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Milchstau: Ursachen, Symptome und was jetzt hilft Wenn das Stillen zur Belastung wird
Ein Milchstau ist zwar schmerzhaft, lässt sich aber in den meisten Fällen gut zu Hause behandeln. Dieser Artikel zeigt, was jetzt hilft, wann Mütter eine Hebamme aufsuchen sollten und wie sie einem Milchstau vorbeugen können.
Milchstau entsteht in der Stillzeit, wenn sich in den Milchgänge der Brust Mich staut.
Die Brust ist dann verhärtet und Druckempfindlich.
Für die Entstehung eines Milchstaus kann es unterschiedliche Ursachen geben.
Wer bei den ersten Anzeichen eines Milchstaus reagiert, kann ihn meist innerhalb von ein bis zwei Tagen lösen.
Zeigt sich nach ein bis zwei Tagen keine Besserung sollte die Hebammen zu Rate gezogen werden.
Aus einem Milchstau kann sich eine Mastitis entwickeln.
Bei einem Verdacht auf Mastitis sollte immer eine Hebammeoder Arzt hinzugezogen werden.
Was ist ein Milchstau?
Beim Stillen fließt die Muttermilch durch ein verzweigtes System von Milchgängen zur Brustwarze. Ein Milchstau entsteht, wenn sich Milch in einem oder mehreren dieser Milchgänge staut und nicht abfließen kann. Die betroffene Stelle verhärtet sich, schwillt an und schmerzt.
Wichtig ist die Abgrenzung zum normalen Milcheinschuss. Dieser tritt in der Regel an den Tagen zwei bis vier nach der Geburt auf, wenn bei der Mutter die Milchproduktion vollständig einsetzt. Beide Brüste fühlen sich dann gespannt und schwer an. Das ist ein natürlicher Vorgang. Ein Milchstau ist dagegen durch einen gestockten Milchfluss gekennzeichnet, der sich in einer oft tastbaren Verhärtung der Brust äußert.
Ein Milchstau ist in der Stillzeit weit verbreitet. Laut Studien erleben bis zu ein Drittel aller stillenden Mütter mindestens einmal einen Milchstau, vor allem in den ersten Wochen nach der Geburt.
Symptome: So erkennt man einen Milchstau
Die Beschwerden treten in der Regel plötzlich und einseitig auf. Typische Anzeichen sind:
Verhärtung und Druckempfindlichkeit: Eine klar abgrenzbare, harte und druckempfindliche Stelle in der Brust,
Schwellung und Rötung: Die betroffene Brust oder ein Bereich davon ist gerötet und geschwollen,
Schmerzen: Vor allem beim Stillen oder Abpumpen, aber auch im Ruhezustand,
stockender Milchfluss: Die Milch fließt auf der betroffenen Seite spärlicher oder gar nicht,
allgemeines Unwohlsein: Manchmal begleitet von Müdigkeit oder einer leicht erhöhten Temperatur von bis zu 38,5 °C.
Wenn das Fieber auf über 38,5 °C steigt und grippeähnliche Symptome hinzukommen, kann dies auf eine Brustentzündung hinweisen.Dazu später mehr.
Ursachen: Wie entsteht ein Milchstau?
Ein Milchstau kann verschiedene Auslöser haben. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen:
Unregelmäßiges oder zu seltenes Stillen: Wenn das Baby seltener an die Brust gelegt wird, staut sich die Muttermilch in den Milchgängen.
Falsche Stillposition oder schlechtes Anlegen: Nur wenn das Baby richtig liegt und korrekt saugt, kann es die Brust effektiv und vollständig entleeren.
Äußerer Druck auf die Brust: Ein zu enger BH, ein Sicherheitsgurt oder Druck beim Schlafen, zum Beispiel durch den eigenen Arm, können einen Milchgang abdrücken.
Plötzliches Abstillen oder Stillpausen: Der abrupte Rückgang des Stillens führt zu einem Überschuss an Milch, der nicht abfließen kann.
Stress und Erschöpfung: Beides beeinträchtigt den Oxytocinspiegel und wirkt sich negativ auf den Milchfluss aus.
Was tun bei Milchstau – und wie kann man ihm vorbeugen?
Die gute Nachricht: Wer bei den ersten Anzeichen eines Milchstaus konsequent handelt, kann ihn meist innerhalb von ein bis zwei Tagen lösen. Wichtig ist, die betroffene Brust gut zu unterstützen und die Milch gezielt abzuleiten.
Diese Maßnahmen können Abhilfe schaffen:
Weiter stillen oder abpumpen: Die betroffene Seite so oft wie möglich anlegen. Das ist die wirksamste Maßnahme. Beim Anlegen sollte das Kinn des Babys in Richtung der Verhärtung zeigen, damit dieser Bereich besser entleert wird.
Wärme vor dem Stillen: Ein warmes Tuch oder eine kurze warme Dusche entspannen den Milchgang und fördern den Milchfluss.
