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Kleinkind steht im Kinderbett, die Mama lächelt es an
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Der große Abschied vom kleinen Tröster Schnuller abgewöhnen

Der Schnuller begleitet viele Kinder durch die ersten Lebensjahre und schenkt ihnen Trost, Ruhe und Sicherheit. Doch irgendwann steht der Abschied an. Dabei stellt sich die Frage nach den Gründen, dem richtigen Zeitpunkt und nach geeigneten Methoden für einen sanften Übergang.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Schnuller wirkt auf viele Babys beruhigend und befriedigt ihr natürliches Saugbedürfnis.
  • Spätestens ab dem 7. Lebensmonat sollte die Nutzung des Schnullers schrittweise reduziert werden.
  • Spätestens bis zum 3. Lebensjahr sollte die vollständige Entwöhnung erfolgt sein.
  • Die Abgewöhnung sollte möglichst schrittweise erfolgen.
  • Wird der Schnuller zu lange oder zu häufig verwendet, kann dies zu Zahnfehlstellungen führen und die Sprachentwicklung beeinträchtigen.

Der richtige Zeitpunkt für die Schnullerabgewöhnung

Babys und Kleinkinder haben ein angeborenes Saugbedürfnis, das der Schnuller zuverlässig aufgreift. Er hilft beispielsweise beim Einschlafen und unterstützt die Selbstregulation des Kindes. Gerade in den ersten Lebensmonaten leistet er damit wertvolle Dienste.

Je älter das Kind wird, desto wichtiger wird jedoch die Abgewöhnung, denn ein dauerhaftes Saugen über das Kleinkindalter hinaus kann erhebliche gesundheitliche Nachteile mit sich bringen. Insbesondere die Zahn- und Kieferentwicklung ist davon betroffen.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt, spätestens mit dem siebten Lebensmonat mit der Reduzierung zu beginnen. In dieser Entwicklungsphase bildet sich der Saugreflex zurück und die ersten Zähne brechen durch das Zahnfleisch. Ab diesem Zeitpunkt verändert sich die Ausgangslage im Mund und der Kaureflex gewinnt an Bedeutung. Ein Schnuller passt dann nicht mehr zur natürlichen Entwicklung.

Abweichende Empfehlungen für Frühgeborene

Eine Ausnahme gilt für Frühgeborene: Aufgrund ihres besonders hohen Saugbedürfnisses können Frühchen bis zu ihrem ersten Geburtstag den Schnuller bedenkenlos nutzen. Bis zu diesem Zeitpunkt bilden sich bereits entstandene Veränderungen im Mundraum oft noch von alleine zurück.

Bis zum dritten Lebensjahr sollte der Schnuller jedoch in der Regel vollständig entwöhnt sein. Nur so lassen sich Zahnfehlstellungen und Gebissschäden sicher vermeiden. Wer diesen Zeitraum als Orientierung nutzt, hat genug Spielraum für einen behutsamen Übergang.

Ungünstige Zeitpunkte vermeiden

Manche Momente eignen sich weniger gut für den Start der Entwöhnung. Ratsam ist es, folgende Situationen bei einem Abschied vom Schnuller zu vermeiden:

  • Krankheiten
  • Eingewöhnung in der Kita
  • größere Veränderungen im Alltag des Kindes

In solchen Phasen braucht das Kind ohnehin schon viel Kraft für die Bewältigung der außergewöhnlichen Situation. Den Abschied vom Schnuller zeitgleich zu gestalten, bedeutet einen zusätzlichen Stressfaktor und kann das Kind schnell überfordern.

Welche Folgen hat ein zu langer Schnullergebrauch?

Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 wertete 35 Studien zum Zusammenhang zwischen Schnullernutzung und Zahnfehlstellungen aus. Die Ergebnisse sind eindeutig: Ein langer Schnullergebrauch bewirkt eine erhöhte Prävalenz an Zahnfehlstellungen, insbesondere von offenem Biss, Kreuzbiss und einem Überbiss. Diese Fehlstellungen erfordern später oft eine kieferorthopädische Behandlung. Kinder, die den Schnuller bereits vor dem dritten Lebensjahr abgeben, sind laut der Untersuchung deutlich seltener betroffen, während ein Schnullergebrauch über diesen Zeitpunkt hinaus das Risiko für bleibende Veränderungen im Kieferbereich deutlich erhöht.

Ein Dauereinsatz des Schnullers kann außerdem die Sprachentwicklung beeinträchtigen und begünstigt Ohrinfekte, Entzündungen im Hals- und Rachenbereich sowie Karies. Fachleute sprechen im Zusammenhang mit der Sprachentwicklung von einer myofunktionellen Störung, da die Zunge durch den Schnuller eine ungünstige Position im Mund annimmt und sich ein verändertes Schluckmuster zeigt.

Wie gelingt eine sanfte Schnullerabgewöhnung?

