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Geborgen und geschützt: Was Mütter wissen müssen Stillen trotz Erkältung
Husten, Schnupfen, Halsschmerzen – und trotzdem stillen? In den meisten Fällen ist das nicht nur möglich, sondern sogar sinnvoll für das Baby. Was Mütter bei einer Erkältung in der Stillzeit beachten sollten, erklärt dieser Ratgeber.
Stillende Mütter dürfen bei einem grippalen Infekt weiterstillen.
In der Muttermilch befinden sich Antikörper, die das Immunsystem des Kindes unterstützen.
Ausnahmen: Bei bestimmten schweren Erkrankungen oder wenn die Mutter Medikamente einnehmen muss, die nicht mit dem Stillen vereinbar sind.
Mütter sollen zunächst auf Hausmittel wie viel trinken, inhalieren, Nasenspülungen usw. zurückgreifen.
Medikamente sollten erst zum Einsatz kommen, Hausmittel nicht mehr helfen.
Medikamente sollten von stillenden Müttern ausschließlich in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.
Weiterstillen bei Erkältung: Ja oder Nein?
Die Antwort ist klar: Ja. Erkrankte stillende Mütter sollten bei einem grippalen Infekt in der Regel weiterstillen, auch wenn dies zunächst kontraintuitiv erscheint. Der Grund dafür ist die besondere Schutzfunktion der Muttermilch.
Sobald der Körper mit einem Krankheitserreger in Kontakt kommt, beginnt er, spezifische Antikörper zu bilden. Diese Abwehrstoffe gelangen in die Muttermilch und erreichen den Säugling mit jeder Mahlzeit. So erhält das Kind eine auf den aktuellen Infekt abgestimmte Immununterstützung – direkt aus der Milch seiner Mutter.
„Die Zusammensetzung und Inhaltsstoffe der Muttermilch sind variabel. Die während eines Infekt gebildeten Antikörper werden teilweise über die Muttermilch weitergegeben und schützen das Kind gegen genau diesen Erreger“, erklärt Dr. med. Constantin Weichert.
Ausnahmen: Wann eine Stillpause sinnvoll sein kann
In seltenen Fällen ist eine vorübergehende oder dauerhafte Stillpause notwendig, beispielsweise bei bestimmten schweren Erkrankungen oder wenn die Mutter Medikamente einnehmen muss, die nicht mit dem Stillen vereinbar sind. In solchen Situationen klärt der behandelnde Arzt die weitere Vorgehensweise.
Hausmittel in der Stillzeit: Was wirklich hilft
Bei einer Erkältung während der Stillzeit ist es am besten, zunächst auf bewährte Hausmittel zurückzugreifen. Diese helfen dem Körper bei der Genesung, ohne das Kind zu gefährden.
Besonders wichtig ist es, ausreichend zu trinken: Flüssigkeit unterstützt die Milchproduktion und fördert den Heilungsprozess. Gut geeignet sind Wasser, ungesüßte Kräutertees und klare Brühen.
Bei Husten und verstopfter Nase hilft Inhalieren mit Wasserdampf. Eine reine Wasserdampfinhalation ohne ätherische Öle ist unbedenklich. Von hochkonzentrierten Inhalationsmitteln mit ätherischen Ölen ist in der Stillzeit hingegen abzuraten, da einzelne Wirkstoffe in die Milch übergehen können.
Eine sichere und wirksame Methode bei Schnupfen sind Nasenspülungen mit Kochsalzlösung. Sie befeuchten die Schleimhäute, spülen Erreger aus und können ohne ärztliche Rücksprache angewendet werden.
Wärme und Ruhe sind ebenfalls wichtige Faktoren für die Genesung – auch wenn der Alltag mit einem Säugling wenig Spielraum dafür lässt. Wer Unterstützung organisieren kann, sollte das in dieser Phase nicht scheuen.
Medikamente in der Stillzeit: Was ist erlaubt?
Grundsätzlich gilt: Keine Selbstmedikation ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker. Da viele Wirkstoffe zumindest in geringen Mengen in die Muttermilch übergehen, ist eine individuelle Einschätzung unerlässlich.
