Corona-Pandemie treibt Online-Anwendungen voran Trend zu digitaler Ernährungsberatung

Die Corona-Pandemie hat viele Menschen aufgeschlossener gegenüber digitalen Lösungen gemacht – und damit im Bereich der Ernährungsberatung und -therapie eine bereits existierende Entwicklung nochmals beschleunigt.

Das zeigt sich auch im Trendreport Ernährung 2022, der kürzlich in Kooperation von NUTRITION HUB, Deutschlands größtem Netzwerk für Ernährungsexpertinnen und -experten, und dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) veröffentlicht wurde. 30 Prozent der befragten Ernährungsprofis beobachten eine Zunahme der digitalen Angebote in der ernährungspräventiven und ernährungstherapeutischen Beratung.

So nutzen zahlreiche Fachleute Apps, um zum Beispiel Nährwertprofile zu erfassen oder das Erlernen eines neuen Verhaltens zu unterstützen. Die Befragten berichten zudem, dass Hausärztinnen und Hausärzte immer öfter Apps empfehlen und diese seit dem Jahr 2020 auch als „Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs)“ verschreiben können. „Ich beobachte das vor allem in der Adipositastherapie sowie in der Typ 2-Diabetes-Therapie zur Ernährungsumstellung“, sagt die Ernährungsberaterin Anne Graßmann.

DiGAs unterliegen den hohen Qualitätsprüfungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte und werden in einem zentralen Verzeichnis gelistet. Bei entsprechenden Indikationen haben Patientinnen und Patienten einen Anspruch auf diese Leistung. „DiGAs werden den Zugang zu Ernährungsberatung in Therapie und Prävention vereinfachen und Transparenz in den Markt bringen.“ Davon ist Uta Köpcke, Präsidentin des Verbandes der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD), überzeugt.

Digitale Lösungen erleichtern Klientinnen und Klienten den Zugang zu zertifizierten Ernährungsberatungs- und -therapieangeboten und ermöglichen zudem eine unkomplizierte, engmaschige Betreuung. Laut Beobachtungen der Ernährungsexpertinnen und -experten nutzen Eltern immer häufiger Coaching-Angebote, um zum Beispiel auf die ersten 1.000 Lebenstage ihrer Kinder optimal vorbereitet zu sein oder sich zu Fragen rund um die Familienernährung zu informieren.

Generell sind die Ernährungsprofis überzeugt davon, dass Ernährungsberatungen vermehrt Teil des sogenannten „Life Coachings“ werden: „Die Faktoren, die nicht direkt mit der Ernährung verbunden sind, erweisen sich oft als zentrale Stellschrauben, um zu einer Verhaltensänderung zu gelangen. Die ganzheitliche Betrachtung des Wohlbefindens, physisch und psychisch, rückt in den Vordergrund“, sagt Juliane Isbrecht von der Akademie für Sport und Gesundheit. Das beobachtet auch Dr. Ann-Kristin Dorn, Ernährungswissenschaftlerin und Gründerin des FreeFrom Hero Festivals, bei Patientinnen und Patienten mit Lebensmittelintoleranzen. Hier könne die Reflektion des subjektiv wahrgenommenen Leidenswegs auf Basis einfach aufbereiteter Informationen zu selbstwirksamen Verhaltensänderungen führen.

Mit dem größeren Angebot an Ernährungs-Apps und Beratungsangeboten steigt auch die Nachfrage nach qualifizierten und online-affinen Ernährungsfachkräften: „Allein an der Anzahl der ausgeschriebenen Stellen für Diätassistentinnen und Diätassistenten im Bereich der digitalen Ernährungsberatung wird klar, dass hier ein großer Umbruch stattfindet“, so Dr. Daniel Buchholz, Leiter der Schule für Diätassistenten an der Universitätsmedizin Mainz.

Für den Trendreport Ernährung 2022 wurden über 100 Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen des Ernährungssektors befragt. Den vollständigen Bericht können Sie auf der Nutrition-Hub-Webseite www.nutrition-hub.de kostenfrei als PDF herunterladen.

 

Quelle: Melanie Kirk-Mechtel, www.bzfe.de

 

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