Wir legen Wert auf Sicherheit. Deswegen wird die Unterstützung für den Internet Explorer nicht mehr durch unsere Website bereitgestellt. Bitte verwenden Sie einen anderen Browser, zum Beispiel Google Chrome, Firefox oder Edge
Joggen, Müll sammeln und etwas für die Umwelt tun Plogging
Plogging verbindet Joggen mit Müllsammeln und macht aus einer Laufrunde einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz. Der Trendsport aus Schweden braucht kaum Ausrüstung und passt zu fast jedem Fitnesslevel.
Plogging verbindet Jogging mit dem Sammeln von Müll.
Man kann sich allein oder in Gruppen organisieren.
Man benötigt mindestens Sportschuhe, Müllbeutel und Handschuhe.
Plogging ist sowohl für die eigene Gesundheit als auch für die Umwelt vorteilhaft.
Plogging fördert die Ausdauer. Durch das Bücken und Aufheben werden zusätzlich viele Muskelgruppen beansprucht.
Was ist Plogging?
Plogging ist ein Trendsport, der Joggen oder Spazierengehen mit dem Sammeln von Müll verbindet. Das Wort Plogging setzt sich aus dem schwedischen Wort „plocka upp“ (aufheben) und dem englischen Wort „Jogging“ zusammen. Die schwedische Bewegung nennt sich „Plogga“. Ploggen heißt also: laufen und unterwegs Abfall aufheben.
Den Ursprung hat der Trend in Schweden. Erik Ahlström zog nach Stockholm und ärgerte sich dort über den Müll auf seinem Radweg zur Arbeit. Der Umweltaktivist begann, den Abfall unterwegs aufzuheben („plocka upp“). 2016 startete er daraus die Bewegung.
Schon 2018 zählte das UN-Umweltprogramm (UNEP) in der Plogga-Gruppe Mitglieder aus über 40 Ländern. Inzwischen ist daraus eine globale Bewegung geworden.
Warum ist Plogging so beliebt?
Der Reiz liegt im Alltagsbezug. Jede Runde verringert ohne großen Aufwand den Müll in der Umwelt. Gleichzeitig schärft das Sammeln den Blick dafür, wie viel Abfall in Parks, an Wegrändern und Waldwegen landet und wie sehr er die Umwelt belastet. Das motiviert viele, bei der nächsten Runde wieder mitzumachen und andere mitzubringen.
Gerade Kleinmüll wie Zigarettenkippen, Verpackungen und Flaschen fällt beim normalen Jogging kaum auf. Beim Ploggen rückt er in den Blick. Dazu kommt das direkte Erfolgserlebnis: Nach der Runde ist die Strecke sichtbar sauberer und die gefüllte Mülltüte zeigt schwarz auf weiß, was die Runde gebracht hat.
Der Trend fühlt sich außerdem weniger nach Pflicht an als reines Training. Das Sammeln gibt jeder Runde ein klares Ziel. Weitere Gründe für die Beliebtheit:
gemeinsame Aktionen und organisierte Sammelevents, die das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken
flexible Strecken, die zu jedem Alter und jeder Leistungsfähigkeit passen und Plogging damit zum Familientrend machen
ein einfacher Einstieg ohne große Ausrüstung, denn ein Müllsack und Handschuhe reichen aus
Hygiene: Nach dem Sammeln solltest du dir gründlich die Hände waschen. Außerdem gilt: Die eigene Belastungsgrenze zählt, ein Leistungsziel gibt es nicht. Die eigene Gesundheit geht vor.
Hinweis: Entsorge den gesammelten Müll im Anschluss richtig und trenne ihn nach Papier, Plastik, Restmüll und Glas. Erst dann erfüllt Plogging seinen Zweck.
Plogging als Training: Was bringt das?
Plogging bringt mehr Abwechslung als eine gewöhnliche Joggingrunde. Der Effekt reicht von Ausdauer und Muskeltraining bis zum Stressabbau.
Ausdauer und Mini-Workout
Plogging bietet eine hohe Bewegungsvielfalt und trainiert die Ausdauer. Beim Aufsammeln entsteht zudem ein Mini-Workout, das mehr Muskelgruppen fordert als eine gleichmäßige Joggingrunde: Bücken, Strecken und Kniebeugen beanspruchen die Beine, das Gesäß und den Rumpf.
Wer das Tempo variiert, etwa mit Joggen zwischen den Fundstellen und zügigem Gehen auf Strecken ohne Müll, bringt zusätzlichen Schwung ins Training.
Zudem ist Plogging ein guter Einstieg für Laufanfänger. Wer noch nicht lange joggt, geht die Strecke zunächst zügig und läuft nur kurze Abschnitte. Das senkt die Belastung für Herz, Kreislauf und Gelenke. Mit wachsender Fitness verlängern sich die Laufphasen von allein.
WHO-Empfehlungen und Stressabbau
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Erwachsenen zu 150 bis 300 Minuten moderater oder 75 bis 150 Minuten intensiver Bewegung pro Woche. Mit entsprechender Planung kann Plogging einen Teil dieser Zeit abdecken, etwa durch zwei bis drei Runden pro Woche.
Zusätzlich empfiehlt die WHO Krafttraining an mindestens zwei Tagen pro Woche. Das Bücken und Aufrichten beim Ploggen ersetzt gezieltes Krafttraining nicht, ergänzt es aber sinnvoll.
Dazu kommt ein Effekt für die Psyche: Bewegung kann Stress und Anspannung abbauen. Eine Runde an der frischen Luft eignet sich dafür besonders gut, weil das Sammeln den Kopf zusätzlich beschäftigt und vom Alltag ablenkt.