Sanfte Massage: Sanftes Ausstreichen in Richtung Brustwarze hilft, den Milchstau zu lösen. Dabei darf jedoch kein zusätzlicher Schmerz entstehen. Vibration hilft oft besser, da sie die Lymphe zusätzlich stimuliert und so das angeschwollene Gewebe entlastet.
Stillposition variieren: Durch verschiedene Positionen werden unterschiedliche Bereiche der Brust entleert.
Kühlung nach dem Stillen: Ein kühler Waschlappen oder ein Quarkwickel nach dem Stillen kann Schwellungen und Schmerzen lindern.
Vorbeugung
Wer diese Grundregeln beachtet, senkt das Risiko für einen erneuten Milchstau deutlich:
Regelmäßige Stillabstände einhalten und die Brust vollständig entleeren,
Auf eine korrekte Stillposition und ein gutes Anlegen des Babys an der Brustwarze achten,
Locker sitzende Kleidung und BHs ohne Druck auf die Brust wählen,
Bei einer Milchüberproduktion das Abpumpen gezielt dosieren, da übermäßiges Abpumpen das Überangebot an Muttermilch weiter steigert.
Auf ausreichend Ruhe und Entspannung achten, denn Stress kann den Milchfluss beeinträchtigen, da er die Ausschüttung des Hormons Oxytocin hemmt.
Wann ist es sinnvoll, eine Hebamme oder Stillberaterin hinzuzuziehen?
Spätestens wenn sich nach 24 bis 48 Stunden keine Besserung zeigt, das Fieber steigt oder die Schmerzen zunehmen, ist es Zeit, sich Unterstützung zu holen. Eine Hebamme oder zertifizierte Stillberaterin kann die Stillposition überprüfen, beim Anlegen des Babys helfen und beurteilen, ob eine Brustentzündung vorliegt. „Viele Mütter warten zu lange, bevor sie sich Hilfe holen. Dabei können eine kurze Stillberatung und eine kleine Korrektur der Anlegetechnik bereits große Veränderungen bewirken“, sagt Hebamme Evi Bodman.
Milchstau oder Mastitis: Den Unterschied kennen
Wird ein Milchstau nicht oder nicht rechtzeitig behandelt, kann sich daraus eine Brustentzündung (Mastitis) entwickeln. Dabei dringen Bakterien in das Brustgewebe ein und lösen eine Infektion aus.
Typische Anzeichen einer Mastitis sind:
Fieber über 38,5 °C,
starke Rötung, Überwärmung und Schwellung in einem klar abgegrenzten Bereich der Brust,
grippeähnliche Symptome wie Schüttelfrost, Gliederschmerzen und ein starkes Krankheitsgefühl sowie
Schmerzen, die trotz Entleeren der Brust nicht besser werden.
Eine Mastitis muss immer ärztlich abgeklärt werden. In manchen Fällen sind Antibiotika erforderlich, die von einem Arzt bzw. einer Ärztin verschrieben werden. In seltenen Fällen ist sogar ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus notwendig. Wichtig: In den meisten Fällen können und sollten Mütter auch bei einer Mastitis weiter stillen. Das hilft, die Entzündung abklingen zu lassen, und ist für das Baby unbedenklich.
Bei einem anhaltenden Milchstau oder Verdacht auf Mastitis gilt: Nicht abwarten, sondern eine Hebamme oder gynäkologische Praxis kontaktieren.
Autorin: Nele Dornbusch (suxeedo Redaktion), Expertenunterstützung Evi Bodman (Hebamme)
FAQ
Der Milcheinschuss tritt in der Regel an den Tagen zwei bis vier nach der Geburt auf, wenn bei der Mutter die Milchproduktion vollständig einsetzt. Beide Brüste fühlen sich dann gespannt und schwer an. Das ist ein natürlicher Vorgang. Ein Milchstau ist dagegen durch einen gestockten Milchfluss gekennzeichnet, der sich in einer oft tastbaren Verhärtung der Brust äußert.
Verhärtung und Druckempfindlichkeit: Eine klar abgrenzbare, harte und druckempfindliche Stelle in der Brust,
Schwellung und Rötung: Die betroffene Brust oder ein Bereich davon ist gerötet und geschwollen,
Schmerzen: Vor allem beim Stillen oder Abpumpen, aber auch im Ruhezustand,
stockender Milchfluss: Die Milch fließt auf der betroffenen Seite spärlicher oder gar nicht,
allgemeines Unwohlsein: Manchmal begleitet von Müdigkeit oder einer leicht erhöhten Temperatur von bis zu 38,5 °C.
Wird bei einem Milchstau frühzeitig gegengesteuert, verschwindet er nach ein bis zwei Tagen. Verschwindet der Milchstau nicht, kommen Fieber, eine starke Rötung der Brust oder grippeähnliche Symptome hinzu, könnte es sich um eine Mastitis handeln. Bei Verdacht auf Mastitis sollte ein Arzt aufgesucht werden.
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