Eltern sollten langsam mit der Entwöhnung beginnen und den Schnullergebrauch schrittweise reduzieren. So darf sich das Kind nach und nach an die neue Situation gewöhnen. Zunächst kann der Schnuller auf bestimmte Situationen beschränkt werden, etwa auf Autofahrten oder das Einschlafen. Im nächsten Schritt können Eltern versuchen, ihn in Alltagssituationen ganz wegzulassen. Tagsüber fällt der Verzicht dabei zunächst leichter als in der Nacht.

Schnullerfee und Schnullerbaum als Rituale

Ein Ritual gibt dem Abschied vom Schnuller einen festen Rahmen und macht ihn dadurch greifbar. Statt eines abrupten Verzichts erlebt das Kind einen bewussten Moment, an den es sich später erinnert. Zwei Rituale haben sich dabei besonders etabliert.

Schläft das Kind eine Nacht ohne Schnuller, kommt nach diesem Ritual die Schnullerfee und hinterlässt am nächsten Morgen ein kleines Geschenk. Der Gedanke dahinter verbindet den Abschied mit einem positiven Erlebnis. Für viele Kinder wird der Verzicht auf den Schnuller dadurch etwas leichter.

Beim Schnullerbaum hängt das Kind seinen Schnuller im Rahmen einer kleinen Zeremonie an einen öffentlichen Baum. Das Ritual stammt ursprünglich aus Dänemark, jedoch laden auch in Deutschland einzelne Parks zu diesem Abschiedsritual ein. In diesem Zusammenhang hängt das Kind seinen Schnuller an einen Baum zu unzähligen anderen Schnullern hinzu. So gibt es den Schnuller selbstständig ab und er wird ihm nicht einfach entnommen.

Als Alternative zum Schnuller bieten sich zudem sogenannte Übergangsobjekte an, etwa ein Kuscheltier oder ein Schmusetuch. Sie schenken dem Kind ebenfalls Trost und Sicherheit, ohne die Nachteile eines dauerhaften Schnullergebrauchs.

„Viele Kinder zeigen selbst, wann sie bereit sind: Sie legen den Schnuller im Spiel von selbst ab oder verlangen ihn immer seltener", so Hebamme Evi Bodman.

Praktische Tipps für die Schnullerabgewöhnung im Alltag

Ein guter Vorlauf und klare Absprachen erleichtern den Abschied vom Schnuller erheblich. Diese Tipps helfen bei der Umsetzung im Alltag:

  • Der Prozess der Abgewöhnung sowie der Startzeitpunkt sollten einige Wochen im Voraus mit dem Kind besprochen werden, damit es sich darauf einstellen kann.
  • Rückschläge gehören zum Entwöhnungsprozess dazu und sind zunächst kein Grund zur Sorge.
  • Jede Entwöhnung verläuft individuell, weshalb Vergleiche mit anderen Kindern nicht zielführend sind.
  • Parallel zur Schnullerentwöhnung ist es wichtig, die Zahn- und Kieferentwicklung im Blick zu behalten und gegebenenfalls ärztlichen Rat einzuholen.

„Der Abschied vom Schnuller ist auch für Eltern ein kleiner Meilenstein und kann durchaus ein wenig wehmütig stimmen", so Hebamme Evi Bodman.

FAQ

Feste Einschlafrituale können Sicherheit geben – zum Beispiel Vorlesen, Kuscheln, ein Lied oder ein Lieblingskuscheltier. Wichtig ist, geduldig zu bleiben und das Kind beim Übergang zu begleiten.

Ein gemeinsames Abschiedsritual kann helfen. Der Schnuller kann beispielsweise einer „Schnullerfee“ gegeben oder gemeinsam in eine Schnullerbox gelegt werden. Wichtig ist, dass die Methode zum Alter und Temperament des Kindes passt.

Das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Manche Kinder gewöhnen sich innerhalb weniger Tage daran, bei anderen dauert es mehrere Wochen. Geduld und Konsequenz können den Übergang erleichtern.

Autorin: Nele Dornbusch (suxeedo Redaktion), Expertenunterstützung: Evi Bodman (Hebamme)

 

  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ): www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/nuckeln-macht-zaehne-und-kiefer-krank/, abgerufen am 12.08.2026
  • www.springermedizin.de/versorgung-des-neugeborenen/sonderbericht-studie-zahn-kieferentwicklung-beruhigungssauger/23300026, abgerufen am 12.08.2026
  • www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/zahngesundheit/gesunde-zaehne/, abgerufen am 12.08.2026
  • www.aerztezeitung.de/Nachrichten/Beruhigungssauger-Die-richtige-Form-ist-entscheidend-431055.html, abgerufen am 12.08.2026
  • www.oekotest.de/kinder-familie/Schnuller-abgewoehnen-Tschuess-geliebter-Nuckel_11985_1.html, abgerufen am 12.08.2026
  • www.apotheken-umschau.de/familie/entwicklung/neugeborenes/diese-erstaunlichen-reflexe-haben-babys-793299.html, abgerufen am 12.08.2026
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