Sicherheit und Hygiene beim Plogging
Beim Müllsammeln lauern kleine Gefahren. Diese Grundregeln halten das Verletzungsrisiko niedrig:
richtige Technik beim Bücken: aus der Kniebeuge statt aus dem Rücken heraus
schwere Gegenstände nah am Körper halten und den Oberkörper nicht verdrehen
Handschuhe als Basisausstattung gegen Schmutz sowie Schnitt- und Kratzverletzungen
Glasscherben, Spritzen, spitze Gegenstände oder anderen gefährlichen Müll wie Chemikalien stehen lassen und nicht anfassen
Müllsack nur so weit füllen, dass er leicht zu tragen ist
Impfschutz: Wichtig ist außerdem ein aktueller Tetanus-Impfschutz. Die Erreger des Wundstarrkrampfs gelangen über verunreinigte Wunden in den Körper. Schon kleine Verletzungen wie ein Holzsplitter können genügen. Erwachsene sollten die Impfung alle zehn Jahre auffrischen. Hier hilft ein Blick in den Impfpass.
Plogging im Alltag: So klappt der Einstieg
Für den Anfang genügt eine kurze Runde mit Müllsack und Handschuhen. Mit wenigen Kniffen wird daraus eine feste Gewohnheit.
Feste Route und feste Termine
Wer eine Runde plant, wählt am besten eine vertraute Strecke in der Nachbarschaft mit viel Fußgängerverkehr, etwa durch Parks, Wohnviertel oder entlang eines Flusses. Dort fällt mehr Müll an und die Wege sind übersichtlich.
Feste Termine helfen beim Dranbleiben, etwa der Samstagvormittag oder die Feierabendrunde. Wiederkehrende Zeiten machen aus dem guten Vorsatz leichter eine Routine und die Umwelt profitiert Woche für Woche.
Gemeinsam ploggen
Organisierte Plogging-Events in der Umgebung erleichtern den Start. Viele Städte und Gemeinden organisieren regelmäßig Sammelaktionen, bei denen Ausrüstung und Entsorgung bereits geregelt sind.
Als Familienaktivität funktioniert Plogging gut, weil kurze Strecken für Kinder machbar sind. Wer in der Gruppe ploggt, bleibt erfahrungsgemäß leichter dabei, und ganz nebenbei wird die Umgebung ein Stück sauberer.
Ausrüstung und Fortschritt
Die Grundausstattung ist schnell zusammen: ein Müllsack, Handschuhe und Laufschuhe mit gutem Profil, damit auf unebenen Wegen nichts ins Rutschen gerät. Eine kleine Flasche Wasser gehört bei längeren Runden dazu. In der Dämmerung sorgen helle Kleidung oder Reflektoren für Sichtbarkeit, besonders an Straßen und Radwegen.
Bleibe möglichst auf Wegen und respektiere Pflanzen, Tiere und Schutzgebiete. Nimm keine natürlichen Materialien wie Totholz oder Laub mit, wenn dies den Lebensraum beeinträchtigen könnte. Vermeide es außerdem, Tiere zu stören oder gefährliche Abfälle selbst zu transportieren.
Nein. Spritzen, Glasscherben, Chemikalien, Batterien, unbekannte Flüssigkeiten und andere gefährliche Gegenstände solltest du nicht mit bloßen Händen oder ohne geeignete Schutzausrüstung einsammeln. Markiere die Fundstelle bei Bedarf und informiere die zuständige Gemeinde oder oder den zuständigen Abfallentsorger.
Der Begriff stammt aus Schweden und setzt sich aus dem schwedischen Wort plocka (sammeln) und dem englischen Wort jogging zusammen. Die Bewegung entstand 2016 in Schweden und verbreitete sich anschließend international.
Quellen
www.who.int/europe/news-room/fact-sheets/item/physical-activity, abgerufen am 12.10.2026
www.plogga.se/en/2025/11/swedens-largest-outdoor-magazine-utemagasinet-celebrates-ploggas-10th-anniversary-with-a-long-article/, abgerufen am 12.10.2026
www.unep.org/news-and-stories/story/plogging-eco-friendly-workout-trend-thats-sweeping-globe, abgerufen am 12.10.2026
gesund.bund.de/gesund-durch-bewegung, abgerufen am 12.10.2026
www.infektionsschutz.de/impfen/fuer-erwachsene/tetanus-impfung-bei-erwachsenen/, abgerufen am 12.10.2026
www.ndr.de/kirche/Plogging-Muell-sammeln-beim-Joggen-fuer-einen-guten-Zweck,plogging142.html, abgerufen am 12.10.2026
Die medizinischen Texte in der Rubrik mhplus-krankenkasse.de/wissen geben grundlegende Informationen zu Gesundheitsthemen und Erkrankungen. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden empfehlen wir immer den Arztbesuch. Nur der behandelnde Arzt kann eine Diagnose stellen oder eine konkrete Therapieempfehlung geben. Die Inhalte unserer Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Die mhplus kann dennoch ausdrücklich keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Verlässlichkeit, Qualität und Aktualität geben. Werden bestimmte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren erwähnt, so dient dies ggf. der vollständigen Informationen zu allen gängigen Möglichkeiten. Darunter sind möglicherweise auch solche, deren Nutzen und Wirkung noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen sind, und die daher von Rechts wegen nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind. Nur durch ihre Erwähnung ergibt sich kein Anspruch auf Kostenerstattung.