Wirkstoffe, die als verträglich gelten
Paracetamol gilt bei Fieber und Schmerzen als gut verträglich in der Stillzeit. Wichtig ist dabei jedoch immer die ärztliche Absprache bezüglich Dosierung und Einnahmedauer.
Wirkstoffe, die stillende Mütter meiden sollten
In der Stillzeit sollten stillende Mütter eine Reihe von Wirkstoffen nach Möglichkeit meiden. Dazu zählen unter anderem ältere Antihistaminika (Wirkstoffe gegen Allergie- und Erkältungssymptome wie Schnupfen oder Niesreiz), die beim Säugling Sedierung auslösen können, Acetylsalicylsäure in schmerzmitteltypischer Dosierung (ab 500 mg) sowie abschwellende Nasensprays auf Sympathomimetika-Basis.
„Bei der Wahl von Medikamenten in der Stillzeit sollte immer ärztlicher oder pharmazeutischer Rat eingeholt werden. Die gute Nachricht ist, dass es für die meisten Erkältungsbeschwerden verträgliche Alternativen gibt“, betont Dr. med. Constantin Weichert.
Tipp: Geprüfte Informationen zu Wirkstoffen in der Stillzeit
Die Datenbank Embryotoxder Charité Berlin bietet kostenlose und ohne Anmeldung zugängliche, geprüfte Informationen zur Verträglichkeit von Wirkstoffen in der Stillzeit.
Wann sollten Mütter zum Arzt?
Eine Erkältung lässt sich oft zu Hause behandeln. In bestimmten Situationen ist jedoch dringend ärztlicher Rat geboten – sowohl für die Mutter als auch für das Kind.
Eine ärztliche Abklärung ist erforderlich bei:
anhaltend hohem Fieber über mehr als zwei bis drei Tage,
einer starken Verschlechterung des Allgemeinzustands,
Husten mit gelblich-grünem Auswurf (möglicher Hinweis auf eine bakterielle Infektion),
Veränderungen beim Baby wie Trinkschwäche, Fieber oder ungewöhnliche Unruhe.
Bei Unsicherheit gilt: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Arzt gehen. Gerade in der Stillzeit ist eine schnelle ärztliche Einschätzung wichtig – für Mutter und Kind gleichermaßen.
Autorin: Nele Dornbusch (suxeedo Redaktion), Expertenunterstützung Dr. med. Constantin Weichert
FAQ
Erkrankte stillende Mütter sollten bei einem grippalen Infekt in der Regel weiterstillen, auch wenn dies zunächst kontraintuitiv erscheint. Der Grund dafür ist die besondere Schutzfunktion der Muttermilch.
Sobald der Körper mit einem Krankheitserreger in Kontakt kommt, beginnt er, spezifische Antikörper zu bilden. Diese Abwehrstoffe gelangen in die Muttermilch und erreichen den Säugling mit jeder Mahlzeit. So erhält das Kind eine auf den aktuellen Infekt abgestimmte Immununterstützung – direkt aus der Milch seiner Mutter.
In seltenen Fällen ist eine vorübergehende oder dauerhafte Stillpause notwendig, beispielsweise bei bestimmten schweren Erkrankungen oder wenn die Mutter Medikamente einnehmen muss, die nicht mit dem Stillen vereinbar sind. In solchen Situationen klärt der behandelnde Arzt die weitere Vorgehensweise.
Grundsätzlich gilt Paracetamol bei Fieber und Schmerzen als gut verträglich in der Stillzeit. Dennoch sollten stillende Mütter bei diesen und anderen Medikamenten die Einnahme vorher in jedem Fall mit dem Arzt abstimmen.
www.embryotox.de/, abgerufen am 10.03.2026
www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/I/Influenza/influenza-node.html, abgerufen am 10.03.2026
www.bfr.bund.de/presseinformation/nationale-stillkommission-weiterhin-4-bis-6-monate-ausschliesslich-stillen/, abgerufen am 10.03.2026
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