explorer nicht mehr durch unsere Website bereitgestellt. Bitte verwenden Sie einen anderen Browser, zum Beispiel Google Chrome, Firefox oder Edge
Telefon: 07141 9790-0
, E-Mail: info@mhplus.de
Frau macht im Wohnzimmer Atemübungen
Zurück

Tipps und Hausmittel Rauchen aufhören

Menschen, die rauchen, suchen zunächst einfache Wege, um zu Hause gegen das Rauchverlangen und die Entzugserscheinungen vorzugehen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hausmittel können dazu beitragen, die bei der Raucherentwöhnung auftretenten Symptome, zu lindern.
  • Je nach Symptom wirken unterschiedliche Hausmittel.
  • Pfefferminz-, Kamille- oder Melissentee können die innere Unruhe beruhigen.
  • Baldrian- oder Lavendeltee helfen beim Einschlafen.
  • Pfefferminzöl auf den Schläfen kann bei Kopfschmerzen helfen.
  • Statistisch gesehen gelingt nur 5 Prozent der Raucher die Entwöhnung ohne Hilfsmittel.
  • Daher sind Hausmittel beim Rauchstopp vermutlich nur eine ergänzende Hilfe. 

Mit dem Rauchen aufhören: Wie Hausmittel helfen

Hausmittel ersetzen keine professionelle Rauchentwöhnung. Als ergänzende Maßnahme können sie den Alltag ohne Zigaretten unter Umständen erleichtern. Rauchen macht sowohl körperlich als auch psychisch abhängig.

Die körperliche Abhängigkeit entsteht durch Nikotin und äußert sich in Symptomen wie Nervosität, Schlafproblemen oder Kopfschmerzen. Die größere Herausforderung ist für die meisten Raucher  die psychische Abhängigkeit, die in tief verankerten Gewohnheiten und Ritualen rund um die Zigarette sitzt.

Hausmittel wirken vor allem auf der Verhaltensebene und bei den Symptomen. Sie helfen in schwierigen Momenten, den Körper zu stabilisieren und alte Muster zu durchbrechen, insbesondere während des Nikotinentzugs

 

Hausmittel für den Rauchstopp: Was bei welchem Symptom helfen kann

Wichtige Einordnung vorab: In der Regel klingen die stärksten körperlichen Symptome bei Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, nach wenigen Tagen ab. Bereits nach 24 Stunden ohne Zigaretten beginnt der Körper, sich zu erholen.

Akutes Rauchverlangen

Das orale Bedürfnis, also der Drang, etwas im Mund zu haben oder mit den Lippen zu beschäftigen, lässt sich gut mit Karottensticks, Zimtstangen oder nikotinfreien Kaugummis stillen. Wer das Verlangen (auch Craving genannt) spürt, sollte außerdem tief durchatmen, da dieses  in der Regel nur drei bis fünf Minuten dauert. Ein kurzer Kälteschock, beispielsweise durch das Abkühlen des Gesichts mit kaltem Wasser, lenkt schnell ab und hilft, diesen Moment zu überbrücken.

Nervosität und innere Unruhe

Pfefferminz-, Kamille- oder Melissentee wirken beruhigend auf das Nervensystem. Den Konsum von Koffein am Nachmittag zu meiden, kann den Entzug zusätzlich erleichtern. Nikotin und Koffein verstärken sich im Körper gegenseitig – ohne Nikotin wirkt Koffein intensiver und kann Nervosität verstärken.

Schlafprobleme

Ein Baldrian- oder Lavendeltee am Abend kann die Einschlafbereitschaft unterstützen. Wer eine Stunde vor dem Zubettgehen auf Bildschirme verzichtet, schläft erfahrungsgemäß besser.

Kopfschmerzen

Das einfachste Mittel gegen Entzugskopfschmerzen ist es, ausreichend Wasser zu trinken. Die zusätzliche Anwendung von Pfefferminzöl auf den Schläfen kann die Beschwerden zusätzlich lindern. Die gute Nachricht: Bei den meisten Menschen bessern sich diese Beschwerden nach wenigen Tagen spürbar.

Husten und Verschleimung

Eine Dampfinhalation mit Thymian oder Eukalyptus kann die Atemwege befreien und die Schleimproduktion regulieren. Wer nach dem Rauchstopp mehr hustet als zuvor, sollte dies als positives Zeichen verstehen. Die Lunge beginnt, sich selbst zu reinigen. „Entzugserscheinungen sind zwar unangenehm, aber sie sind ein Zeichen, dass sich der Körper erholt. Die meisten Menschen unterschätzen, wie schnell sich körperliche Symptome bessern, sobald die letzte Zigarette geraucht wurde“, sagt Dr. med. Constantin Weichert, Arzt.

Heißhunger

Gemüsesnacks und Nüsse sind die bessere Wahl als Süßigkeiten, da sie den Blutzuckerspiegel stabiler halten. Ausreichend Wasser oder ungesüßter Tee hilft, das Hungergefühl zu zügeln.

