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Eine Hand hält die Tabelle des Nutri Scores von A bis E in der Hand. Dahinter sieht man Gemüse.

Was bedeutet die Lebensmittelampel? Nutri-Score

Der Nutri-Score ist eine schnelle Entscheidungshilfe für den gesunden Einkauf. Das gilt aber nur für die Wahl innerhalb einer Kategorie von Lebensmitteln. Der Nutri-Score Der Nutri-Score ist eine schnelle Entscheidungshilfe für den gesunden Einkauf.

Die Qual der Wahl

Welcher Fruchtjoghurt ist die gesündere Wahl? Welche Müslimischung oder welches Streichfett? Die Nährwertkennzeichnung auf der Rückseite hilft bei der Auswahl – theoretisch. Praktisch wird man oft nicht schlau daraus. Daher wurde der Nutri-Score entwickelt: Eine einfache Skala, mit der Sie Lebensmittel einer Kategorie vergleichen können. Hier erfahren Sie, wie Sie den Nutri-Score für Ihren Einkauf sinnvoll nutzen.

Wie wird der Nutri-Score berechnet?

Nach einem ausgeklügelten Prinzip werden erwünschte, gesundheitsförderliche Nährwerte und Zutaten, mit unerwünschten verrechnet. Das sind Eiweiß, Ballaststoffe, Gemüse, Obst, Nüsse und ausgewählte Fette versus Zucker, gesättigte Fettsäuren und Natrium. Auch der Kaloriengehalt spielt eine Rolle. Die Gesamtbewertung erfolgt über eine Ampel: Der Buchstabe A und die Farbe Grün bezeichnen die höchste Nährwertqualität, E und Rot die niedrigste. Vitamine, Mineralstoffe oder Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker oder Aromen fließen aber nicht in die Berechnung ein. Hierzu müssen Sie weiterhin einen Blick auf die Rückseite der Verpackung werfen.

Der Nutri-Score in 3 Schritten:

  1. Einordnung des Lebensmittels:
    Zuerst wird das Lebensmittel eines der 4 Kategorien zugeordnet: allgemeine Lebensmittel, zugesetzte Fette, Käse, Getränke.
    Danach werden Punkte an die Inhaltsstoffe verteilt:
    Für „schlechte“ (gesundheitsschädliche Nährstoffe wie beispielsweise Zucker, Fett und Salz) Inhalte
    Für „gute“ (gesundheitsförderliche Nährstoffe wie Ballaststoff- und Eiweißgehalt) Inhalte
     
  2. Berechnung der Gesamtpunktzahl:
    Die Gesamtpunktzahl berechnet sich folgendermaßen:
    Summe der „schlechten“ Inhaltsstoffe abzüglich der „guten“ Inhaltsstoffe.
    Das bedeutet: Je geringer die Punktzahl, umso „besser“ ist das Lebensmittel.
     
  3. Einordnung in eine der 5 Stufen:
    Steht die Punktzahl fest, wird das Lebensmittel nun einer Stufe zugeordnet. Es gibt 5 Farb-Buchstaben-Stufen: A (grün) über C (gelb) bis E (rot).
Zu sehen sind unterschiedliche Produkte mit unterschiedlichem Nutri Score von A bis C.

Wie hilft der Nutri-Score bei der Auswahl?

Den Nutri-Score finden Sie nur auf verarbeiteten Lebensmitteln wie Pizza oder Keksen, die auch eine Nährwerttabelle tragen. Ganz wichtig: Sie können damit nur Lebensmittel innerhalb einer Gruppe vergleichen: Also das Früchtemüsli mit grünem A dem Schoko-Müsli mit gelbem C vorziehen oder die Spinat-Pizza B der Salami-Pizza C. Der Nutri-Score hilft Ihnen nicht bei der Entscheidung zwischen der Spinat-Pizza und einem Buttergemüse, das ebenfalls ein grünes B trägt. Welches davon eher zu einer ausgewogenen Ernährung passt, müssen Sie nach wie vor selber anhand gängiger Empfehlungen entscheiden.

Warum hat Käse Nutri-Score D?

Käse liefert reichlich Protein und Calcium, gleichzeitig viel Fett und Salz. Daher würden die meisten Käsesorten einen schlechten Nutri-Score E bekommen. Extraregeln bei der Bewertung des Proteingehalts sorgen aber für einen sinnvollen Vergleich von Käsesorten. So erhalten beispielsweise Bergkäse oder Gouda ein D und Harzer oder Mozzarella ein C.

Sonderregeln gelten auch für Fette und Öle, sonst würden selbst hochwertige pflanzliche Öle immer ein rotes E erhalten. Trotzdem gibt es hier viel Kritik und Bestrebungen, dass beispielsweise gesundes Rapsöl eine bessere Bewertung als C verdient.

Neue Regeln für Getränke

Schwierig sieht es bei Getränken aus. Daher ändern sich die Berechnungen ab 2023. Dann gelten alle Lebensmittel, die getrunken werden, als Getränke – auch Milch und Pflanzendrinks. Davon erhält allein Wasser ein dunkelgrünes A. Alle anderen Getränke bekommen „Negativ-Punkte“ für Zucker, aber auch künstliche Süßstoffe. So werden Fruchtsaft, Limonade und Nektar weiterhin zwischen C und E rangieren. Bei Milch, Pflanzendrinks und Süßstoff-Limos wird sich dagegen einiges ändern: Statt dunkelgrünem A wird fettarme Milch ein hellgrünes B erhalten und Vollmilch ein C. Eine gesüßte Schokomilch oder Hafermilch bekommen schlechtere Nutri-Score-Bewertungen als die ungesüßten Varianten. Eine Cola zero oder Light-Limo rutschen von B auf C.

Eine Mutter schiebt einen Einkaufswagen. Darin sitzt ein Kind. Das Kind und die Mutter nehmen etwas aus einem Kühlregal.

Ernährungsempfehlungen plus Nutri-Score

Nach wie vor gilt für Sie die Faustregel, sich auf dem Weg zu einer ausgewogenen Ernährung an gängigen Empfehlungen zu orientieren. Dazu gehören möglichst viele frische und unverarbeitete Lebensmittel, die keinen Nutri-Score tragen. Innerhalb einer Lebensmittelkategorie hilft Ihnen der Nutri-Score bei der Entscheidung für mehr Gesundheit. Aber nur bei Lebensmitteln, die mit einem Nutri-Score gekennzeichnet sind. Denn bisher ist diese Angabe für die Hersteller nicht verpflichtend, sondern freiwillig. Wenn Sie diverse Joghurts mit und ohne Nutri-Score miteinander vergleichen möchten, müssen Sie also doch die Zutatenliste und Nährwertangaben auf der Rückseite lesen.

Autor

Ernährungs-Expertin und Diplom-Oecotrophologin Gabriela Freitag-Ziegler

Quellen

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. (2020, 09. Oktober) Fragen und Antworten zum Nutri-Score. BMEL.

Dr. Rempe, C. (2021, 21. April). Kein ausgemachter Käse. Bundeszentrum für Ernährung.

Dr. Rempe, C. (2023, 24. April). Nutri-Score weiterentwickelt. Bundeszentrum für Ernährung.

Verbraucherzentrale. (2023, 23. Mai). Nutri-Score: Das bedeutet die Kennzeichnung.

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