Rauchgewohnheiten umlenken: Auslöser kennen und ersetzen

Rauchverlangen ist oft situativ bedingt. Ein Kaffee am Morgen, eine Pause bei der Arbeit, ein Telefonat oder Stress – solche Auslöser können innerhalb von Sekunden das Verlangen nach einer Zigarette auslösen. Psychologisch folgt das Rauchen einer klassischen Gewohnheitsschleife: Ein Auslöser erzeugt das Verlangen, die Zigarette ist die Routinehandlung und die Erleichterung im Anschluss ist die Belohnung. 

Der erste Schritt besteht darin, die persönlichen Auslöser zu identifizieren. Welche Situationen lösen den automatischen Griff zur Zigarette aus? Im zweiten Schritt gilt es, diese Rauchrituale durch neue Gewohnheiten zu ersetzen.

  • Kaffee künftig mit einem Glas Wasser kombinieren,
  • die Pausenzigarette durch einen kurzen Spaziergang ersetzen,
  • Telefonate im Stehen oder mit Bewegung verbinden.

Wer Wohnung und Arbeitsplatz konsequent rauchfrei gestaltet, also Aschenbecher, Feuerzeuge und Zigarettenpackungen entfernt, senkt die Hemmschwelle spürbar. Wenn man sein soziales Umfeld einbindet, schafft man zusätzliche Verbindlichkeit: Wer anderen von seinem Rauchstopp erzählt, hält nach aller Erfahrung besser durch.

 

Warum Hausmittel beim Rauchstopp meist nur unterstützend wirken

Allein auf Hausmittel und die eigene Willenskraft zu setzen, ist statistisch gesehen wenig erfolgversprechend: Nur rund fünf Prozent der Raucher schaffen es ohne jegliche Unterstützung, langfristig rauchfrei zu bleiben.

Was den Rauchstopp erleichtern kann, ist die schnelle köperliche Erholung nach dem Rauchstopp: Bereits Stunden nach dem Rauchstopp sinkt der Kohlenmonoxidgehalt im Blut. Nach wenigen Wochen verbessern sich die Lungenfunktion und die Durchblutung deutlich. Mit jedem rauchfreien Jahr nimmt das gesundheitliche Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall weiter ab. „Wer den Rauchstopp ernsthaft angehen möchte, sollte alle verfügbaren Mittel nutzen. Hausmittel können ein guter erster Schritt sein und unterstützend wirken. Sie alleine sind jedoch selten als einzige Maßnahme ausreichend“, erklärt Dr. med. Constantin Weichert.

 

Autorenbox: Nele Dornbusch (suxeedo Redaktion), Expertenunterstützung Dr. med. Constantin Weichert (Arzt)

 

FAQ

Als besonders effektiv gelten derzeit - vor allem für Raucher mit starker Nikotinabhängigkeit -  Nikotinersatztherapien, insbesondere in Kombination mit verhaltenstherapeutischen Angeboten wie zum Beispiel Nichtraucher-Seminare. Auch ausgewählte Nichtaucher-Apps beinhalten verhaltenstherapeutische Ansätze und können unterstützend wirken. 

Das starke Verlangen hält meist nur wenige Minuten an. Aus diesem Grund kann es schon genügen sich in diesem Zeitrahmen abzulenken. Als effektive Gegenstrategie gelten auch entspannende Atemübungen, kaltes Wasser im Gesicht oder Knabbereien wie Nüsse, Obst- oder Gemüsesticks. Wer sich klar macht, wann ein Craving auftaucht, kann die entsprechenden Situationen unter Umständen auch einfach vermeiden. 

Ja, auch Rauchen gehört zu den Risikofaktoren für Darmkrebs. Die krebserregenden Stoffe aus dem Tabakrauch gelangen über den Blutkreislauf in den Darm und können dort das Erbgut schädigen. 

www.praktischarzt.de/ratgeber/mit-rauchen-aufhoeren/, abgerufen am 24.03.2026

www.gesundheitsinformation.de/wie-kann-man-mit-dem-rauchen-aufhoeren.html, abgerufen am 24.03.2026

gesund.bund.de/rauchen, abgerufen am 24.03.2026

www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Themen/Tabak/tabak_node.html, abgerufen am 24.03.2026

www.rauchfrei-info.de/news/darmkrebsmonat-maerz-rauchen-erhoeht-das-risiko/, abgerufen am 08.03.2026

Haftungsausschluss
Die medizinischen Texte in der Rubrik mhplus-krankenkasse.de/wissen geben grundlegende Informationen zu Gesundheitsthemen und Erkrankungen. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden empfehlen wir immer den Arztbesuch. Nur der behandelnde Arzt kann eine Diagnose stellen oder eine konkrete Therapieempfehlung geben. Die Inhalte unserer Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Die mhplus kann dennoch ausdrücklich keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Verlässlichkeit, Qualität und Aktualität geben. Werden bestimmte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren erwähnt, so dient dies ggf. der vollständigen Informationen zu allen gängigen Möglichkeiten. Darunter sind möglicherweise auch solche, deren Nutzen und Wirkung noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen sind, und die daher von Rechts wegen nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind. Nur durch ihre Erwähnung ergibt sich kein Anspruch auf Kostenerstattung.
Service-App und Online-Filiale sind am 14.04.2026 aufgrund einer technischen Umstellung nicht verfügbar. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Zum Seitenanfang springen